21st Century Skills [Grundausbildung für die Menschheit]

Die 21st Century Skills bilden das Kompetenz-Paket für uns Erdenbewohner, um im 21. Jahrhundert erfolgreich die komplexen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen – und sich persönlich immer wieder erfolgreich zu behaupten.

Neu: Wir bieten seit 2021 Online-Kurse rund um die 21st Century Skills, in denen du nach Anleitung gezielt diese Kompetenzen für dich selbst oder dein Team entwickeln kannst.

Seit den frühen 1980er Jahren haben staatliche, akademische, gemeinnützige und Unternehmenseinheiten umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um die wichtigsten persönlichen und akademischen Fähigkeiten und Kompetenzen zu ermitteln, die sie für die aktuelle und nächste Generation als erforderlich erachteten. Die Identifizierung und Umsetzung von Kompetenzen des 21. Jahrhunderts ( = 21st Century Skills) in Bildung und am Arbeitsplatz begann in den Vereinigten Staaten und verbreitete sich über internationale Organisationen wie APEC und die OECD.

Lernkompetenzen – 4C’s 21st Century Skills

Besonders bekannt sind die vier Lernkompetenzen als die 4 C’s, hier findest du die Übersicht in deutsch und englisch:

4 Cs of 21st Century Skills (english)

4 Ks der 21st Century Skills (deutsch)

Creativity

Critical Thinking

Communication

Collaboration

Kreativität

kritisches Denken

Kommunikation

Kollaboration

Liste & Übersicht: Alle 21st Century Skills

Neben den 4 C Lernkompetenzen gibt es noch Digitale und Lebenskompetenzen. Hier ist die ausführliche Liste mit kurzen Verweisen dazu.

21st Century Skills - Schulentwicklungs-Trends

Lernkompetenzen: Was bedeuten die 4 Ks der 21st Century Skills genau?

Früher waren nur Künstler und Genies kreativ. Heute ist Kreativität eine gewünschte Kompetenz in vielen Berufen. Digitalisierung und Automatisierung können viele Jobs überflüssig machen, während Kreativität eine sehr hohe menschliche Kompetenz ist, die schwerlich durch Roboter ersetzt werden kann.

  • Kollaboration / Zusammenarbeit: Teamentwicklung & Team-Building, systemisches Konsensieren, Gruppendynamiken aushalten und moderieren
  • Kommunikation: Fragen stellen und Fragetechniken nutzen, aktiv zuhören, Gewaltfreie Kommunikation, Verhandeln, Gesprächsführung, Moderation, dafür auch
    Konflikt-Lösung: Konflikte wahrnehmen, ansprechen, mediieren und nutzen für zukünftige Weiterentwicklung der Gruppe

Lebenskompetenzen in den 21st Century Skills

  • Produktivität z.B. durch OKRs, 7 Wege der Effektivität, Getting-Things-Done
  • Führung: Pacing & Leading, Coaching, Vorbild sein, Menschen inspirieren (z.B. mit Fragen zur Visionsfindung)
  • Initiative: eigene Ideen haben, Gespräche anstoßen, Netzwerken, Gruppen zusammenbringen, Prototyping, Fehlerfreundlichkeit
  • Soziale Fähigkeiten: Achtsamkeit & Mitgefühl, Selbstwahrnehmung & Fremdwahrnehmung, Beziehungskompetenz, Gruppen anleiten (mehr dazu unter Facilitation-Kompetenz)

Digitale Kompetenzen

Viele digitalen Kompetenzen eignen sich viele intelligente junge Menschen alleine an. Dennoch gibt es einige komplexere Fähigkeiten (Programmierung, gesunder Umgang, Datensicherheit), die sich nicht von alleine erlernen. Was ist relevant? Was ist vertrauenswürdig? Wie finde ich fundierte Quellen? Was ist wahr?

  • Informationskompetenz: dies bedeutet einerseits den alltäglichen Umgang mit Informationen, andererseits die Verarbeitung von Informationen im Sinne der Informationstheorie.
  • Medienkompetenz
  • Technologiekompetenz
  • Flexibilität: diese entsteht vor allem durch eine Vielzahl von Ressourcen, Methoden und Heuristiken, zwischen denen eine Person wählen kann.

Kritik, Definition und Ergänzung der 21st Century Skills

Die obige Tabelle zeigt natürlich nur eine mögliche Komposition von vielen. Eine Schwierigkeit und Kritik an dem Konzept ist, dass sich viele Kompetenzen nicht gut voneinander abgrenzen lassen und nicht klar definiert sind. Je nach Kontext (Schule, Unternehmen, Wissenschaft, Industrie) und je nach Entwicklungsgrad und Kultur hat z.B. Kommunikation viele unterschiedliche Bedeutungen.

Definition: 21st Century Skills als psychologisches Survival Training für Menschen und Organisationen

Wichtig ist vor allem die Einordnung in den Rahmen:

Definition: 21st Century Skills sind die Fähigkeiten, die Menschen und Organisationen brauchen, um die komplexen Herausforderungen im 21. Jahrhundert zu überleben, gesund zu verarbeiten und im besten Fall mit Freude und Erfolg zu meistern.

Weitere 21st Century Skills

21st Century Skills - Beziehungskompetenz - Facilitation - Selbstcoaching

Folgende Kompetenzen lassen sich entweder aus der OECD-Tabelle neu kombinieren oder aus der Definition ableiten:

  • Beziehungskompetenz: Gesunde achtsame und stabile menschliche Bindungen aufbauen und kultivieren
  • Facilitation-Kompetenz: Gruppenprozesse begleiten und moderieren hin zur Auflösung von Spannungen und der Verwirklichung ihres Sinns
  • Selbstcoaching: Die Fähigkeit, sich selbst weiterzuentwickeln für die Verwirklichung der persönlichen Ziele und die Auflösung von Spannungen

Design Thinking als Paket für 21st Century Skills

Design-Thinking-Prozess-6-Phasen-Produktentwicklung-Kreativität 21st Century Skills

Ein besonders hippes Paket für 21st Century Skills bietet Design Thinking – ein auf Empathie basierender Innovationsansatz für Teams. Es besteht einerseits aus einem Innovationsprozess mit Kommunikations- und Kreativititätstechniken, andererseits aus Arbeitsprinzipien und kulturellen Ansätzen für elegante Teamarbeit.

Insbesondere enthält Design Thinking folgende 21st Century Skills:

Design Thinking Kompetenzen - unternehmen-produktentwicklung-organisationsentwicklung-marketing

  • Kreativität durch einen strukturierten Prozess
  • Kommunikation und Kollaboration durch die Team-Rituale und Kommunikationsprinzipien und die Methoden, die gut im Team angewandt werden können

Kritisches Denken wird in der DT-Realität oft vernachlässigt, kann aber gut im 1. Schritt „Verstehen“ angewandt werden – und sollte auch, wenn es richtig gemacht wird.

Du kannst bei uns Design Thinking spielerisch und fundiert lernen im Online-Kurs »Design Thinking Practitioner« mit einer möglichen Weiterführung zum Design Thinking Trainer, sowie im Offenen Workshop „Systemisches Design Thinking“

Design Thinking Kompetenzen

  • Agilität: Fehlertoleranz, Empirisches Arbeiten, Iterativität, Ziel-Management, Optimierung
  • Creative Confidence: Mut, Neugier, Kreativitätstechniken, Selbstbewusstsein, Heuristiken (Asse im Ärmel)
  • Beziehungskompetenz: Empathie, Feedback, Konfliktlösung, Wertschätzung, Integration

 

 

Möchtest du 21st Century Skills und Design Thinking Kompetenzen lernen?

Schreib uns oder komm ins Seminar „Systemisches Design Thinking“, wo wir ein prägnantes Format entwickeln haben, um innerhalb von 2 Tagen 21st Century Skill zu erleben, praktizieren und damit Herausforderungen zu lösen.

Außerdem bieten wir seit 2021 Online-Kurse rund um die 21st Century Skills, in denen du nach Anleitung gezielt diese Kompetenzen für dich selbst oder dein Team entwickeln kannst!

 

Wissenschaftliches Fundament und empirische Belegen für die 21st Century Skills

Eine direkte empirische Untersuchung der 21st Century Skills ist mir bisher nicht bekannt. Allerdings bietet die größte Forschungsarbeit über Lernerfolg gute Indizien:
Die Hattie-Studie [2] fand in einer großen Meta-Analyse von Lernstudien u.a. folgende Erfolgsfaktoren für Lernen in Schulen. Diese sind natürlich nicht 1:1 übertragbar für Erwachsenenbildung, aber die grundsätzliche Bedeutung der Faktoren dürfte erhalten bleiben.

Hattie-Studie-Lehrer-Lernerfolg-Faktoren-Rating-Lernen-Trainer-Coaches-Erfolg-Was ist wichtig

  1. Feedback, allgemein 0,73
    der SuS an sich selbst (Selbsteinschätzung) 1,44
    von Lehrende an Lehrende (Micro-Teaching) 0,88
    über den Unterricht (Evalutation) 0,9
  2. Klarheit der Lehrperson 0,75
  3. Lehrer-Schüler-Beziehung 0,72
  4. Kreativitätsförderung 0,65
    Problemlösen 0,61

Zur Erklärung: die Hattie-Studie hat insgesamt 252 Einflussgrößen gewertet, der durchschnittliche Effekt lag bei 0,4. Alle Faktoren stärker als 0,4 gelten damit als besonders wirksam.
Zum Vergleich: schulunabhängige Faktoren wie der sozioökonomischer Status (0,57) erwiesen sich als deutlich ausschlaggebender als viele allgemeine Schulfaktoren (Hausaufgaben 0,29, Inklusion 0,29, Klassengröße 0,21).

Mindestens so überzeugend ist aber eine deduktive Herleitung: Was brauchen die Menschen, um kollektiv die großen Probleme unserer Zeit lösen zu können, wie Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit, ökologische Übernutzung der Erde, Bullshit Jobs und gehäufte psychologische Krisen?

 

Quellen und Literatur über 21st Century Skills

[1] Chui, Michael, James Manyika, and Mehdi Miremadi. „Where machines could replace humans—and where they can’t (yet).“ McKinsey Quarterly 30.2 (2016): 1-9.

[2] Hattie, John (2009): Visible Learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement. London.

[3] Bellanca, J. & Brandt, R. (2010) (Eds.). 21st Century Skills: Rethinking How Students Learn. Bloomington, IN: Solution Tree.


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