- Circle of Control (Kontrolle)
- Circle of Influence (Einfluss)
- Circle of Concern (Sorge)
Mit 3. verschwenden wir nur Energie,
1. ist uns bereits sicher,
wir sollten also möglichst viel Kapazität auf 2. richten, um unsere Sicherheit zu erhalten und unseren Einfluss sinnvoll auszubauen.
Heutzutage würde man von Selbstwirksamkeit sprechen: Fokussiere dich auf Aktivitäten, in denen du durch dein Verhalten eine Wirksamkeit erlebst. Wenn du dich darauf konzentrierst, kannst du Flow erleben. Wenn du Ziele und Träume hast, die zu groß sind, und du stattdessen drohst zu frustrieren – dann passe deine Zwischenziele an, sodass du sie eine für dich angenehme Herausforderung darstellen.
In diesem Artikel skizziere ich ein paar verschiedene Perspektiven auf Stephen Coveys berühmten Circle of Influence, welches er in den 80er Jahren veröffentlichte, und bette es ein heutige Modelle aus Management und Psychologie, die es sinnvoll erweitern.

Nutzen der Methode »Circle of Influence«
Der »Kreis der Beeinflussung« hilft, die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen, um die Dinge zu beeinflussen, die für den eigenen Erfolg und die Ziele der Organisation von Bedeutung sind.
Das Konzept basiert auf der Tatsache, dass wir nie auf alle Aspekte unseres Arbeitsumfeldes Macht und Kontrolle haben können. Stattdessen haben wir einen „Circle of Influence“, der aus den Bereichen besteht, in denen wir tatsächlich Einfluss nehmen können: dies sind vor allem unsere eigenen
- Gedanken,
- Gefühle,
- Verhaltensweisen und
- Entscheidungen,
- sowie die Beziehungen und Interaktionen, die wir mit anderen Personen im Arbeitsumfeld haben, insbesondere deren
- Vertrauen und
- Unterstützung.
Um den Kreis der Beeinflussung im Arbeitsumfeld effektiv nutzen zu können, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, welche Bereiche man tatsächlich beeinflussen kann und sich auf diese Bereiche zu konzentrieren. Dabei kann es hilfreich sein, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und realistische Ziele zu setzen. Auch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit anderen im Arbeitsumfeld können wichtig sein.
10 Möglichkeiten, um den eigenen Einflussbereich in einer Organisation zu erweitern
- Andere Mitarbeiter kennenlernen, ihnen bei der Verwirklichung ihrer Ziele helfen, um ein gutes Netzwerk aufzubauen.
- Verstehen, wer die Entscheidungsträger sind und wie man ihnen am besten seine Ideen vorstellen kann.
- Sich als Führungspersönlichkeit etablieren, indem man Verantwortung übernimmt und erfolgreich Projekte leitet.
- Sich als Experte in einem bestimmten Bereich positionieren, indem man Fachwissen teilt und sich fortbildet.
- Offen für neue Ideen und Perspektiven sein, um die Meinungen anderer zu berücksichtigen und von ihnen zu lernen.
- Ein gutes Verhältnis zu Kollegen aufbauen, indem man ihnen zuhört und ihre Bedürfnisse versteht.
- Sich für die Belange der Organisation engagieren und sich für positive Veränderungen einsetzen.
- Kommunikationsfähigkeiten verbessern, um Ideen klar und überzeugend zu vermitteln – dafür gezielt Feedback suchen.
- Eine positive Arbeitsethik vorleben und sich als verlässliches und engagiertes Teammitglied erweisen.
- Kooperationsbereitschaft zeigen und bereit sein, mit anderen zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Reframings, um den Circle of Influence zu nutzen
| Blockierender Glaubenssatz | Reframing |
| Ich bin machtlos | Ich kann beeinflussen,wie ich auf die Situation reagiere und worauf ich meine Aufmerksamkeit lenke |
| Ich will Kontrolle | Ich nutze den Einfluss, den ich habe |
| Andere sollen meine Meinung teilen | Ich wertschätze mein Umfeld und vereinbare gegenseitige Unterstützung |
Letztlich geht es immer um das Finden von Selbstwirksamkeit, daher schauen wir als nächstes an, wie man Herausforderungen größer oder kleiner macht, sodass man in seinem Circle of Influence bleibt. Dafür nehme ich einen Auszug aus dem Text zum Selbstwirksamkeits-Training:
Herausforderungs-Level wählen
Die folgende Tabelle zeigt 5 Stufen der Herausforderung: von langweilig leicht bis überfordernd. Für ein Selbstwirksamkeitstraining fangen wir leicht an und suchen dann nach angenehm fordernden Tätigkeiten, sodass ein Flow von Herausforderung und erfolgreicher Bewältigung entsteht.

