Wirkt Coaching? Das sagt die Wissenschaft zur Wirksamkeit

Um eine Coaching Methode als wirksam bezeichnen zu können, sollte sie in einer randomisiert kontrollierten Studie sich gegenüber einer Vergleichsgruppe als wirksamer herausgestellt haben als der normale Placebo-Effekt. Meines Wissens ist dies für keine Form von Coaching bisher der Fall.

Heißt dies, dass es keine Wirksamkeit von Coaching gibt?
Nein, dies kann daraus nicht geschlussfolgert werden. Aber die Wirksamkeit von Coaching kann eben auch nicht einfach so wissenschaftlich behauptet werden. Dieser Artikel nähert sich der Wirksamkeit von Coaching, indem wir uns verwandte Bereiche des Coachings näher ansehen und dabei überlegen, wie man darüber Schlüsse auf die Wirksamkeit von Coaching-Verfahren ziehen kann.

Probleme bei der wissenschaftlichen Bewertung der Wirksamkeit von Coaching

  1. Wissenschaft ist langsam: Die Idee von Coaching und damit das Forschungsgebiet sind noch relativ jung und viele Coaching Methoden basieren auf der Weitergabe von Erfahrungen.
  2. Coaching ist nicht genau definiert und bezieht sich auf ein sehr breites Sammelsurium an Ideen, Ansätzen, Methoden und Theorien. Für eine saubere Wirksamkeitsforschung müssten also die Methoden, Anwendungsgebiete und Grenzen überhaupt erstmal klar definiert werden.
  3. Die menschliche Psyche ist sehr komplex: das Menschliche Gehirn und damit menschliches Verhalten, Beziehungen und persönliche oder psychologische Dynamiken sind sehr komplex – und damit schwer zu untersuchen. Es werden zur Untersuchung der Wirksamkeit von Therapie und Coaching die in der Medizin und Pharmazie bewährten Methoden zur Evidenzforschung übertragen – was nicht immer möglich ist. Bei 1 Stunde Coaching pro Woche gibt es 167 Stunden pro Woche im Leben des Coaches, in denen er nicht gecoacht wird. Es ist daher nur sehr schwer messbar, was nun die erfolgsentscheidenden Faktoren sind.
  4. Anekdotische Evidenz: Die allermeisten Behauptungen zur Wirksamkeit von Coaching basieren auf Anekdoten – und sind daher wissenschaftlich anzuzweifeln, da sie stets vermischt werden mit dem subjektiven Wünschen der Behandelnden und Behandelten. Was es bräuchte wären viele Daten über einen großen Zeitraum mit einem vergleichbaren Ansatz und einer Kontrollgruppe.
  5. Social Proof: Auch Testimonials und gute Bewertungen im Internet sind grundsätzlich eher ein Marketing-Instrument und mitnichten ein Beleg für Wirksamkeit. Sie können eingekauft worden sein, gefälscht oder statistisch selektiert nach sympathischen Exemplaren. Coaching muss aus ökonomischen Gründen nach Außen immer als erfolgreich vermarktet werden.

Wissenschaftliche Analogien: Therapie, Lernen, Hypnose und Achtsamkeit

Aber auch wenn Coaching an sich nicht sauber definiert und untersucht worden ist, können wir dennoch zurückgreifen auf andere Gebiete der menschlichen Entwicklung, die ausführlich untersucht worden sind. Hierzu zählen vor allem:

  1. Psychotherapie
  2. Pädagogik
  3. Lernen
  4. Hypnose
  5. Achtsamkeit
  6. Lebensglück

Psychotherapie

Psychotherapie existiert in moderner Form seit knapp hundert Jahren. Seitdem haben sich diverse Schulen, Theorien und Therapieansätze entwickelt, die alle einen unterschiedlichen Fokus legen. Auch die Wirksamkeit von Psychotherapie ist insgesamt schwer zu erforschen, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Deswegen kann Therapie unter den richtigen Umständen, mit dem richtigen Therapeuten und dem „richtigen“ Patient äußerst wirkungsvoll sein, und zwar langfristig. Psychotherapie kann aber auch wirkungslos sein, wenn es in irgendeiner Form Hindernisse für einen Wandel gibt.

Vermutlich gilt genau dasselbe für Coaching. Es braucht von Seiten des Klienten die Bereitschaft, sich zu ändern, von Seiten des Coachs die Fähigkeit auf das Gegenüber einzugehen und schließlich müssen Anliegen, Kompetenzen und die Umstände zusammenpassen. Als Coach ist es darum die wichtigste Aufgabe, sich um die Beziehungsqualität und die benötigten Kompetenzen zu kümmern – erst dann steigt die Wahrscheinlichkeit eines wirklich erfolgreichen Coachings.

