fbpx
Lektion 6 von16

»Schritt 3: Synthese«

Der dritte Schritt eines Design Thinking Projekts – »Synthese« – hat das Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse zu vereinen und so kurz, knapp und prägnant wie möglich darzustellen.

Folgende Methoden zur Synthese wurden in diesem Projekt verwendet:

💡 Zur Erinnerung: Die Videoreihe ist zum Projekt “Schulunterricht mit Design Thinking neu gestalten” gedreht worden. Es ist ein Beispiel, wie der Design Thinking Prozess ganz konkret angewandt werden kann. 
🌟 Ein Wort zum Arbeitsmodus: Design Thinking ist eine Team-Aufgabe. Die meisten Aufgaben können zwar allein bewältigt werden, sind aber effektiver im Team zu lösen.

Phase 3 im DT-Prozess: Synthese der Interviews

»» Video-Ausschnitt: Minute 00:13 – Minute 01:15

Methode: Die Storytelling-Matrix

»» Video-Ausschnitt: Minute 01:15 – Minute 07:04

Um die Sichtweisen zu definieren, die sich aus der Recherche ableiten, kann man die Interviews mit einer Storytelling Matrix auswerten. Der Prozess des Ableitens von Erkenntnissen nennt sich auch “Synthese“. In dieser Phase kommt das Team wieder zusammen und teilt die Ergebnisse der Recherche miteinander. Das ist wichtig, damit alle auf dem gleichen Stand sind, wenn es später in den Lösungsraum geht. Aber eins nach dem anderen. 

Eine Storytelling Matrix kann folgende Spalten enthalten: 
Person: Name, Alter, Bild (falls vorhanden)
Zitate der Person: Achtung, hier noch keine Interpretationen, sondern reine Zitate! “Was wurde gesagt?”
Interpretationen: welche Emotionen könnten hinter den Zitaten liegen?
Bedürfnisse: was für Bedürfnisse leiten sich davon ab?

Es macht Sinn, am Anfang die objektiven Daten einzutragen und die ersten beiden Spalten für alle Befragten auszufüllen. Dann kann sich das ganze Team auf die zweite Hälfte der Matrix konzentrieren, deren Ausfüllen Einfühlungsvermögen (Empathie) für den Nutzer voraussetzt, sowie Kreativität und Abstraktionsvermögen des Teams.

Tip: Die Bedürfnisse können aus den Zitaten UND den Interpretationen abgeleitet werden, schränk dich also nicht zu sehr ein. Natürlich kann es passieren, dass bei der Interpretation Fehler gemacht werden. Da es nur Annahmen und Vermutungen sind, ist das aber nicht weiter schlimm, außerdem werden sie später sowieso getestet.

Methode: Nugget-Framing

»» Video-Ausschnitt: Minute 07:05 – Minute 10:20

Durch das Nugget-Framing (auch “Goldstück-Framing” genannt) können die gewonnenen Erkenntnisse priorisiert werden. Welche Insights waren besonders spannend, überraschend oder lehrreich für dich? Es lohnt sich, besonders auf die Interpretationen und Bedürfnisse zu achten. 

Wie das ganze vonstattengeht, ist dir überlassen. Wenn du alleine arbeitest, kannst du die Nuggets einfach auswählen. Im Team können die Nuggets gemeinsam per Diskussion bestimmt werden, oder durch unkompliziertes Punkte vergeben, auch “Dot-Voting” genannt. Jedes Team-Mitglied hat z.B. drei Punkte, die auf Nuggets verteilt werden können. Das Nugget mit den meisten Punkten gewinnt, d.h. damit wird weitergearbeitet. In der Praxis hat sich schon häufig die diskussionsärmere Variante bewährt, aber das müsst ihr selbst rausfinden!

Wenn du die Nuggets ausgewählt hast, kannst du noch definieren, welche Eigenschaft die Nuggets ausmacht. Ist die Erkenntnis “einfach”, ist sie “menschlich”, oder “überraschend”? Denk dir: “Wow! Das ist ___________!” vor jedem Nugget, das macht das Erkennen der Eigenschaften leichter.

Phase 3 im DT-Prozess: Synthese und Personas

»» Video-Ausschnitt: Minute 00:13 – Minute 00:48

Methode: Personas

»» Video-Ausschnitt: Minute 00:48 – Minute 06:49

Eine Persona ist ein fiktiver Charakter: sie basiert zu 50% auf unserer Recherche und ist zu 50% erfunden. So haben wir den Spielraum um Eigenschaften oder Bedürfnisse zu definieren, die unsere Interviewpartner vielleicht ungerne zugeben würden oder gar nicht wissen. Mit der Persona legen wir fest, auf welchen Nutzer wir in den nächsten Schritten weiter eingehen möchten. 

Inhalt des Persona-Steckbriefs: 
– Bild / Sketchnote (damit wir uns die Persona besser vorstellen und emphatisch auf sie eingehen können)
– Eckdaten (Alter, Name, Beruf, Wohnort)
– Eigenschaften (Charakter, Träume, Hobbies)
– Zitate
– Bedürfnisse 
– Painpoints  

Im Design-Thinking arbeiten wir gerne mit “Extrem-Usern” (Extrem-Nutzern). Das sind Leute mit Bedürfnissen, die vom Durchschnitt abweichen. Wir glauben, dass es wertvoll ist, die Bedürfnisse der Extrem-Nutzer zu kennen und zu befriedigen – weil die Wahrscheinlichkeit dann groß ist, auch den “Durchschnitt” glücklich zu machen. 

Methode: Personastandpunkt (POV)

»» Video-Ausschnitt: Minute 06:49 – Minute 09:02