Rudolf Bahro: 3 Ideen für die gesellschaftliche Transformation

Rudolf Bahro war ein bedeutender Vordenker der sozialökologischen Transformation: 1990 gründete er an der Humboldt Universität Berlin das Institut für Sozialökologie und hielt dazu eine sehr nachgefragte Ringvorlesung. In den 1970ern kritisierte er das heuchlerische System der DDR mit bedeutsamer öffentlicher Wirkung: er kam in den Stasi-Knast in Bautzen, dagegen gab es europaweite Proteste, sein heimlich in der BRD veröffentlichtes Werk »Die Alternative« verkaufte sich 500.000 mal, er kam auf politischen Druck frei, gründete die Grünen-Partei mit und verprellte so ziemlich alle politischen Strömungen als zu halbherzig. Ein paar seiner Ideen sind auch heute noch sehr relevant.

Überschüssiges Bewusstsein: die Menschen in unserer Gesellschaft hätten nach der Erfüllung der (klein)bürgerlichen Bedürfnisse noch eine Restmenge an Bewusstsein für größere Ideen, für Utopien und eine glücklichere Gesellschaft und ein Leben im Einklang mit der Natur.

Unsichtbare Kirche: die spirituelle Dimension sei entscheidend für eine nachhaltige positive Gestaltung der Gesellschaft. Dabei sei die inneren Dimension wichtiger als die Manifestation im Außen, sodass diese Religion der Transformation zu einer unsichtbaren Kirche würde.

Fürsten der Wende: Rudolf Bahro sagte, unsere heutige Zeit brauche nicht einen Jesus und Buddha – sondern 1 Million Jesus‘ und Buddhas. Damit meinte er wohl, dass der Durchbruch des Bewusstseins zu Transzendenz, ökologischem System-Denken und Liebe von möglichst vielen Menschen getragen werden solle. Damit würde auf einer breiten Menge die Subalternität, d.h. die Klassenunterschiede und Untertänigkeit der Masse leichter überwunden.