Beziehungsqualität – einer der wichtigsten Faktoren

Als signifikantester Wirkfaktor in der Psychotherapie hat sich die Beziehungsqualität herausgestellt. Die sogenannte „therapeutische Allianz“ also das grundlegende Einvernehmen zwischen Patient und Therapeut hat sich vor psychologischer Ausrichtung als signifikantester Faktor des Erfolgs einer Psychotherapie erwiesen. [3]

Hier kann man wieder die Analogie zum Coaching ziehen, also die Beziehungsqualität zwischen Coach und Coachee. [1,2] Die Beziehung sollte vertrauensvoll, achtsam, klar und bewusst gehalten werden können. Ist diese Grundlage gegeben, hat das – neurobiologisch nachgewiesen – Einfluss auf wichtige Botenstoffe im Gehirn wie Serotonin und Oxytocin, die für das Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielen. [3] Der wesentliche Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie liegt natürlich darin, dass das Coaching für psychisch weitestgehend gesunde Menschen gedacht ist. Insofern Coaching teils andere Zielstellungen hat als Psychotherapie, ist die Analogie zwischen beiden mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestotrotz ist Beziehungsqualität gewiss immer ein wichtiger Faktor für gelingende zwischenmenschliche Kommunikation.

Helping Skills – Modell für Psychotherapie-Kompetenz

Um eine erfolgreiche Psychotherapie durchzuführen ist es von absoluter Notwendigkeit, auf die individuelle Persönlichkeit und die aktuelle Lebenssituation einzugehen, und nicht nur einfach „Schema F“ anzuwenden. Deswegen steht für die Psychotherapeutin und den Coach stets die Entwicklung dieser fundamentalen Meta-Kompetenzen im Vordergrund. Erst dann kann eine gute Beziehungsqualität hergestellt werden und darüber hinaus – was insbesondere für das Coaching wichtig ist – eine tiefgehendes Fallverstehen und Einsicht in die systemischen Zusammenhänge.

Clara Hill hat ein gut erprobtes Kompetenz-Modell für Therapeut*innen entwickelt, welches drei Kompetenzbereiche unterscheidet [4]:

  1. Explorative Fähigkeiten (z.B. Reflexionen, Anamnese, Analyse von Ursachen),
  2. Einsichtsorientierte Fähigkeiten (z.B. Interpretationen, Hypothesenbildung, gemeinsames Verständnis herstellen) und
  3. Handlungsfähigkeiten (z.B. Experimente durchführen, Konditionierung, Hausaufgaben geben)

Lernen

Um uns einer wissenschaftlichen Beurteilung des Coachings anzunähern, schauen wir jetzt aus der Sicht der Verhaltenspsychologie auf das Thema Coaching. Der große Vorteil der verhaltenspsychologischen Sichtweise ist die viel einfachere Messbarkeit und damit solidere wissenschaftliche Beurteilung. Das Beobachtbare ist das Verhalten und dieses ist immer gelernt. Darum gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Verhaltenstherapie als wohl einflussreichster Strömungen der Psychotherapie und der Idee des Lernen. Dass Menschen ihr Verhalten ändern und an die Umwelt anpassen können, basiert auf Lernprozessen und insbesondere der Konditionierung.

Definition Konditionierung: Unter Konditionierung versteht man eine Lerntheorie auf Basis eines Reiz-Reaktions-Modells. Je nach Art der Konditionierung, geht es darum durch positive oder negative Reize und dem verbundenen Lernprozess Verhaltensweisen zu beeinflussen. Konditionierung kann bei fast allen Tierarten beobachtet werden und zeugen von der Fähigkeit sich an die Umwelt anzupassen.

Damit ist auch Coaching in der Übertragung der Methoden der Verhaltenstherapie als wirksam zu vermuten, wenn es darauf basiert, dem Klienten Lernen und Verhaltensänderungen zu ermöglichen, um die vorliegenden Herausforderungen zu bewältigen. Ein gutes Coaching sollte dem Coachee Wege zeigen, wie man neue Gewohnheiten etablieren kann. Dafür ist es notwendig zu wissen, wie Konditionierungen und Gewohnheiten funktionieren. So kann man auf der Mikro-Ebene des Alltags die ersten Schritte Richtung Zielzustand implementieren.

Weitere Lernformen

Neben Konditionierung können vor allem die Prinzipien von Imitation und Sensitivierung als erfolgsversprechend angesehen werden [mit Quelle belegen]:

Imitation bedeutet Lernen durch Nachahmung – dies kann durch Vorbilder, Eltern oder eben den Coach geschehen. Der Coach übt durch sein Auftreten, Verhalten, seine Haltungen etc. also eine Vorbildfunktion aus. Wahrscheinlich gibt es wenig, was so nachhaltig ein Leben transformieren kann, als echte Inspiration durch einen selbstverwirklichten Menschen. Wenn der oder die Coachee sieht und spürt: ein glückliches, gelungenes und authentisches Leben ist möglich, machbar und real, dann wird dieser Eindruck immer Spuren hinterlassen. Die interne Spiegelung des Verhaltens anderer und der Trieb zur Imitation sitzt sehr tief und spielt schon im Säuglingsalter eine zentrale Rolle. Deswegen ist es als Coach unabdingbar permanent an seiner Selbstverwirklichung und Entfaltung zu arbeiten.

Die Rolle von Inspiration und Imitation ist wissenschaftlich wahrscheinlich ebenfalls schwer fassbar. Wir kennen es aber aus den Medien z.B. in der Speaker-Szene, den Motivationscoaches oder allgemein einflussreichen Menschen etc., die durch ihr Charisma und ihre Ausstrahlung viele Menschen zu Änderungen anregen. Und allgemein auch innerhalb von Lehrer-Schüler-Beziehungen, die schließlich in allen Wissenstraditionen eine Rolle spielen (gleich, ob es sich um Religionen oder Wissenschaft handelt). Wie fundamental das ist, kann man wissenschaftlich an Spiegelneuronen ablesen. Da Einfühlungsvermögen eine wesentliche Eigenschaft des homo sapiens (und vieler anderer Säugetiere) ist, kann man mit einiger Sicherheit sagen, dass ein erfahrener und professioneller Coach auch auf dieser Ebene wirksam ist.

Sensitivierung bedeutet die Verfeinerung der Wahrnehmungen, Reaktionen und Verhaltensbeweisen bezüglich eines Schlüsselreizes. So wird aus einer groben Kompetenz mit der Zeit durch Exposition gegenüber dem Reiz eine verfeinerte Kompetenz.

…zur Neurobiologie des Lernens.

Lernerfolg mit Hattie in Seminaren, Schulen, Universitäten

Die Hattie-Studie [1] fand in einer großen Meta-Analyse von Lernstudien u.a. folgende Erfolgsfaktoren für Lernen in Schulen. Diese sind natürlich nicht 1:1 übertragbar für Erwachsenenbildung, aber die grundsätzliche Bedeutung der Faktoren dürfte erhalten bleiben.

Hattie-Studie-Lehrer-Lernerfolg-Faktoren-Rating-Lernen-Trainer-Coaches-Erfolg-Was ist wichtig

Vorab zur Erklärung: die Hattie-Studie hat insgesamt 252 Einflussgrößen gewertet, der durchschnittliche Effekt lag bei 0,4. Alle Faktoren stärker als 0,4 gelten damit als besonders wirksam.

  1. Feedback, allgemein 0,73
    der SuS an sich selbst (Selbsteinschätzung) 1,44
    von Lehrern an Lehrer (Micro-Teaching) 0,88
    über den Unterricht (Evalutation) 0,9
  2. Haltung der Lehrperson 0,75
  3. Lehrer-Schüler-Beziehung 0,72
  4. Kreativitätsförderung 0,65
    Problemlösen 0,61

Zum Vergleich: schulunabhängige Faktoren wie der sozioökonomischer Status (0,57) erwiesen sich als deutlich ausschlaggebender als viele allgemeine Schulfaktoren (Hausaufgaben 0,29, Inklusion 0,29, Klassengröße 0,21).

Hippe wissenschaftliche Modelle: Growth Mindset und Selbstbestimmungstheorie

Hypnose (und verwandte Verfahren)

Hypnose ist ein Verfahren, dessen Wirksamkeit durch bildgebende Verfahren wissenschaftlich sehr gut belegt ist. Hypnose hat also nachweislich Auswirkung auf das Gehirn und auch Auswirkungen auf den Körper. Daher ist Hypnose seit 2006 eine offiziell anerkannte Therapieform neben Verhaltenstherapie und Psychoanalyse. Man kann damit eine ganze Bandbreite von Störungen und Krankheiten behandeln: Depression, Suchtkrankheiten, Schlafstörungen, Sprechstörungen, chronische Schmerzen. Im Rahmen des Coachings – denn der Coach ist weder Arzt noch Therapeut – kann man Hypnose daher sehr gut z.B. zur Steigerung des Selbstwertgefühls benutzen oder zum allgemeinen Stressabbau. So kann man zum Beispiel Prüfungsängste mit Hpynose wirksam behandeln. Auch negative Gewohnheiten wie die Nikotinabhängigkeit lassen sich bekanntermaßen damit durchbrechen. Dadurch ist Hypnose ein Tool mit sehr großer Bandbreite und hoher Effizienz!

Circa die Hälfte der Bevölkerung ist besonders leicht suggestibel und damit empfänglich für hypnotische Botschaften. Gerade für diese Gruppe kann es besonders hilfreich und einfach sein, etwas über die Grundlagen in der Arbeit mit dem Unbewussten zu erfahren. Das muss nicht unbedingt die Hypnose sein, sondern kann auch selbst praktiziert werden mit dem autogenen Training oder NLP (Neurolinguistisches Programmieren), wobei gerade letzteres aus wissenschaftlicher Sicht jedoch umstritten ist. Unstrittig jedoch ist, dass das Unbewusste im Coaching-Prozess immer eine Rolle spielt. Wenn der Coach gut ausgebildet und möglichst erfahren ist und mit Hypnose oder vergleichbaren Verfahren arbeitet, kann man davon ausgehen, dass so ein Coaching auch aus wissenschaftlicher Sicht wirksam ist.

Achtsamkeit und Meditation

Im Bereich Achtsamkeit und Meditation wurde in den letzten Jahrzehnten sehr viel geforscht. Dadurch ist zunächst einmal klar, dass sich rein geistiges Training tatsächlich auf die Strukturen im Gehirn auswirkt. Meditation und Achtsamkeit hinterlassen also nachweislich Effekte auf das Gehirn, die sich bei langfristiger, regelmäßiger Praxis sogar verfestigen und zu Persönlichkeitseigenschaften werden! [5] Meditation wirkt sich dabei auf verschiedene Aspekte der psychischen Gesundheit aus wie Emotionsregulation und Stimmung. [6]

Daher ist Achtsamkeit sowohl für Coaches selber ein wichtiges Mittel, um innere Ruhe und mentales Gleichgewicht zu entwickeln und zu halten. Aber auch im Coaching-Prozess kann es hilfreich sein, immer wieder Momente der bewussten Achtsamkeit zu integrieren und den Coachee aus seinem konzeptuellen, diskursiven Geist zurück in das Hier und Jetzt zu holen. Diese Präsenz ist ein integraler und notwendiger Bestandteil gelungener Kommunikation.

Erfolg und Glück im Leben

Es ist bemerkenswert, dass mir kein prägnanter Schlüsselbegriff für die Überschrift hierzu einfällt, wo es doch um das letztlich wichtigste aller Entwicklungsthemen im Leben eines Menschen geht. Die Harvard Grant Study zeigt noch einmal, dass die Beziehungsqualität ausschlaggebend ist für finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Erfolg über die Lebensspanne hinweg [2].

 

Die wichtigste Schlussfolgerung von George Vaillant lautet: „Die Wärme der Beziehungen während des gesamten Lebens hat den größten positiven Einfluss auf die ‚Lebenszufriedenheit‘ und finanziellen Erfolg“. Anders ausgedrückt, sagt Vaillant, dass die Studie zeigt: „Glück ist Liebe. Punkt.“ Die CBC berichtete, dass die Grant -Studie den Beatles Recht gibt: „All you need is love.“

Resumé zur Wirksamkeit von Coaching:

Wer als Coach die Wirksamkeit seiner Arbeit behaupten will, steht auf wackeligen Beinen – wer es dennoch tut, enttarnt sich aus oft als Scharlatan und manipulativer Verkäufer denn als seriöser Anbieter.

Als Klient und mündiger Mensch sollte kritisches Denken praktiziert werden beim Konsum von Dienstleistungen im Coaching-Bereich und hinterfragen: Sind die Behauptungen über Wirksamkeit durch eine kontrolliert-randomisierte Studie belegt? Wenn nicht, kann es streng genommen nicht als wahr angenommen werden, auch nicht durch noch so überzeugende Erfolgsberichte, da diese als subjektiv, manipuliert und statistisch unsignifikant zu befürchten sind aus wissenschaftlicher Sicht.

Dass sie Mehrheit der Menschen dies nicht hinterfragt, ist nun Fluch und Segen zugleich: Fluch, denn die Branche droht sich der Lächerlichkeit Preis zu geben in ihrer Nähe zu Spiritualität und Esoterik und laienhafter Heilsversprechungen. Segen, denn es gibt viele naive Klienten, die deine Kompetenz als Coach nicht hinterfragen werden – und du wirst umso mehr herausstechen aus der Masse an Coaches, indem du deine Arbeit auf ein argumentativ sauberes Gerüst stützt.

Do’s & Dont’s: Wie werde ich ein guter Coach?

Aus den obigen Erkenntnissen lassen sich mehr Dont‘s ableiten als Do‘s.

Dont‘s: 

  1. Übernimm nicht einfach Erfolgsprinzipien von irgendwelchen Gurus und Coaching Anbietern.
  2. Mach keine Heils- und Erfolgsversprechungen.
  3. Falle nicht auf Social Media Werbekampagnen rein, die dir schnellen und leichten Erfolg versprechen.

„Wenn das, was du siehst, auch nur annähernd zu dem wird, was dir am besten behagt – so mißtraue deinen Augen!“

Do‘s entsprechend der Hattie- und Harvard-Studien:

  1. Glaube nur, was du selbst immer wieder als wahr erkannt hast – und was empirisch belegt ist durch randomisiert kontrollierte Studien.
  2. Konzentriere dich darauf, bewusste herzliche Beziehungen aufzubauen.
  3. Sorge für viele Feedbackschleifen in deiner Arbeit – mit deinen Coachees, deinen Mentoren und mit dir selbst.
  4. Fokussiere dich darauf, in deiner Coaching Nische eine sehr hohe Expertise und Kompetenz aufzubauen und damit Klarheit und Stringenz in deiner Rolle und Haltung als Coach auszustrahlen.
  5. Sammle so viel Praxiserfahrung wie möglich, mit verschiedenen Methoden, Fällen, Nischen – um dich gleichzeitig durch das Feedback mehr und mehr in einer möglichst scharfen Nische zu fokussieren.

Wie behaupte ich meine Arbeit als Coach?

  1. Verweise auf die Studien zum Wert von Coach – Coachee – Beziehungen in Anlehnung an Psychotherapie-Forschung und greife ggf. zurück auf die wissenschaftlichen Prinzipien hinter Lernprozessen: Neuroplastizität, Verhaltensänderung und den Wert von positiv gemachten Erfahrungen.
  2. Bleib authentisch, stehe zu deinen Stärken und Schwächen. Sei lieber ein finanziell erfolgloser Coach mit Würde und Vertrauen als ein erfolgreicher Scharlatan. Versprich niemals etwas, was du nicht sicher bieten kannst. Gib insbesondere nie Heilsversprechen.
  3. Überzeuge durch deine Empathie und dein Wissen über Menschen, Psychologie, Methoden und – vor allem – durch die tatsächlich aufgebauten vertrauensvollen Beziehungen.
  4. Darüber hinaus nutze Sales Taktiken, die wir dir im Online-Kurs beibringen, um Interessenten zu Klienten zu konvertieren. Beachte, dass zu Sales Praktiken ähnliche wissenschaftliche Schwierigkeiten bestehen wie zu Coaching Methoden.

Quellen & wissenschaftliche Belege zur Bedeutung der Beziehungskompetenz für die persönliche Entwicklung

[1] Hattie, John (2009): Visible Learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement. London.

[2] George E. Vaillant: Triumphs of Experience: The Men of the Harvard Grant Study. Cambridge, Massachusetts: Belknap Press of Harvard University Press, 2012.

[3] Roth, Gerhardt: Wie das Gehirn die Seele macht. Stuttgart 2014.

[4] T. Asay, M. Lambert: Empirische Argumente für die allen Therapien gemeinsamen Faktoren: Quantitative Ergebnisse. In: M. Hubble, B. Duncan, S. Miller (Hrsg.): So wirkt Psychotherapie. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen. Verlag modernes Leben, Dortmund 2001, S. 41–81.

[5] D. Goleman, R. Davidson: Altered Traits: Science Reveals How Meditation Changes Your Mind, Brain, and Body. 2018.

[6] J. David Creswell, Baldwin M. Way, Naomi I. Eisenberger, Matthew D. Lieberman: Neural Correlates of Dispositional Mindfulness During Affect Labeling. In: Psychosomatic Medicine. 69 (6), 2007, S. 560–565, doi:10.1097/PSY.0b013e3180f6171f.


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