3 Schritte: Bring dein Publikum zum Lachen – für Lehrer, Trainer, Keynote-Speaker & Coaches

Wie bringe ich mein Publikum zum Lachen?

Um ein Ass aus dem Ärmel schütteln zu können, musst du es vorher dort hineingesteckt haben.

Du bringst dein Publikum zum Lachen aus einer Mischung aus zwei Strategien:

  1. Witze, Anekdoten, Sprüche und Spiele, die du in der Rückhand hast
  2. Mut zum Improvisieren, Rumalbern, aus dem Moment heraus Spannungen und Besonderheiten aufgreifen.

 

Warum Lachen?

Lachen ist ein angeborener Reflex: eine Entlastungsreaktion nach überwundenen Gefahren. Lachen dient also der Entspannung. Und gemeinsames Lachen in der Gruppe stiftet darüber hinaus Harmonie – es signalisiert: „Hier darf ich locker sein, hier bin ich sicher, es gibt hier keine Gefahren“.

 

Die Psychologie eines Witzes

Schauen wir auf einen einfachen Beispiel-Witz:

Zwei Stecknadeln wandern durch einen fremden Wald und sind müde.

Läuft ein Igel vorbei.
Sagt die eine Stecknadel zur anderen:
Na so ein Glück, hier gibt es sogar einen Bus.

Was passiert in diesem Witz, sodass er lustig ist?

Wir versetzen uns in die „Erlebniswelt der Stecknadeln“: ein Spaziergang im Wald, wie Menschen. Im Wald gibt es auch Igel, warum nicht.

Doch dann kollabiert die Geschichte 1: aus der Erlebniswelt der Stecknadeln ist ein Igel eben ein Bus voller Stecknadeln.

 

Struktur eines Witzes

Greg Dean nutzt dafür die folgenden Konzepte:

  1. Aufbau: Die tatsächlichen Worte, mit denen der Witz erzählt wird.
    Die gewählten Wortbilder und Betonungen bauen eine Erwartung auf.
  2. Szenario 1: beim Zuhörer entsteht durch den konkreten Aufbau eine bestimmte Vorstellung der Geschichte.
  3. Vermutungen: der Zuhörer vermutet bestimmte Tatsachen in Szenario 1
  4. Kopplung: es gibt ein oder mehrere Wörter und Assoziationen, die Szenario 1 mit Szenario 2 verbinden.
  5. Schlüssel-Vermutung: die gewählten Wörter in Szenario 1 erzeugen insbesondere eine Schlüsselvermutung – welche später durch die Pointe zerstört werden.
  6. Neuinterpretation: über die Kopplung wird die Schlüssel-Vermutung widerlegt oder in ein neues Licht gerückt. Es kommt zu Szenario 2.
  7. Szenario 2: eine andere Sichtweise wird dem bisherigen Szenario 1 entgegen gestellt.
  8. Pointe: In der Pointe kommt es zum blitzartigen Umbruch: über die Neuinterpretation der Kopplung wird die Schlüssel-Vermutung widerlegt. Szenario 1 kollabiert zu Szenario 2.

So funktioniert also eine Witz: Das Lachen ist dann die Entladung der Spannung, die mit Szenario 1 aufgebaut wurde und sich dann mit der Pointe in Szenario 2 entlädt.

 

 

Und dann noch zwei weitere Beispiel:

Meine Ex-Frau war eine exzellente Haushälterin: durch die Scheidung behält sie allein das Haus.

Meine Frau ist mit meinem besten Freund davongelaufen – eigentlich hätte ich mehr Loyalität erwartet von meinem lieben Hund.

 

Kannst du die obigen Variablen eines Witzes hier benennen?