5 Schritte: Leitbild entwickeln für eine erfolgreiche Organisation

Nehmen wir das Wort ernst: das Leitbild ist ein »leitendes Bild« – es gibt also allen beteiligten Personen Orientierung. Es beschreibt die Identität einer Organisation.

Das erkennst du ein gutes Leitbild:

  • alle Beteiligten lassen sich gerne davon leiten
  • es zieht die passenden Menschen an (Mitarbeiter, Kunden, Schüler, Unterstützer, Netzwerk)
  • es motiviert & inspiriert

Typische Bestandteile eines Leitbilds:

  • Werte
  • Vision
  • Purpose
  • Verhaltensweisen
  • Kultur
  • Gewohnheiten
  • Rituale

Gutes Leitbild, schlechtes Leitbild

Schlechtes Leitbild: hängt an der Wand, ist geheuchelt – schöne Worte, die nicht gelebt werden.

Gutes Leitbild: zeigt sich täglich in Taten, Worten, Entscheidungen. Nimmt Unsicherheit, gibt Orientierung für Entscheidungen. Spiegelt sich in allen Räumen, Personen, in der Atmosphäre.

Inszenierung des Leitbilds

Organisationen mit einem starken Fokus auf Kultur prägen sogar die räumliche Architektur mit ihrem Leitbild, zum Beispiel Waldorfschulen, in denen keine rechten Winkel vorkommen, oder das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, in der geistige Vernetzung durch die Anordnung der Treppen gefördert wird.

Aus Architektur, Design (Thinking) und Hypnose lassen sich Prinzipien ableiten für die gestalterische Inszenierung des Leitbilds in Architektur und Raumgestaltung:

  • Priming: eine zentrale Botschaft wird vorinszenierten Erlebnisses vorweg gestellt, zum Beispiel durch ein Kunstwerk oder an der Fassade. Hier als Beispiel das jüdische Museum in Berlin, welches durch die Einschnitte an der Fassade für die Erschütterungen des Holocaustes steht.
    19 Jüdisches Museum Berlin1 Garten des Exils1.jpg
    Von Andi CC BY-SA 3.0, Link
  • Destabilisierung: durch eine Provokation oder Irritation wird der Geist kurz destabilisiert, sodass er danach seine Ressourcen auf die Stabilisierung braucht – dadurch soll eine stärkere Aktivierung und Verknüpfung mit dem Angebot oder der Kultur geschehen. Beispiel: Die Rituale des Erwachsenwerdens in indigenen Völkern sind oft sehr erschütternd und sorgen damit zu einer starken psychischen Verankerung der Kultur und der Botschaften hinter dem Ritual („Du bist nun einer der Erwachsenen“, „Die Zugehörigkeit zur Gruppe erfordert einen Preis“, „Wenn du dies aushältst, hältst du auch die Anforderungen des Erwachsenseins aus.“)
  • Hypnoästhetische Trance, die Methode des absorbierten Bewusstseins, und 
  • Attunement, die Methode des mitreißenden Gleichklangs.

Bei allen Mechanismen wird man unterbewusst geprägt und sensibel für ein Produkt gemacht.

Anleitung: Leitbild entwickeln

  1. Stakeholder Map: Für wen ist das Leitbild? Welche Personen sollten „geleitet“ und angesprochen werden? …zur Stakeholder Map
  2. Runder Tisch: bringe die wichtigsten Entscheider und Stakeholder an einen Tisch, um sie in die Leitbild-Entwicklung einzubinden
  3. Werte- und Visionsfindung: Die Leitplanken für das Leitbild bieten Werte, Vision, Mission und neuerdings der Purpose. Elegant werden sie in der Visionspyramide arrangiert.
  4. User Stories: Definiere die »Funktionen« des Leitbilds. Eine mögliche Methode dafür bieten die sog. User Stories aus Scrum. Es reicht aber auch einfache eine Liste mit „WER erhält ORIENTIERUNG für VERHALTEN oder Entscheidung durch LEITBILD-BOTSCHAFT“.
  5. Leitbild ausgestalten: Das Leitbild ergibt sich nun daraus, dass das Bedürfnis der Stakeholder nach Orientierung für Entscheidungen und Verhalten erfüllt wird, indem sie entsprechend der Werte und Vision Antworten bekommen, wie sie sich in schwierigen Situationen und im Alltag verhalten und entscheiden sollen. Dies wird journalistisch prägnant formuliert, durch kurze knackige Sätze
    • »Wir …machen dies«
    • »Wir …machen dies nicht«
    • »Wir …gehen mit Schwierigkeit X so und so um«
    • »Wir …machen jeden Tag Y«

Populäre Beispiele für gelungene Leitbilder

Leitbild Beispiel

Rules of the Fight Club

1. You do not talk about the Fight Club
2. You are the Fightclub and you do not talk about the Fight Club
3. Someone yells stop goes limp or taps out
4. Only 2 guys to a fight
5. 1 fight at a time
6. No shirts no shoes
7. Fights go on as long as they have to
8. If this is your 1st night at the Fight Club, you have to fight