Ob eine Tätigkeit langweilig oder überfordernd ist, hängt natürlich stark von der Person und ihren bisherigen Ressourcen und Kompetenzen ab. Hier ein paar typische Herauforderungen:
Einfache Herausforderung: 3 Minuten Bewegung
Finde eine für dich einfache Form der Bewegung und führe sie 3 Minuten lang aus, zum Beispiel durch Gehen, zu Radiomusik tanzen, den Körper ausschütteln, Radfahren oder Bewegung an einem Fitness-Gerät.
Mittlere Herausforderung: Regal aufräumen
Notwenige Ressourcen, um ein Regal aufzuräumen:
- Geduld,
- genug Verstauraum,
- eine Sortierstruktur (wo ist ein Ort für welchen Gegenstand, was wird aussortiert) und
- Möglichkeiten, um Dinge loszuwerden (verkaufen, verschenken, wegwerfen),
Je nach Grad der Unordnung kann mit ein paar einfachen Handgriffen die Herausforderung bewältigt werden – oder es wird ein mehrtägiges Unterfangen, an dessen Ende vielleicht eine neue Raumordnung mit neuen Möbeln steht… mehr dazu in Ordnung halten: 3 Prinzipien zum Aussortieren und Ordnen.
Schwierige Herausforderung: Weltformel.
Albert Einstein und viele andere Wissenschaftler wählten die Herausforderung eine Weltformel zu finden – eine Formel, die alle physikalischen Gesetze vereint – und scheiterten. Manche Herausforderungen sind eben sehr komplex und anspruchsvoll – oder auch unmöglich. Letztlich hat es auch noch kein Alchemist geschafft, den Stein der Weisen zu erschaffen und den Tod zu überwinden.
3-Schritt-Schleife zum Finden von Selbstwirksamkeit
- Herausforderung wählen,
- Lösungsversuch, dafür ggf. nützliche Ressourcen aktivieren (durch Methoden, Werkzeuge, oder das Bitten um Hilfe, Suchen nach Anleitung).
- Herausforderung größer oder kleiner machen, sodass sie angenehm wird.
Ob die Herausforderung nach den 3 Schritten gelöst ist oder nicht, bleibt hier offen und abhängig von der konkreten Herausforderung. Der Schritt 3. läuft so lange, wie die Person mit aktivierten Ressourcen sich der Herausforderungs-Lösung stellen kann.
Theorie zur Selbstwirksamkeit: Flow-Erlebnisse
Es ist für die persönliche Selbstwirksamkeit egal, ob die gewählten Herausforderungen für andere Menschen leicht oder schwer ist. Es zählt einzig und allein, dass sie für dich einen Flow ermöglichen – und damit in deinem Circle of Influence liegen.

Ein Flow-Erlebnis tritt ein, wenn du Tätigkeiten folgst, bei denen der Anspruch deinem vorhandenen Kompetenz-Level entspricht. Kompetenzen sind innere Ressourcen, die es ermöglichen auch äußere Ressourcen zu nutzen, um eine Herausforderung zu lösen.
Ziel ist es nun, stets diejenigen Herausforderungen zu wählen, die du mit den vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen so bewältigen kannst, dass du dich dabei anstrengen musst, aber nicht überfordert bist, und die Tätigkeit im besten Fall bewusst genießen kann.
Gelassenheits-Gebet
Gott gebe mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Der Circle of Influence in Stephen Coveys »7 Wegen zur Effektivität“
Der Circle of Influence stammt aus den 7 Wege der Effektivität nach Stephen Covey (engl.: 7 habits of highly effective people). Sie verdeutlichen sein 1. Prinzip „Proaktiv sein“ und ermutigen, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst beeinflussen und gestalten kann. Hier sind die 7 Wege als Übersicht: 
- Proaktiv sein: hier ist der Circle of Influence verankert
- Am Anfang das Ende im Sinn haben: Entwickle eine Vision, Stephen Covey arbeitet hier mit seiner berühmten Beerdigungs-Meditation
- Das wichtigste zuerst tun: Covey nutzt zur Verdeutlichung die Eisenhower Matrix
- Win-Win-Denken – würde ich didaktisch lieber zusammenlegen mit dem nächsten Prinip:
- Synergien schaffen: für Win-Win und Synergien sind Reframing-Techinken entscheidend
- Erst verstehen, dann verstanden werden – hier würde man heutzutage Aktives Zuhören und Gewaltfreie Kommunikation empfehlen
- Die Säge schärfen: Erholung, Resilienz, Achtsamkeit, Selbstregulation und Selbstfürsorge
Inspirierende Geschichten
… zum Umgang mit Macht bzw. Machtlosigkeit und dem „Circle of Influence“. Sie sollen vor allem metaphorisch das Prinzip illustrieren.
- Der Tiger und die Schlange
- Die Mäuschen in der Sahne
1. Der Tiger und die Schlange
Es war einmal ein Mann, der von einem Tiger verfolgt wurde. In seiner Panik rannte er, so schnell er konnte, und fiel dabei in ein größeres Erdloch. Er konnte sich dort an einem großen Ast festhalten – und sah vor Schreck, dass am Boden eine riesige Schlange hauste.
Der Mann war verängstigt und wusste nicht, was er tun sollte. Er konnte nicht aus dem Brunnen klettern, weil oben ein Tiger wartete, und er konnte auch nicht tiefer in den Brunnen hinabsteigen, weil die Schlange angreifen würde.
Als ob dies nicht genug wäre, entdeckte er ein Bienennest in dem Ast, an dem er hing und sah Bienen, die ausstrebten, und ihn auch noch anzugreifen.
Was würdest du nun tun an seiner Stelle?
Der Mann konzentrierte sich auf den Honig – und hatte so noch eine letzte kleine Freude von seinem Tod. Als der Tiger sich über ihn beugte, griffen die Bienen den Tiger an – welcher dadurch hektisch wurde. Der Tiger fiel in das Erdloch – und erschlug die Schlange.
So konnte der Mann aus dem Loch klettern, gestärkt durch leckeren Honig.
2. Die zwei Mäuschen in der Sahne
Zwei Mäuse fielen in einen Eimer voller Sahne. Sie schwammen und schwammen, aber sie konnten nicht herauskommen. Die Eine Maus gab auf und ertrank. Die andere Maus aber dachte, „Ich will zumindest so lange atmen wie ich kann und strample mich an die Oberfläche, sodass ich noch ein paar Momente genießen und an die schönen Momente meines Lebens denken kann.“ Durch das Strampeln wurde die Sahne über die Zeit fest – sodass das Mäuschen nach oben krabbeln und entkommen konnte.