Dragon Dreaming

Beim Dragon Dreaming geht es darum, nachhaltige und kreative Projekte in der Gruppe umzusetzen und gesteckte Ziele zu erreichen. Der spielerische Ablauf vom

  1. Träumen über
  2. Planen und
  3. Handeln bis zum
  4. Feiern der Erfolge

Diese einfache Benennung der Schritte macht die Methode für viele Menschen einfach zugänglich und bietet eine hohe Flexibilität.

Die Vision des Dragon Dreaming

Das Dragon Dreaming basiert auf der Annahme einer kollektiven Intelligenz, die Visionen in gemeinsamer Arbeit zur Realität verhilft. Träume können wahr werden, das ist der Grundgedanke des Dragon Dreaming. Aus den Visionen der einzelnen Teilnehmer wird im Austausch ein konkreter Plan entwickelt und umgesetzt.
Dabei konzentriert sich die Methode auf gemeinschaftliche, nachhaltige und kreative Projekte.

Dragon Dreaming basiert auf drei Werten und Anliegen:

  1. Dienst an der Erde – fördere Lebendigkeit und Vielfalt in dir selbst, deinem Team und in der ganzen Welt.
  2. Persönliches Wachstum – verlasse deine Komfortzone, lerne neue Seiten an dir kennen und erlerne neue Fähigkeiten.
  3. Gemeinschaftsbildung – lerne über Kommunikation und Wertschätzung deinem Team zu vertrauen.

Entwickelt wurde das Dragon Dreaming von dem Australier John Croft und seiner Frau. Auf der Suche nach neuen Methoden, wie Menschen ihre Umwelt und ihr Umfeld positiver gestalten können, ließen sie sich von den Weisheiten der Aborigines ebenso inspirieren, wie von Tiefen- oder Chaostheorie. Dragon Dreaming weist starke Ähnlichkeiten mit anderen Innovationsmethoden auf wie Design Thinking oder Theory U.

Die Phasen des Dragon Dreaming

Am Anfang steht das Kennenlernen des Teams. Jede Stimme wird gehört, jeder kann seine Stärken einbringen, aber auch Neues erlernen. In der Vorstellung sollen die Fähigkeiten und die Kreativität jedes einzelnen zum Vorschein gebracht, offensichtliche und versteckte Talente entdeckt werden. Dazu wird im Dragon Dreaming auch gern eine Meditation zum „tiefen Zuhören“ (Pinkarri in der Sprache der Aborigines, https://dragondreaming.org/wp-content/uploads/2020/01/DragonDreaming_eBook_german_V02.09.pdf) eingesetzt.
Die gemeinschaftlichen und individuellen Kernziele des Workshops werden definiert, zum Beispiel die Entwicklung eines Produktes oder die Planung eines Events.

Träumen

Im Traumkreis teilt jeder seinen Traum vom Kernziel, ohne Einschränkungen, Wertungen oder Kompromisse. Je mehr die Gruppe dabei loslassen, lachen und sich freuen kann, umso besser. Denn: „Wenn es keinen Spaß macht, ist es nicht nachhaltig“! Auf diese Weise können neue Ideen und Wege für eine Projektumsetzung entstehen, die sich in einem klassischen Meeting niemand auszusprechen getraut hätte.

Planen

Die Träume werden weiter definiert, es werden Ziele und Zwischenziele festgelegt und der mögliche Weg dorthin beleuchtet. Daraus ergeben sich Abenteuer, Aufgaben die angegangen werden müssen. Dabei bleibt der Weg zu jedem Zeitpunkt spielerisch. Der Ablauf wird zeichnerisch im sogenannten „Karabirrdt“ festgehalten und kann während des gesamten Prozesses immer wieder angepasst werden. Alle im Brainstorming gesammelten Abenteuer werden im Karrabirrdt einer der vier Phasen zugeordnet und intuitiv mit Kreisen und Linien verbunden. Je mehr Linien und Kreise eine Aufgabe aufweist, umso eher handelt es sich dabei um einen Meilenstein im Projekt.

Handeln

Die Theorie steht, jetzt beginnt die Praxis. Dazu gehört eine gehörige Portion Mut, trau dich einfach und leg los. In ständiger Kommunikation mit dem Team soll der Traum Wirklichkeit werden. Dabei hält Dragon Dreaming dich mit 12 Fragen auf Kurs, in denen die erhofften Ziele und Abenteuer, aber auch die Motivationen und Schwierigkeiten abgefragt werden

Feiern

Das Ziel ist erreicht, in der Regel wendet man sich nun dem nächsten Projekt zu. Im Dragon Dreaming dagegen ist nun die wichtigste Phase erreicht: Feiert euren Erfolg. Jetzt geht es darum, sich gemeinsam zu besinnen, dankbar zu sein und Leistungen anzuerkennen.

Jeder kann sich seinem Drachen stellen

Das Dragon Dreaming ist offen für alle, die auf innovative und verspielte Weise ihren Zielen näher kommen möchten. Es eignet sich für alle Gruppen mit gemeinsamen Anliegen oder Aufgaben.

Anwendungen Dragon Dreaming

Die Methode eignet sich für die Entwicklung von Ideen, Visionen und Zielen in der Gruppe, wenn das Vorhaben noch recht offen ist, z.B. für:

  • die Konzipierung eines neuen Projekts
  • Kick-Off-Phasen
  • Gemeinschaftsbildung (Community Building)
  • Entwicklung von Ideen, z.B. für ein sinn-stiftendes Unternehmen, einen Verein oder eine Stiftung
  • öffentliche Projekte mit Bürgerbeteiligung
  • offene Entwicklungsvorhaben
  • Inspiration in einem eher konventionellen Projekt, um frischen Wind reinzubringen und den Geist zu öffnen
  • Psychologen und Trainer für die Arbeit mit ihren Patienten und Klienten nutzen

Aufgrund des eher groben Aufbaus eignet sich die Methode nicht so gut für die konkrete Projektplanung, die kontinuierliche Umsetzung oder sehr detaillierte Vorhaben – dann sollten dafür besser definierte Methoden eingesetzt werden (Projektmanagement, Scrum, OKRs …).

Archtypische Sprache

Der Titel und die Suggestinen, stelle dich deinem Drachen, benutzen eine archetypische Sprache und erinnern damit an die Ansätze C. G. Jungs. Die Heldenreise nach Joseph Campbell benutzt ebenso den Drachen als Motiv für den Endgegner in einer Phase der psychologischen Entwicklung.