Klimawandel ist ein psychologisches Problem

Klimawandel ist kein technisches Problem,
denn die ökologische Technologien sind bereits sehr gut entwickelt.

Klimawandel ist kein ökonomisches Problem,
denn es wird von nun an deutlich günstiger und profitabler, ökologische Geschäftsmodelle zu verfolgen, denn der Klimawandel könnte bald sehr teuer werden.

Klimawandel ist ein psychologisches Problem,
denn alle Lösungen sind bekannt und möglich. Trotzdem fällt es den Menschen als Kollektiv schwer, sich für die Transformation hin zu einem ökologischen Wirtschaftssystem zu entschließen und sie umzusetzen.

Klimawandel ist das Symptom einer kollektiven Neurose

Viele Raucher wissen, dass es schlecht für sie ist, zu rauchen, und nehmen sich jedes Jahr zu Silvester vor, aufzuhören. Dennoch rauchen sie weiter und ignorieren ihr Wissen, die Symptome und die guten Vorsätze, denn sie sind körperlich und emotional abhängig von der schlechten Gewohnheit. Die schlechte Gewohnheit, Rauchen, erfüllt einen Zweck, zum Beispiel Pause zu machen, sozialen Austausch zu haben, sich lebendig zu fühlen.

Diesen Zweck könnten Raucher auch ohne Zigaretten erfüllen, aber die Gewohnheit, das kurzfristige Belohnungsgefühl und die emotionale Suchtschleife hält sie am Rauchen.

Benennen wir eine solche Sucht mal Neurose, denn es ist vor allem eine Krankheit des Nervensystems, die dann andere gesundheitliche Probleme verursacht.

Genauso ist es mit dem Klimawandel:
Die gebildeten Menschen wissen, dass ihr Konsumverhalten schlecht für die Erde und die Menschheit ist, und trotzdem konsumieren sie weiter, trotz besserer Vorsätze.
Kollektiv ist die Menschheit gefangen in emotionalen Suchtschleifen, in denen sie ausbeuterischen Konsum aufrecht erhält.

Der Klimawandel ist daher aktuell Teil einer kollektiven Neurose, denn die eigentliche Krankheit findet in den Nervensystemen der Menschen statt, die Ausbeutung der Natur ist ein Symptom davon.

Neurose als Scheitern persönlichen Wachstums

Abraham Maslow hat 1971 einen Text geschrieben, “Neurose als Scheitern persönlichen Wachstums” [1]. Frei wiedergegeben schreibt er, dass sich Neurosen entwickeln, wenn Menschen sich nicht frei entwickeln können und ihre Persönlichkeit gefangen ist in einer eingeschränkten Entwicklungsstufe. Die damit verbundene Frustration ist unangenehm, wird lieber verdrängt und zum Beispiel durch Süchte betäubt.

In unserer Gesellschaft sind viele Menschen gefangen in einer beschränkten Entwicklungsstufe ihrer Persönlichkeit. Gier, ungelöste Konflikte, Mangel an Liebe & Wertschätzung, Konventionen aus Schule und Industrialisierung … es gibt viele Gründe, warum viele Menschen in unserer reichen, westlichen Gesellschaft feststecken in einem psychologisch ungesunden Leben.

Doch sich dies einzugestehen und zu fühlen kann sehr frustrieren und zunächst schmerzvoll sein. Betäubung und Flucht in Konsum sind scheinbar leichter als die Auseinandersetzung mit den echten Gefühlen, Ängsten und Sehnsüchten.

Wege aus der Neurose, Wege aus dem Klimawandel

Der Weg aus der Neurose ist auch ein Weg aus dem Klimawandel. Denn die Möglichkeiten eines ökologischen Lebens sind vorhanden und eine baldige Lösung wäre gesundheitlich sehr ratsam.
Wie also überwinden wir eine Neurose? 

Durch Therapie oder Coaching, durch Orientierung an Vorbildern oder durch politische Vorgaben?

Es gibt viele Bausteine einer erfolgreichen Transformation. Wenn es ein psychisches Problem ist, braucht es auch eine psychische Lösung. Einige er wichtigsten Bausteine sind Selbsterkenntnis, Spüren der Realität, Nutzen der eigenen Kreativität für die Entwicklung neuer Möglichkeiten. 

Es braucht dafür vor allem sichere und achtsame Beziehungen zwischen den Menschen, sodass sich die Existenzängste lösen können, die hinter Konsumsucht, Gier und Bedürftigkeit stecken. Sichere und liebevolle Beziehungen, in denen Menschen sich selbst neu erkennen und verändern können, ohne lähmende Zwänge und Ängste.

Denn erst die Geborgenheit in einer sicheren Beziehung ermöglicht das Heilen von Wunden/Verletzungen  das Entspannen der Ängste und das Freisetzen von Mut, Liebe und Kreativität.

Liebevolle Beziehungen: Überall möglich, sofort und unbegrenzt

Das beste an diesem Lösungsansatz ist: er ist jederzeit möglich, sofort, im Hier und Jetzt. Alles, was du tun musst, ist zu einer Person oder einem Lebewesen zu gehen, dich auf dieses Lebewesen einzustimmen, dir die gemeinsame Lebendigkeit bewusst zu machen und dich daran zu erinnern, dass ihr beide ohne jegliche weitere Taten einfach da sein könnt. 

Klar, da sind noch einige komplizierte Faktoren wie Krankenversicherung, Erwartungen der Eltern und Medikamentenabhängigkeiten;
aber je mehr Raum da ist für das bewusste Sein im Hier und Jetzt, desto kleiner können diese anstrengenden Themen werden und desto mehr geistiger, emotionaler und körperlicher Raum kann da sein für die pure Freude am Leben, an anderen Lebewesen und an der gemeinsamen Existenz auf diesem einzigartigen Planeten mit seinem natürlichen Reichtum.

Transformation aus dem Nichts: Fang jetzt an!

Eine ganz besonders raffinierte Variante der Lösung für den Klimawandel durch liebevolle Beziehungen besteht in der Beziehung zu einem ganz besonderen Lebewesen: dir selbst. Du kannst dich mit dir selbst verbinden, indem du deinen Atem wahrnimmst, dein Herz schlagen spürst, das Gewicht deiner Arme und Beine bemerkst und dir klar machst, dass jede Zelle deines Körpers eine Quelle des Lebens ist, deren DNA sich vermehrt und weitere gesunde Zellen erschaffen kann.

Eine Welt, in der die Menschen glücklich sein können im Hier und Jetzt kann erreicht werden, in dem die Menschen im Hier und Jetzt anfangen, sich selbst zu spüren, ihre Lebendigkeit wahrnehmen und Glück darin finden, einfach zu sein ohne irgendwelche albernen Dinge zu brauchen wie Pauschalreisen, Autos als Statussymbol oder anstrengende Management-Jobs. 

Indem du anfängst, von nun an in möglichst vielen Momenten glücklich lebendig zu sein im Hier und Jetzt, kannst du deinen CO2-Fußabdruck enorm reduzieren und ein Vorbild sein für viele Menschen. Denn Entspannung und Freude erzeugen Charisma und Menschen werden sich von dir angezogen fühlen und fragen, wie du es schaffst, so entspannt und glücklich zu sein.

Und dann können so viele Menschen entspannt anfangen, ein nachhaltigeres Gesellschaftssystem zu gestalten…

[1 ] Abraham Maslow, Farther Reaches of Human Nature. Viking Press, New York 1971.

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