Wie funktioniert Hypnosetherapie?

Hypnose ist eine sehr alte Praxis des Menschen, um in tiefere Bewusstseinszustände zu gehen. Diese werden beschrieben als Trance. Es gibt viele ähnliche Zustände:

  • Tagträume
  • Meditation
  • Der Übergang zwischen Schlafen und Wachsein
  • Flow
  • luzides Träumen
  • Musiker während einer Jamsession
  • Kinder, die beim Spielen ihre reale Umwelt teilweise vergessen

Was ist Hypnose?

Die Hypnose ist ein Bewusstseinszustand, den unser Gehirn in Situationen gleichzeitiger großer Entspannung und intensiver Achtsamkeit, der Trance, erreicht. Oft wird sie mit Schlaf oder Bewusstlosigkeit verwechselt, doch ein Mensch in diesem Zustand kann noch akkurat auf Fragen antworten, Anweisungen befolgen und normal mit seiner Umgebung interagieren. Seine Aufmerksamkeit ist lediglich extrem auf den Hypnotiseur fokussiert. Außerdem erhöht die Hypnose die Suggestibilität des Probanden, d.h. die Bereitschaft, Angebote und Anweisungen anzunehmen, ist stark heraufgesetzt. In der Hypnosetherapie wird dies zum Beispiel genutzt, um positive Signale in das Unterbewusstsein eines Patienten/ Klienten zu integrieren.

Ich habe auch eine Anleitung entwickelt, um Hypnose zu lernen:

[Anleitung] Hypnose lernen – 7 Schritte

Wie wird man hypnotisiert?

Zur Einleitung einer hypnotischen Trance benutzt ein Therapeut unterschiedliche Verfahren, die als Induktionen bezeichnet werden. Bei einer solchen Induktion aktiviert er die Kräfte des Unterbewussten und bahnt einen Pfad, um direkt mit diesen tieferliegenden Schichten der Persönlichkeit zu interagieren. Dabei kommen unter anderem Entspannungs- und Konzentrationsübungen zum Einsatz, die helfen, das Bewusstsein des zu Hypnotisierenden auf einen Punkt im Raum, die Stimme des Hypnotiseurs oder ein bestimmtes angenehmes Gefühl zu fokussieren. Auf keinen Fall sollte man annehmen, dass man bei diesem Verfahren einschläft, auch wenn der Zustand, den man erreicht, von außen leicht so wirken kann. Unter dem hypnotischen Einfluss erlebt man die Zeit eventuell etwas verzerrt (sie vergeht meist „wie im Flug“), eine Amnesie, d.h. das Vergessen der Inhalte der Trance, tritt nur dann ein, wenn sie für den therapeutischen Erfolg gewünscht ist.

Was ist Hypnosetherapie?

Anwendungen von Hypnosetherapie mit empirisch belegter Wirksamkeit [1]:

  • Psychosomatik / Somatoforme Störungen
  • Phobien
  • Belastungsstörungen
  • Übergewicht
  • Schlafstörungen
  • Sexualstörungen
  • Schmerzen
  • Rauchen
  • Bettnässen

Weiterhin existieren viele positive Berichte über erfolgreiche Behandlungen mit Hypnosetherapie bei:

  • Ängsten
  • Traumata
  • Behandlung von Süchen ungesunden Gewohnheiten (zum Beispiel übermäßiges Essen)
  • Förderung von Heilungsprozessen allgemein
  • Positiver Einfluss auf das Immunsystem (zum Beispiel bei Allergien)
Bei jeglichen Krankheiten & gesundheitlichen Symptomen ist stets eine ärztliche Einschätzung notwendig! Da Hypnose keine geschützte Tätigkeit ist, sollte stets eine Behandlung mit dem Hausarzt abgesprochen werden. Anbieter von Hypnose sollten stets auf Glaubwürdigkeit überprüft werden.

Wie kann Hypnosetherapie helfen?

Aus therapeutischer Sicht nutzt man Hypnosen für zwei Zwecke: Zum einen ist die hohe erreichbare Entspannung nützlich, um angstfrei und ohne Stress über belastende Situationen oder Sorgen zu sprechen. Inhalte, die normalerweise Panik auslösen, können im sicheren Kontext und unter Anleitung des Therapeuten bearbeitet werden, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

Weiterhin ist es möglich, mentale Blockaden zu lösen, indem man die Selbstheilungskräfte des Unterbewusstseins mit Suggestionen fördert und dazu anhält, neue Lösungen zu finden, wo eingefahrene Verhaltensmuster zur Belastung werden. Unter anderem ist es so möglich, mit dem Rauchen aufzuhören oder die kreative Produktivität zu steigern.

Auch die Anleitung zur Selbsthypnose zum Beispiel als besonders intensive Form der Meditation, als Auszeit vom Alltag, als Weg des sich-findens kann von einem erfahrenen Therapeuten geleistet werden. Dabei bekommt der Klient ein Werkzeug in die Hand, mit dem er selbst unter Stress seine Kreativität wiederherstellen, innere Schwierigkeiten überwinden und einen Ruhepol gegen Drucksituationen setzen kann.

Für ein erfolgreiches Coaching ist dabei die individuelle Zusammenarbeit mit dem Patienten/ Klienten notwendig. Ein Hypnotherapeut muss auf die Eigenheiten und Erfahrungen seines Gegenübers eingehen, denn es gibt keine Allheilmittel und Kochrezepte, mit denen jedem gleich geholfen ist. Stattdessen steht der konstruktive Austausch im Vordergrund, der es dem Hypnotiseur schließlich ermöglicht, maßgeschneiderte Suggestionen, Anleitungen zur Blockadeüberwindung und andere Hilfestellungen zu bieten.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Seit 2006 ist die Hypnosetherapie vom wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung als Heilverfahren anerkannt.

Studien zur Wirksamkeit von Hypnose:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=hypnosis+therapy

Was passiert während einer Hypnosetherapie?

Beispiele für einen Einsatz und den Ablauf

[1] http://www.meg-tuebingen.de/downloads/Expertise.pdf


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