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Lösungsraum

Jetzt hast du den Problemraum ausführlich kennengelernt. Du weißt wie man den Nutzer zu verstehen lernt, Interviews führt und auswertet, und am Ende in der Synthese die Erkenntnisse in einer Persona und den POV verdichtet. 

Und was macht man jetzt damit? In diesem Video zeigen wir den Beginn der Arbeit im Lösungsraum. Plane auch hierfür ca. 45min Zeit ein.

Viel Spaß!

Phase 4 im Design Thinking Prozess: Ideen entwickeln

»» Video-Ausschnitt: Minute 00:13 – Minute 01:21 
In diesem Abschnitt stellen wir dir folgende Methoden vor: Brainstorming, Ideen-Matrix, Ideen-Tunnel und das Dot-Voting Prinzip.

Methode: Brainstorming

»» Video-Ausschnitt: Minute 01:22 – Minute 05:54 

Brainstorming-Frage entwickeln: 

  1. Design Thinking Challenge (ursprüngliche Fragestellung) nochmal aufschreiben
    → worum geht es eigentlich? 
    hier: Wie können wir Experimental-Unterricht spannend & lebensnah gestalten, sodass alle Schüler*innen daran teilhaben können?
  2. Brainstorming-Frage formulieren (konkret, aber auch ergebnisoffen)
  3. Es können auch mehrere Fragen sein
    hier: Wie können wir den Unterricht für die 8. Klasse in Elektro-Magnetismus spannend und lebensnah gestalten? 
    Wie können wir dafür sorgen, dass Lisa & Jonas (die beiden Personas) beide mit Begeisterung dabei sind

Brainstorming-Guide: 

  1. Baue auf den Ideen anderer auf! “Yes, and…”
  2. Stelle Kritik zurück, Brainstorming ist erstmal nicht der Ort für Diskussionen
  3. Ermutige verrückte Ideen, weil zuerst geht es um…
  4. Quantität vor Qualität
  5. Denke nutzerzentriert – was könnte der Nutzer wirklich wollen?
  6. Sei visuell (und beachte die 4 goldenen Regeln)

→ Exkurs: Post-Its und die 4 goldenen Regeln:

  1. Color-Code: 1 Post-It Farbe pro Thema 
  2. Sketch! Versuche, die Ideen visuell darzustellen
  3. Lesbare Post-Its: Wenn Worte, dann Druckbuchstaben und groß. Wenn du die Ergebnisse später nochmal ansehen willst, hilft das sehr! 
  4. Übersicht: 1 Idee pro Post-It

Methode: Ideen-Matrix

»» Video-Ausschnitt: Minute 05:54 – Minute 11:50 

Die Ideen-Matrix ist eine Möglichkeit, das Brainstorming etwas zu strukturieren. 

  1. Links oben: Brainstorm-Frage
  2. Vertikale: Faktoren, die uns kreativ sein lassen, anspornen oder herausfordern 
    hier: Lösungen, die z.B. Spaß machen müssen, kein Geld kosten, ohne Klassenzimmer auskommen, etc.
  3. Horizontale: Ausführmöglichkeiten der Frage: was ist jetzt schon möglich? 

Dann geht es los in’s Brainstorming (im Video ab Min. 7:20). Entweder man legt gleich zusammen los, oder jeder überlegt 5-10 Minuten für sich, schreibt Post-Its (siehe Exkurs⭡: die 4 goldenen Regeln), und dann werden die Ideen gemeinsam ans Whiteboard geklebt und vorgestellt. Die Ideen können aufeinander aufbauen oder auch erstmal alleinstehend sein.

Methode: Ideen-Tunnel

»» Video-Ausschnitt: Minute 11:50 – Minute 13:04 

Nachdem du deine Ideen-Matrix ausgefüllt hast, ist es wichtig, die Ideen zu selektieren. Um strukturiert herauszufinden, welche der Ideen zu den Personas passen, kannst du den “Ideen-Tunnel” benutzen.

So könnte ein “Ideen-Tunnel” – auch “Idea-Funnel” genannt – in der Praxis aussehen. Die Kriterien sind frei wählbar, im Schul-Beispiel wurde nach Folgendem sortiert:

  1. Nutzer-Zentriertheit
  2. Sozialer Austausch 
  3. Nachhaltiges Denken

Methode: Dot-Voting-Prinzip

»» Video-Ausschnitt: Minute 13:05 – Minute 13:39

Bestechend einfach und effektiv: das Dot-Voting-Prinzip. Wenn am Ende abgestimmt werden soll, mit welcher Idee nun weitergearbeitet wird, kann das durch gleichzeitige Punkte-Vergabe geschehen. Das beugt langwierige Diskussionen vor, ist demokratisch und effektiv. 

Phase 5 im Design Thinking Prozess: Prototyping

»» Video-Ausschnitt: Minute 13:40 – Minute 14:38

🌟 Erinnere dich: Design Thinking basiert auf vielen Runden der Iteration (mehrfaches Wiederholen ähnlicher Handlungen zur Annäherung an ein Ziel)Prototypen sind der erste Ausgangspunkt für Iterations-Runden, da mit ihnen getestet werden kann. 

Schritte in der Iteration: 

  1. Testen
  2. Daraus lernen
  3. Das gelernte einarbeiten
  4. Wieder testen (…)

Der erste Prototyp ist ein Verständnisprototyp. Er dient dazu, den Team-Mitgliedern und potentiellen Nutzern die Idee zu erklären. Das kann mit einer Skizze, Comic, Lego-Prototyp, Geschichte, Sketch, oder Ideen-Serviette (Idea-Napkin) passieren. 

Methode: Idea-Napkin

»» Video-Ausschnitt: Minute 14:40 – Minute 18:45

Die “Ideen-Serviette” fasst die Hauptaspekte und Funktionsweisen der Idee zusammen – man muss sich kurz halten, damit alles auf eine Serviette passt.

Folgende Elemente können vertreten sein: Ideen-Name, Slogan, Skizze des Ablaufs / Funktion, Zielgruppe, Wann kann es verwendet werden? Welches Problem löst es?

Phase 6 im Design Thinking Prozess: Testen

»» Video-Ausschnitt: Minute 18:45 – 19:31

Methode: User Testing

Beim sogenannten User Testing geht es – wie der Name schon sagt – um das Testen des Prototyps mit dem potentiellen Nutzer. Lass den Nutzer reden, erkläre so wenig wie möglich. Der Prototyp sollte selbsterklärend sein. Um neue Erkenntnisse zu gewinnen, ist es wichtig, viel Feedback zu deinem Prototypen zu sammeln.

  • Wie kommt die Idee an?
  • Was an der Idee funktioniert gut?
  • Was wird direkt verstanden?
  • Was nicht? 

Auch mit der Ideen-Serviette kann direkt mit potentiellen Nutzern getestet werden. Durch erste Reaktionen kann viel Erkenntnis über die “generelle Wünschbarkeit” der Idee gewonnen werden. Top oder flop? 

Im Entwicklungsprozess wird der Prototyp dann ständig verändert. Das “Zurückgehen” und Einbauen der Erkenntnisse in einen neuen Prototyp ist der Vorgang der Iteration und absolut wünschenswert! Lass dich nicht entmutigen, auch wenn es vielleicht erstmal wie ein Schritt zurück wirkt – auch das ist wichtig! 

Im nächsten Kapitel beschäftigen wir uns mit der Frage, was alles gegeben sein sollte, damit Arbeit mit Design Thinking Sinn, Erfolg und Spaß bringt. Aber erst, wie gehabt, ein kleiner Selbst-Test zum Lösungsraum.