Lesedauer: ca. 1 Minute | Dauer der Übung: ca. 12 Minuten
Übung: Den Atem beobachten
- Mach es dir bequem.
- Nimm dir eine Viertelstunde Zeit, in der du ungestört bist.
- Höre dir Oliver’s Audio-Anleitung zur Beobachtung des Atems an.
In den Materialien findest du:
- Weiterführende Infos zur Beobachtung des Atems
- »Warum beobachten wir den Atem?«
- Eine schriftliche Anleitung des Atem-Beobachtens zum Nachlesen
Lesedauer: ca. 15 Minuten
Die Atemmeditation ist der Klassiker der Meditation. In allen Meditationstraditionen gibt es sie in der einen oder anderen Form. In der Atemmediation geht es darum, den Fokus auf den Atem möglichst lange zu halten und auf der anderen Seite wahrzunehmen, wenn die Aufmerksamkeit abschweift.
In dieser Materials-Sektion gehen wir der Frage auf den Grund, warum wir den Atem beobachten - und wir bieten dir eine schriftliche Anleitung zur Meditation an.
Warum den Atem beobachten?
Wenn wir den Atem beobachten, machen wir folgendes:
- Da der Atem immer in diesem Moment passiert und wir ihn genau in diesem Moment beobachten, üben wir präsent zu sein; und zwar von Atemzug zu Atemzug, von gegenwärtigem Moment zu gegenwärtigem Moment. Und wenn wir den Atem nicht mehr beobachten, weil wir uns ablenken (lassen), dann sind wir nicht mehr präsent. Wenn wir das wiederum bemerken, können wir wieder zum Atem zurückkehren – in die Präsenz.
- Wenn wir den Atem beobachten, richten wir bewusst unsere Aufmerksamkeit auf den Atem. Und wir nehmen ihn hin, wie er ist, ohne ihn zu bewerten. Die Bewertung führt in der Regel zu dem Wunsch und wahrscheinlich auch der tatsächlichen Veränderung des Atemflusses.
- Wenn wir den Atem beobachten, werden uns automatisch verschiedenste Sinneswahrnehmungen auffallen. Wir spüren die Bewegung unseres Körpers oder des Luftzuges an Mund oder Nase. Vielleicht riechen / schmecken wir den Geschmack der Luft, hören die Luft ein- und ausströmen. Gut, sehen tun wir den Atem in der Regel nicht... 😊
- Den Atem beobachten ist eine Übung, die uns hilft, das aufmerksame Beobachten selbst, das Benennen (z.B. Ein/Aus), die Konzentration, das Nicht-Bewerten, das Nicht-Reagieren zu trainieren. Alle Kernelemente der Achtsamkeit werden dabei berührt. Und weiterführende Aspekte können mit weiteren Übungen in Verbindung mit dem Atem ebenfalls trainiert werden.
Für die Beobachtung des Atems braucht es also nicht viel. Finde heraus, wo der Atem gut wahrnehmbar ist und lenke dann deine Aufmerksamkeit auf diese Körperregion und verweile dort.
Schriftliche Anleitung: Atem beobachten
- Nimm Dir zuerst einen Moment Zeit, um eine entspannte Körperhaltung einzunehmen und „anzukommen“. Nimm wahr wie Du sitzt, wo Du die Sitzfläche berührst und wie die Füße den Boden berühren.
- Richte Dich auf, Den Kopfe gerade, das Kinn etwas nach hinten. Lade Entspannung ein, in dem Du die Schulter nach hinten und unten sinken lässt (dazu kannst Du sie erst anheben dann "fallen" lassen.
- Schließe die Augen oder lasse sie halb geöffnet auf einem Punkt schräg vor Dir auf dem Boden ruhen.
- Wende Deine Aufmerksamkeit nun Deinem Atem zu. Dazu kannst Du zuerst rausfinden, wo den Atem besonders gut wahrnehmen kannst. z.B. an der Nase, am Brustkorb oder Bauchraum. Du kannst die Bewegungen in Deinem Körper , die mit dem Atem verbunden sind wahrnehmen.
- Richte z.B. die Deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen im Bauchbereich. Spüre, wie sich die Bauchdecke beim Einatmen leicht hebt und beim Ausatmen wieder senkt. Versuche Deine ganze Aufmerksamkeit auf die Empfindungen der Atembewegung zu richten und Deinen Atem so kontinuierlich wie möglich zu beobachten.
- Beobachte den Atem, ohne den Fluss des Atems willkürlich zu beeinflussen. Jeder Atemzug kommt und geht von ganz allein.
- Die Beobachtung des Atems kann dabei z.B. durch Zählen 1,2.. oder mit den Worten Ein/Aus unterstützt werden.
- Sollte Deine Aufmerksamkeit einmal abschweifen, so nimm dieses wahr und kehre dann mit der Aufmerksamkeit wieder sanft zur Beobachtung des Atems zurück. Versuche, ohne Umwege mit der Aufmerksamkeit wieder zum Atem zurückzukehren. Und jeder Moment, in dem wahr nimmst , dass Du nicht mehr beim Atem bist ist ein Moment der Achtsamkeit. Wahrscheinlich passiert, das mehr als einmal und es ist Teil der Übung.
- Du kannst diese Übung in beliebiger Länge durchführen. Fange vielleicht mit 5 Minuten an (die gesprochen Anleitung dauert 12 Minuten) . K
- Kehren zum Abschluss der Übung mit Deiner Aufmerksamkeit wieder in den Raum zurück und öffne in Deinem Tempo Deine Augen.
- Es kann hilfreich sein, nach der Übung die Hände zu aneinander zu reiben und mit "energitisierten" Handflächen über das Gesicht, den Nackenbereich oder Brust und Bauchbereich zu streichen.
Variation: Gerade zu Beginn der Achtsamkeitspraxis kann es hilfreich sein, die Handflächen auf den Unterbauch zu legen. Dies ermöglicht eine deutlichere Wahrnehmung der Atembewegungen. Weiter intensivieren lässt sich dieser Effekt noch, wenn Du ausatmend die Hände ein wenig fester auf den Unterbauch drückst (also das Ausströmen der Luft aus dem Körper unterstützt) und einatmend die Hände ein wenig mehr lockerst (also der einströmenden Luft Platz verschaffst). Wenn Du die Hände nicht mit zur Hilfe nehmen willst, so lassen sie ineinander gelegt im Schoß oder auf Deinen Knien/Oberschenkel ruhen.