Systemisches Coaching Online-Ausbildung
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Systemisches Coaching entdecken
Willkommen in der Online-Ausbildung »Systemisches Coaching«! -
Crashkurs »Coaching«2 Themen|1 Test
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Coachees finden
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Session 1: Anamnese durchführenAnamnese: das Fundament des Coachings2 Themen
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Effektives Coaching: Prozess & Techniken3 Themen|1 Test
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Session 2: Ressourcen aktivierenMethodik: Ressourcen-Aktivierung3 Themen
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Psychologisches Grundwissen: Ressourcen & Kompetenzen2 Themen|2 Tests
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Exkurs: Feedback geben und nehmen mit Übung
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Session 3: LeinwandMethode: Leinwand2 Themen
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Psychologisches Grundwissen: Kraft der Visualisierung3 Themen|2 Tests
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Strategie: Systemischer Coaching-Navigator
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Session 4: VisionsfindungInterventions-Technik: Visionspyramide2 Themen
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Psychologisches Grundwissen: Potenzialentfaltung4 Themen|2 Tests
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Session 5: Feedback-TagZum Feedback-Tag – Deine Coaching-Bühne2 Themen
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Session 6: Aufstellung mit TetralemmaInterventionstechnik: Tetralemma2 Themen
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Psychologisches Grundwissen: Systemische Aufstellung2 Themen|1 Test
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Session 7: Ich-Du-MetaIch-Du-Meta2 Themen
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📖 Psychologische Hintergründe4 Themen
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Session 8: Inneres Team✍️ Methode: Inneres Team2 Themen
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Exkurs: Reframing2 Themen
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Finale psychologische Grundlagen2 Themen|2 Tests
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Session 9: Coaching abrundenDie weitere Entwicklung als systemischer Coach2 Themen
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Vertiefung: Systemisches Coaching in geheimer Mission5 Themen
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Prüfungsvorbereitung: Abschluss als Systemischer Coach1 Thema
Teilnehmer 105
📖 Die Trauma-Brille & das Konzept des guten Grundes
Die Trauma-Brille
Ein Trauma kann als eine »normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis« verstanden werden. Wenn ein Mensch etwas erlebt, das als zu belastend oder bedrohlich empfunden wird, kann daraus eine seelische Wunde – ein Trauma – entstehen. Das Besondere an Traumata ist, dass sie den Betroffenen auch Jahre später noch zu schaffen machen, da sie oft schädliche Verhaltensweisen und unangenehme Gefühle verursachen.
Man geht mittlerweile immer häufiger davon aus, dass Traumata die häufigste Ursache psychischer Erkrankungen sind. Deshalb empfiehlt es sich sehr, Symptome und Verhaltensauffälligkeiten zuerst unter dem Blickwinkel Trauma anzusehen.
Alle Symptome im hier und jetzt stehen im engen Zusammenhang mit der Bewältigung und dem Überleben des Traumas. Viele der heute als störenden Symptome dienten im Trauma dem Überleben der Person.

Um die Symptome besser zu verstehen muss folgendes beobachtet, und dann konkret und exakt beschrieben werden:
- das symptomatische Verhalten
- die Situation, in der das Verhalten auftritt → Identifikation von Trigger-Reizen
Mit der Beschreibung des Verhaltens und der Situation kann dann die Verbindung zum Trauma gezogen werden. Dieses konkrete Beschreiben des Verhaltens und der Situation ist eine Grundhaltung der traumazentrierten Sichtweise.
Wir Menschen neigen dazu, problematisches Verhalten mit psychodynamischen Mustern zu erklären, anstatt es erst einmal genau zu beschreiben, und dann darunterliegende Muster herauszuarbeiten.
Das Konzept des guten Grundes
Wir gehen auch davon aus, dass jedes Verhalten eines Menschen einen guten Grund hat. Das heißt insbesondere, dass auch jedes unkonventionelle, andersartige und störende Verhalten einen guten Grund hat.
Was bedeutet das für uns? Menschen mit Traumatisierungen zeigen oft Verhalten, welches für ihr Umfeld unverständlich, seltsam und unpassend erscheinen mag. Für die Aufklärung und einen empathischen Umgang ist es dann hilfreich, bewusst zu machen, dass jedes Verhalten eines Menschen ursprünglich einen guten Grund hatte, zum Beispiel eine Schutzreaktion war.

Beispiel:
Hediyeh, ein persisches 8-jähriges Mädchen im Kinderheim, schleicht sich nachts heimlich in die Küche und stibitzt Lebensmittel, welche sie dann an Orten in ihrem Zimmer versteckt: unterm Bett, im Kopfkissen, hinter dem Schrank. Dafür bekommt sie regelmäßig Ärger mit dem Personal. Auf Nachfrage, warum sie dies tue, antwortet sie nicht und wird ängstlich.
Hintergrund:
Hediyeh erlitt viel Hunger als Kleinkind, ihre leiblichen Eltern ließen sie hungern. Sie war in einem jüngeren Alter darauf angewiesen, dass sie alle Nahrung sammelte, die sie finden konnte. Ihre Erfahrung von Hunger und Vernachlässigung lässt sie nun auch weiterhin Essen hortet, auch wenn es dafür aktuell keinen äußeren Grund mehr gibt, da sie eigentlich genug Essen bekommt im Kinderheim.