Das Modell des Drittmittel-Trichters hilft beim Verständnis der Entstehung von Drittmittel-Projekten, und gliedert die Entstehung in 5 Phasen:
- Ideenaustausch,
- Beutegemeinschaft bilden,
- Drittmittel-Antrag skizzieren und qualifizieren,
- Bewilligung des Antrags,
- Verstetigung der Förderung.

Hochschulen und Forschungsinstitute haben auf dem Weg durch den Drittmittel-Trichter mehrere Bottlenecks. Um diese zu lösen, lohnt es sich, eine aktive Rolle zu schaffen, die die Wissenschaftler durch den Akquise-Prozess „coacht“.
Drittmittel-Agenten
Um den Prozess der Drittmittel-Akquise voranzubringen, ist vor allem die Koordination der unterschiedlichen Projektpartner wichtig, d. h. von unterschiedlichen Hochschulen, Instituten, Professoren, Wirtschaftspartnern.
Dieser Prozess kann sehr zäh sein, da die unterschiedlichen Interessen widersprüchlich sein können und die Egos stark, zudem kaum Kapazitäten vor regelmäßige Koordination vorhanden sind, solange noch keine Drittmittel dafür fließen.
Deswegen braucht eine Rolle, die den Prozess unterstützt von der Vernetzung über die Ideenentwicklung bis hin zur erfolgreichen Durchführung des Forschungsprojekts. Bei einem erfolgreich akquirierten Projekt heißt diese Rolle oft Projektkoordinator. Jedoch braucht vor allem auch die Anbahnungsphase (Phase 1-3 im Trichter) eines neuen Projekts Unterstützung in der Moderation und Koordination. Daher lohnt es sich, diese Fähigkeiten besonders zu schulen.

Komponenten der Ausbildung von Drittmittel-Agenten
Die wichtigsten Kompetenzen, die durch die Ausbildung von Drittmittel-Agenten ausgebildet werden, sind:
- Verständnis der Förderlogiken von EU, DFG, Bund etc., dazu auch Förderrecht, ggf. Finanzplanung,
- Drittmittelantrag schreiben,
- Moderationsfähigkeiten, vor allem für
- Ideenfindung,
- Selbstorganisation, insb. Entscheidungsfindung, Verantwortlichkeiten verteilen,
- Widerstands-Integration,
- Konfliktlösung,
- Projektmanagement, Scrum,
- Kommunikationstechniken,
- Netzwerken,
- Qualitätsmanagement,
- Ko-Konzeption mit KI
Zielgruppe sind vor allem Nachwuchswissenschaftler und Personen aus dem Wissenschaftsmanagement.