Platons Höhlengleichnis: Visuell erklärt im Scrollytelling

Beleuchten wir die wichtigen Bestandteile Platons Höhlengleichnisses. Scrolle dafür herunter um dir die Allegorie vor Augen führen zu lassen.

Wir beginnen in der Wirklichkeit. Es gibt Menschen und die Gestalten die sie seit der Kindheit kennen. Doch wie wirklich ist diese unanzweifelbare Wirklichkeit, in der sie doch alle leben?

Eine Illustration zu Platons Höhlengleichnis

Platons Höhlengleichnis

Scrolle weiter herunter, um dich durch das Höhlengleichnis führen zu lassen.

Die philosophische Heldenreise

Die Stufen des Gleichnisses weisen die Struktur oder Archetypen der Heldenreise auf:

  • ein Held (der Gefangene) der durch Zufall, Glück oder Unglück, dazu gebracht wird seine gewohnte Welt zu verlassen
  • sich dem Unbekannte, möglichen Gefahren und der Verwirrung stellen
  • ein innerer Kampf und die Veränderung der Wahrnehmung, die es ermöglicht…
  • die neue Welt und ihre Schätze zu erkennen
  • die Schwelle der Rückkehr, die Schätze uns sich selbst in bekannte Welt zurückzubringen.

[Anleitung] Eigene Wirklichkeit transzendieren

Was ist dein Ziel in der Philosophie? Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen.

Welche Möglichkeiten haben wir, um ein Stück näher an das Wirkliche zu kommen? 

Platon sieht in der Philosophie den Weg, sich von dem scheinbar Wirklichen zu lösen und das Wahre zu erkennen. Welche Fähigkeiten benötigt man, um gute Philosophie zu vertreiben, oder schlichtweg gut kritisch Denken zu können?

Hier ein paar provisorische Antworten:

  • Die Angewohnheit hochwertige Fragen stellen
  • Meta-Perspektiven einnehmen zu können. Frames zu erkennen, und Reframing zu betreiben.
  • Kontemplation: Observation und denken über das eigene Denken und Observieren.
  • Seine eigenen Annahmen, Gedanken, Glaubenssätze und Wahrnehmungen zu erkennen und hinterfragen:
  • Die eigenen kognitiven Verzerrungen (Biases) entdecken – und korrigieren. 
  • Achtsamkeit.

 

Zur obigen Visualisierung auf dieser Webseite

Das obige Scrollytelling zu Platon’s Höhlengleichnis ist eine Veranschaulichung dieser Prinzipien:

Die verschiedenen Frames ermöglichen es uns, eine Perspektive der Wirklichkeit zu sehen oder auszublenden. Selbst das Gesamtbild ist ein Frame. Also haben wir hier Frames (Teilbilder) innerhalb von einem Frame (Gesamtbild) innerhalb von Frames (Artikel, Website) innerhalb von Frames (dein Bildschirm) innerhalb von ineinander wirkende Frames und Systemen (Sprache, Technik, Geschichte, Kultur, Wissenschaft…). Willkommen im Wirrwarr, oder: im systemischen Weltbild.

Aus dieser Perspektive scheint es absurd zu fragen, welcher eine Frame der richtige und Wahre ist. Es geht vielmehr darum sich in dieser Komplexität zurechtzufinden, ohne von ihr überwältigt zu werden und sie zu verdrängen.

Entwicklungspsychologische Modelle wie Spiral Dynamics versuchen Perspektiven zu ordnen und strukturieren… Sie zeigen die Abfolge von Phasen wie Menschen ihre Welt(-modelle) konzeptualisieren und beheimaten. Modelle sind selber aber letztendlich auch bloß Frames mit gewissen Vorteilen und Nachteilen relativ zu anderen Frames (und werde z.B. von aktuellem Stand der Wissenschaft und Sprache geframed.) 

Eine kleine Aufgabe zum Abschluss

Nimm dir 3 Minuten Zeit und hinterfrage dein Weltbild:

  • Was prägt deine täglichen Gewohnheiten?
  • Wer sind die 5 Menschen, die dir am nächsten stehen – und inwiefern passen sich deine Werte und Gedanken ihnen an?
  • Wo reagierst du instinktiv auf Situationen – und wann bewusst?
Quellen: An Illustration of The Allegory of the Cave, from Plato’s Republic by 4edges, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons