Wirkt Coaching? Das sagt die Wissenschaft zur Wirksamkeit

Wie wirkt Coaching?
Dafür leite ich in diesem Text antworten her.

Aber vorher müssen wir uns einer Herausforderung bewusst werden: Können wir überhaupt sagen, ob eine Coaching-Methode wirkt?
Das ist ziemlich kompliziert: damit wir eine Coaching-Methode im wissenschaftlichen Sinne als wirksam bezeichnen können, sollte sie sich in randomisiert kontrollierten Studie als effektiver herausgestellt haben als Vergleichsgruppen – was die Forschung zu Coaching nur sehr vereinzelt hergibt.

In diesem Artikel nähern wir uns der Wirksamkeit von Coaching, indem wir uns verwandte Bereiche des Coachings ansehen, welche besser belegt sind, inbesondere Psychotherapie, und wie man von dort aus Schlüsse auf die Wirksamkeit von Coaching-Verfahren ziehen kann. Wenn dir diese systematische Herleitung nicht so wichtig ist, kannst auch einen Schummel-Blick in die Tabelle mit Wirkungsfaktoren und Effektstärken im Coaching werfen.

Probleme bei der wissenschaftlichen Bewertung der Wirksamkeit von Coaching

  1. Coaching ist nicht genau definiert und bezieht sich auf ein sehr breites Sammelsurium an Ideen, Ansätzen, Methoden und Theorien. Für eine saubere Wirksamkeitsforschung müssten also die Methoden, Anwendungsgebiete und Grenzen überhaupt erstmal klar definiert werden.
  2. Wissenschaft ist langsam: Die Idee von Coaching und damit das Forschungsgebiet sind noch relativ jung und viele Coaching Methoden basieren auf der Weitergabe von Erfahrungen. Daher gibt es bis heute (2023) immer noch wenig solide Forschung über die Wirksamkeit von konkreten Coaching-Ansätzen. Grundlage für verlässliche Aussagen sind im besten Fall „randomisierte kontrollierte Studien„, in denen Placebo Effekte und Persönlichkeits-abhängige Faktoren rausgerechnet werden können.
  3. Die menschliche Psyche ist sehr komplex: das Gehirn, menschliches Verhalten, Beziehungen und psychische Dynamiken lassen nicht so leicht untersuchen wie mechanische Phänomene. Es werden zur Untersuchung der Wirksamkeit von Therapie und Coaching die in der Medizin und Pharmazie bewährten Methoden zur Evidenzforschung übertragen [8] – was nicht leicht möglich ist. Bei 1 Stunde Coaching pro Woche gibt es 167 Stunden pro Woche im Leben des Klienten, in denen er nicht gecoacht wird. Es ist daher nur sehr schwer messbar, was nun die erfolgsentscheidenden Faktoren sind.
  4. Anekdotische Evidenz: Die allermeisten Behauptungen zur Wirksamkeit von Coaching basieren auf Anekdoten – und sind daher wissenschaftlich anzuzweifeln, da sie stets vermischt werden mit dem subjektiven Wünschen der Behandelnden und Behandelten. Was es bräuchte, wären signifikante Daten über einen großen Zeitraum und den Vergleich mit einer Gruppe mit gleicher Symptomatik, die aber statt Coaching keine Behandlung erfährt.
  5. Social Proof: Auch Testimonials und gute Bewertungen im Internet sind grundsätzlich eher ein Marketing-Instrument und mitnichten ein Beleg für Wirksamkeit. Sie können eingekauft worden sein, gefälscht oder statistisch selektiert nach sympathischen Exemplaren. Da Coaching nicht von der Krankenkasse bezahlt wird, wird es aus ökonomischen Gründen nach Außen quasi immer als erfolgreich vermarktet werden.

Wissenschaftliche Analogien: Therapie, Lernen, Hypnose und Achtsamkeit

Aber auch wenn Coaching an sich nicht sauber definiert und untersucht worden ist, können wir dennoch zurückgreifen auf andere Gebiete der menschlichen Entwicklung, die ausführlich untersucht worden sind. Hierzu zählen vor allem:

  1. Psychotherapie
  2. Pädagogik
  3. Lernen
  4. Achtsamkeit
  5. Lebensglück

Psychotherapie

Psychotherapie existiert in moderner Form seit knapp hundert Jahren. Seitdem haben sich diverse Schulen, Theorien und Therapieansätze entwickelt, die alle einen unterschiedlichen Fokus legen. Auch die Wirksamkeit von Psychotherapie ist insgesamt schwer zu erforschen, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Deswegen kann Therapie unter den richtigen Umständen, mit dem richtigen Therapeuten und dem „richtigen“ Patient äußerst wirkungsvoll sein, und zwar langfristig. Psychotherapie kann aber auch wirkungslos sein, wenn es in irgendeiner Form Hindernisse für einen Wandel gibt.

Vermutlich gilt genau dasselbe für Coaching. Es braucht von Seiten des Klienten die Bereitschaft, sich zu ändern, von Seiten des Coachs die Fähigkeit auf das Gegenüber einzugehen und schließlich müssen Anliegen, Kompetenzen und die Umstände zusammenpassen. Als Coach ist es darum die wichtigste Aufgabe, sich um die Beziehungsqualität und die benötigten Kompetenzen zu kümmern – erst dann steigt die Wahrscheinlichkeit eines wirklich erfolgreichen Coachings.

Psychotherapie-Forschung_ Wirkfaktoren Therapie - Beziehung - Placebo

Beziehungsqualität – einer der wichtigsten Faktoren

Als signifikantester Wirkfaktor in der Psychotherapie hat sich die Beziehungsqualität herausgestellt. Die sogenannte „therapeutische Allianz“ also das grundlegende Einvernehmen zwischen Patient und Therapeut hat sich vor psychologischer Ausrichtung als signifikantester Faktor des Erfolgs einer Psychotherapie erwiesen. [3]

Hier kann man wieder die Analogie zum Coaching ziehen, also die Beziehungsqualität zwischen Coach und Coachee. [1,2] Die Beziehung sollte vertrauensvoll, achtsam, klar und bewusst gehalten werden können. Ist diese Grundlage gegeben, hat das – neurobiologisch nachgewiesen – Einfluss auf wichtige Botenstoffe im Gehirn wie Serotonin und Oxytocin, die für das Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielen. [3] Der wesentliche Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie liegt natürlich darin, dass das Coaching für psychisch weitestgehend gesunde Menschen gedacht ist. Insofern Coaching teils andere Zielstellungen hat als Psychotherapie, ist die Analogie zwischen beiden mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestotrotz ist Beziehungsqualität gewiss immer ein wichtiger Faktor für gelingende zwischenmenschliche Kommunikation.

Helping Skills – Modell für Psychotherapie-Kompetenz

Um eine erfolgreiche Psychotherapie durchzuführen ist es von absoluter Notwendigkeit, auf die individuelle Persönlichkeit und die aktuelle Lebenssituation einzugehen, und nicht nur einfach „Schema F“ anzuwenden. Deswegen steht für die Psychotherapeutin und den Coach stets die Entwicklung dieser fundamentalen Meta-Kompetenzen im Vordergrund. Erst dann kann eine gute Beziehungsqualität hergestellt werden und darüber hinaus – was insbesondere für das Coaching wichtig ist – eine tiefgehendes Fallverstehen und Einsicht in die systemischen Zusammenhänge.

Clara Hill hat ein gut erprobtes Kompetenz-Modell für Therapeut*innen entwickelt, welches drei Kompetenzbereiche unterscheidet [4]:

  1. Explorative Fähigkeiten (z.B. Reflexionen, Anamnese, Analyse von Ursachen),
  2. Einsichtsorientierte Fähigkeiten (z.B. Interpretationen, Hypothesenbildung, gemeinsames Verständnis herstellen) und
  3. Handlungsfähigkeiten (z.B. Experimente durchführen, Konditionierung, Hausaufgaben geben)

Lernen

Um uns einer wissenschaftlichen Beurteilung des Coachings anzunähern, schauen wir jetzt aus der Sicht der Verhaltenspsychologie auf das Thema Coaching. Der große Vorteil der verhaltenspsychologischen Sichtweise ist die viel einfachere Messbarkeit und damit solidere wissenschaftliche Beurteilung. Das Beobachtbare ist das Verhalten und dieses ist immer gelernt. Darum gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Verhaltenstherapie als wohl einflussreichster Strömung der Psychotherapie und Lernprozessen. Dass Menschen ihr Verhalten ändern und an die Umwelt anpassen können, basiert auf der Neuroplastizität, also der Fähigkeit des Gehirns sich umzustrukturieren und an neue Umweltbedingungen anzupassen. Wir betrachten 4 wirksame Lernmethoden [7]:

  1. Konditionierung
  2. Imitation
  3. Sensitivierung
  4. Immersion

Definition Konditionierung: Unter Konditionierung versteht man eine Lerntheorie auf Basis eines Reiz-Reaktions-Modells. Je nach Art der Konditionierung, geht es darum durch positive oder negative Reize und dem verbundenen Lernprozess Verhaltensweisen zu beeinflussen. Konditionierung kann bei fast allen Tierarten beobachtet werden und zeugt von der Fähigkeit sich an die Umwelt anzupassen.

Damit ist auch Coaching in der Übertragung der Methoden der Verhaltenstherapie als wirksam zu vermuten, wenn es darauf basiert, dem Klienten Lernen und Verhaltensänderungen zu ermöglichen, um die vorliegenden Herausforderungen zu bewältigen. Ein gutes Coaching sollte dem Coachee Wege zeigen, wie er neue Gewohnheiten etablieren kann. Dafür ist es notwendig zu wissen, wie Konditionierungen und Gewohnheiten funktionieren. So kann man auf der Mikro-Ebene des Alltags die ersten Schritte in Richtung Zielzustand umsetzen. Voraussetzung: der Coach hat ein gesichertes Wissen darüber, welche Verhaltensweisen das Problem lösen können, sodass er diese auch vermitteln kann.

Anekdote:

Mahatma Gandhi soll einmal den Besuch einer Mutter mit ihrem Kind bekommen haben. Die Mutter bat Gandhi, ihrem Sohn zu sagen, er solle keinen Zucker mehr essen, da es schlecht für seine Gesundheit sei. Gandhi bat die beiden, in einer Woche wiederzukommen. Als sie wiederkamen, sagte Gandhi dem Jungen, er solle aufhören, Zucker zu essen. Die Mutter fragte, warum sie eine Woche warten mussten. Gandhi antwortete: „Vor einer Woche aß ich selbst noch Zucker.“

Imitation bedeutet Lernen durch Nachahmung – dies kann durch Vorbilder, Eltern oder eben den Coach geschehen. Der Coach übt durch sein Auftreten, Verhalten, seine Haltungen etc. also eine Vorbildfunktion aus. Wahrscheinlich gibt es wenig, was so nachhaltig ein Leben transformieren kann, als echte Inspiration durch klare, gesunde Vorbilder. Wenn der Coachee sieht und spürt: ein glückliches, gelungenes und authentisches Leben ist möglich, dann wird dies einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Imitation des Verhaltens spielt ab dem Säuglingsalter die wesentliche Rolle fürs Lernen. Als Coach solltest du daher möglichst immer ein gutes Vorbild sein.

Die Rolle von Inspiration und Imitation ist wissenschaftlich wahrscheinlich ebenfalls schwer fassbar. Wir kennen es aber aus den Medien z.B. in der Speaker-Szene, den Motivationscoaches oder allgemein einflussreichen Menschen etc., die durch ihr Charisma und ihre Ausstrahlung viele Menschen zu Änderungen anregen. Und allgemein auch innerhalb von Lehrer-Schüler-Beziehungen, die schließlich in allen Wissenstraditionen eine Rolle spielen (gleich, ob es sich um Religionen oder Wissenschaft handelt). Ein neuronales Korrelat für Imitation sind Spiegelneuronen.

Sensitivierung bedeutet die Verfeinerung der Wahrnehmungen, Reaktionen und Verhaltensbeweisen bezüglich eines Schlüsselreizes. So wird aus einer groben Kompetenz mit der Zeit durch Exposition gegenüber dem Reiz eine verfeinerte Kompetenz.

…zur Neurobiologie des Lernens.

Immersion: Immersion gilt als die weltweit erfolgreichste Methode zum Sprachenlernen. Sprachenlernen ist natürlich nicht das gleiche wie Coaching oder Psychotherapie, aber liefert ein hilfreiches Indiz: die Umgebung, der wir ausgesetzt sind, beeinflusst stark unsere Entwicklung. Daraus würde ich die Hypothese ableiten, dass auch für unsere gesundheitliche oder berufliche Entwicklung entscheidend ist, dass wir uns eine positive Umgebung schaffen, in der wir viel lernen können.

Lernerfolg mit Hattie – auch Coaching-Erfolg?

Die Hattie-Studie [1] fand in einer großen Meta-Analyse von Lernstudien u.a. folgende Erfolgsfaktoren für Lernen in Schulen. Diese sind natürlich nicht 1:1 übertragbar für Erwachsenenbildung, aber die grundsätzliche Bedeutung der Faktoren dürfte erhalten bleiben.

Hattie-Studie-Lehrer-Lernerfolg-Faktoren-Rating-Lernen-Trainer-Coaches-Erfolg-Was ist wichtig

 

Vorab zur Erklärung: die Hattie-Studie hat insgesamt 252 Einflussgrößen gewertet, der durchschnittliche Effekt lag bei 0,4. Alle Faktoren stärker als 0,4 gelten damit als besonders wirksam.

  1. Feedback, allgemein 0,73
    der SuS an sich selbst (Selbsteinschätzung) 1,44
    von Lehrern an Lehrer (Micro-Teaching) 0,88
    über den Unterricht (Evalutation) 0,9
  2. Haltung der Lehrperson 0,75
  3. Lehrer-Schüler-Beziehung 0,72
  4. Kreativitätsförderung 0,65
    Problemlösen 0,61

Zum Vergleich: schulunabhängige Faktoren wie der sozioökonomischer Status (0,57) erwiesen sich als deutlich ausschlaggebender als viele allgemeine Schulfaktoren (Hausaufgaben 0,29, Inklusion 0,29, Klassengröße 0,21).

Interessante aktuelle wissenschaftliche Ansätze zur Lerntheorie bieten die Selbstbestimmungstheorie und das Growth Mindset.

 

Achtsamkeit und Meditation

Im Bereich Achtsamkeit und Meditation wurde in den letzten Jahrzehnten sehr viel geforscht. Dadurch ist zunächst einmal klar, dass sich rein geistiges Training tatsächlich auf die Strukturen im Gehirn auswirkt. Meditation und Achtsamkeit hinterlassen also nachweislich Effekte auf das Gehirn, die sich bei langfristiger, regelmäßiger Praxis sogar verfestigen und zu Persönlichkeitseigenschaften werden! [5] Meditation wirkt sich dabei auf verschiedene Aspekte der psychischen Gesundheit aus wie Emotionsregulation und Stimmung. [6]

Daher ist Achtsamkeit insbesondere für Coaches ein wichtiges Mittel, um innere Ruhe und mentales Gleichgewicht zu entwickeln und zu halten, um aus dem Zustand der Präsenz ein wertvolles Gegenüber zu sein für die Klienten. Da laut der Lambert-Studie die Beziehungsqualität zwischen Therapeut & Patient entscheidend ist, kann Achtsamkeit vor allem dazu dienen, die Kapazität des Coaches für die anspruchsvolle Arbeit zu wahren, quasi zur Qualitätssicherung.

 

Erfolg und Glück im Leben

Es ist bemerkenswert, dass mir kein prägnanter Schlüsselbegriff für die Überschrift hierzu einfällt, wo es doch um das letztlich wichtigste aller Entwicklungsthemen im Leben eines Menschen geht. Die Harvard Grant Study zeigt noch einmal, dass die Beziehungsqualität ausschlaggebend ist für finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Erfolg über die Lebensspanne hinweg [2].

Die wichtigste Schlussfolgerung von George Vaillant lautet: „Die Wärme der Beziehungen während des gesamten Lebens hat den größten positiven Einfluss auf die ‚Lebenszufriedenheit‘ und finanziellen Erfolg“. Anders ausgedrückt, sagt Vaillant, dass die Studie zeigt: „Glück ist Liebe. Punkt.“ Die CBC berichtete, dass die Grant -Studie den Beatles Recht gibt: „All you need is love.“

Resumé zur Wirksamkeit von Coaching:

Wer als Coach die Wirksamkeit seiner Arbeit behaupten will, steht auf wackeligen Beinen – wer es dennoch tut, enttarnt sich aus oft als Scharlatan und manipulativer Verkäufer denn als seriöser Anbieter.

Als Klient und mündiger Mensch sollte kritisches Denken praktiziert werden beim Konsum von Dienstleistungen im Coaching-Bereich und hinterfragen: Sind die Behauptungen über Wirksamkeit durch eine kontrolliert-randomisierte Studie belegt? Wenn nicht, kann es streng genommen nicht als wahr angenommen werden, auch nicht durch noch so überzeugende Erfolgsberichte, da diese als subjektiv, manipuliert und statistisch unsignifikant zu befürchten sind aus wissenschaftlicher Sicht.

Dass sie Mehrheit der Menschen dies nicht hinterfragt, ist nun Fluch und Segen zugleich: Fluch, denn die Branche droht sich der Lächerlichkeit Preis zu geben in ihrer Nähe zu Spiritualität und Esoterik und laienhafter Heilsversprechungen. Segen, denn es gibt viele naive Klienten, die deine Kompetenz als Coach nicht hinterfragen werden – und du wirst umso mehr herausstechen aus der Masse an Coaches, indem du deine Arbeit auf ein argumentativ sauberes Gerüst stützt.

Do’s & Dont’s: Wie werde ich ein guter Coach?

„Wenn das, was du siehst, auch nur annähernd zu dem wird, was dir am besten behagt – so mißtraue deinen Augen!“

Dont‘s: 

  1. Übernimm nicht einfach Erfolgsprinzipien von irgendwelchen Gurus und Coaching-Anbietern.
  2. Mach keine Heils- und Erfolgsversprechungen.
  3. Falle nicht auf Social Media Werbekampagnen rein, die dir schnellen und leichten Erfolg versprechen.
  4. Wende nicht einfach ein Schema F immer wieder auf unterschiedliche Fälle an, verfalle nicht dem „Law of the Instrument„.

Do‘s – entsprechend der Hattie- und Harvard-Studien:

  1. Baue vertrauensvolle herzliche Beziehungen auf – zu deinen Klienten, Kollegen und vor allem zu den dir wichtigsten Menschen im persönlichen Leben.
  2. Glaube nur, was du selbst als wahr erkannt hast – und du über wissenschaftliche, empirisch Belege verifizieren kannst.
  3. Sorge für Feedbackschleifen in deiner Arbeit – mit deinen Coachees, deinen Mentoren und mit dir selbst.
  4. Fokussiere dich darauf, in deiner Coaching-Nische eine hohe Expertise und Kompetenz aufzubauen und damit Klarheit und Glaubwürdigkeit in deiner Rolle und Haltung als Coach auszustrahlen.
  5. Sammle so viel Praxiserfahrung wie möglich, mit verschiedenen Methoden, Fällen, Nischen – und suche ehrliches Feedback, um dich darin persönlich weiterzuentwickeln.

 

Wie behaupte ich meine Arbeit als Coach?

  1. Bleib authentisch, stehe zu deinen Stärken und Schwächen. Sei lieber ein finanziell erfolgloser Coach mit Würde und Vertrauen als ein erfolgreicher Scharlatan. Versprich niemals etwas, was du nicht sicher bieten kannst. Gib keine Heilsversprechen. Vermittle an andere kompetente Personen. Verweise bei klinischen Fällen an Ärzte oder Psychotherapeuten.
  2. Nutze die Studien zum Wert von Coach – Coachee – Beziehungen in Anlehnung an Psychotherapie-Forschung und greife ggf. zurück auf die wissenschaftlichen Prinzipien hinter Lernprozessen: Neuroplastizität, Verhaltensänderung und den Wert von positiven Erfahrungen.
  3. Überzeuge durch deine Empathie, deine aufrichtige Kommunikation und durch fundiertes Wissen über Menschen, Psychologie, Methoden und – vor allem – durch die tatsächlich aufgebauten vertrauensvollen Beziehungen.
  4. Wenn dein Fundament steht, kannst du auch authentische Sales-Methoden nutzen, die wir dir im Online-Kurs beibringen, um Interessenten zu Klienten zu konvertieren. Beachte, dass zu Sales Praktiken ähnliche wissenschaftliche Schwierigkeiten bestehen wie zu Coaching Methoden.

 

Quellen & wissenschaftliche Belege zur Bedeutung der Beziehungskompetenz für die persönliche Entwicklung

[1] Hattie, John (2009): Visible Learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement. London.

[2] George E. Vaillant: Triumphs of Experience: The Men of the Harvard Grant Study. Cambridge, Massachusetts: Belknap Press of Harvard University Press, 2012.

[3] Roth, Gerhardt: Wie das Gehirn die Seele macht. Stuttgart 2014.

[4] T. Asay, M. Lambert: Empirische Argumente für die allen Therapien gemeinsamen Faktoren: Quantitative Ergebnisse. In: M. Hubble, B. Duncan, S. Miller (Hrsg.): So wirkt Psychotherapie. Empirische Ergebnisse und praktische Folgerungen. Verlag modernes Leben, Dortmund 2001, S. 41–81.

[5] D. Goleman, R. Davidson: Altered Traits: Science Reveals How Meditation Changes Your Mind, Brain, and Body. 2018.

[6] J. David Creswell, Baldwin M. Way, Naomi I. Eisenberger, Matthew D. Lieberman: Neural Correlates of Dispositional Mindfulness During Affect Labeling. In: Psychosomatic Medicine. 69 (6), 2007, S. 560–565, doi:10.1097/PSY.0b013e3180f6171f.

[7] https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ifap/allgpsy/ressourcen/dateien/lehre/lehreveranstaltungen/goschke_lehre/ws2014/ppt_lernen_ged2014/VL04-Neurobiologie-KlassKondit.pdf?lang=de

[8] Kriterienkatalog des Wissenschaftlichen Beirats für Psychotherapie, im Anhang des Methodenpapiers, Stand 2019: https://www.wbpsychotherapie.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/WBP/Methodenpapier.pdf


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