Hypnose lernen… einfache Anleitung mit 3 Phasen

Schlaf ich oder wach ich?

Hypnose ist ein faszinierender Zustand, der auch hypnotische Trance genannt wird. Jeder gesunde Mensch kann Hypnose lernen und – das dürfte einigen noch nicht bekannt sein – wer diese Technik beherrscht, kann nicht nur andere hypnotisieren, sondern auch sich selbst.

Mittlerweile weiß man, dass die ursprüngliche Vermutung, die Hypnose sei dem Schlaf ähnlich, falsch ist. Durch die Namensgebung bleibt diese Annahme allerdings erhalten, denn das altgriechische Wort „hýpnos“ heißt eben nichts anderes als „Schlaf“. In zahlreichen Kulturen im rituellen Bereich sehr früh nachweisbar, hatte es die Hypnose schwer, sich in der Wissenschaft als fundierte Anwendung durchzusetzen. Der deutsche Mediziner und Physiker Franz Anton Mesmer (1734-1815), der in dieser Hinsicht Pionierarbeit zu leisten versuchte, war mit der Theorie, dass durch das Hypnotisieren die Körpersäfte des Menschen heilend beeinflusst würden, zwar sehr populär, in der Fachwelt allerdings auch ebenso umstritten – letzteres aus heutiger Sicht natürlich zu Recht [1].

Durch ein modernes Verständnis der Hypnose konnte sich diese allerdings längst in Medizin, Psychotherapie und bei Heilpraktikern etablieren [1]. Daneben stellt sie im Rahmen der Selbstfürsorge des Menschen ein wichtiges Instrument dar, insbesondere in der Anwendung als Selbsthypnose.

Von Entspannung bis Hypnotherapie

Hypnose lernen ist nicht schwer. Wobei für unterschiedliche Arten von Anwendungen selbstverständlich unterschiedliche Grade an Kenntnis und Ausbildung die Voraussetzung bilden.

Mit der Selbsthypnose zu beginnen, macht aus mehreren Gründen Sinn. Sie stellt zum einen den perfekten Einstieg, zum anderen eine ideale praktische Basis zum Verständnis weiterführender Information und Schulung dar.

Dann finden sich im Internet zahlreiche Anbieter*innen, welche – meist in aufeinander aufbauenden Modulen – Einsteigerkurse zum Erlernen von grundlegenden bis erweiterten Hypnosetechniken anbieten. Die Abschlussbescheinigung für Kurse dieser Art hat zwar keine Berechtigungsgültigkeit für Behandlungen im Bereich von Gesundheitsberufen, durchaus jedoch für Anwendungen, bei denen keine Erkrankungen therapiert werden [2].

Um auf medizinischem Gebiet die Hypnotechnik anwenden zu dürfen, muss man Hypnotiseur*in oder Hypnosetherapeut*in mit Heilerlaubnis bzw. Approbation sein [2].

Selbstfürsorge durch Hypnose lernen

Die Selbsthypnose kann autodidaktisch erarbeitet werden, mit ihr erreicht man eine mittlere Tiefe der Trance, sie bietet einen wertvollen und zugleich barrierefrei erreichbaren Erholungsraum im Alltag und ist eine Form des mentalen Trainings.

Neugierig geworden? Dann probier es doch Schritt für Schritt aus, etwa eine Viertelstunde solltest Du dafür einplanen.

Anleitung in 3 Phasen: So kannst Du Hypnose lernen:

Induktion: Hypnoseeinleitung

  1. Versuche alles, was störend wirken könnte, aus Deinem Wahrnehmungsfeld zu bringen.
  2. Lass Ruhe einkehren, nimm eine bequeme Position ein, schließe die Augen.
  3. Lass Deinen Atem fließen, tiefe langsame Atemzüge helfen Dir in die Entspannung.
  4. Du atmest ein, die Bauchdecke hebt sich, Du atmest aus, die Bauchdecke senkt sich, konzentriere Dich darauf, Du spürst, wie sich Verspannungen lösen. Mit jedem Ausatmen gibst Du eine Sorge frei.
  5. Atme tief und langsam ein. Atme langsam wieder aus.

Trance

  1. Stell Dir vor, Du gehst eine Allee entlang. Alte, prächtige Kastanienbäume säumen sie, sie führt zu einem wunderschönen, edel verzierten Tor, das geschlossen ist. Du weißt, hinter diesem Tor wartet Dein Raum der vollkommenen Entspannung auf Dich.
  2. Mit der Hand streifst Du über die gefurchte Borke der Bäume und zählst rückwärts, jeder Baum eine Zahl, dabei beginnst Du bei zehn.
  3. Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug wirst Du ruhiger, wenn Du die Zahl Null erreicht hast, stößt Du sanft an das Tor.
  4. Es eröffnet sich ein bezaubernder Raum, Du fühlst, wie Glück und Sinnlichkeit von ihm auf Deinen Körper übergehen, sich in ihm verteilen. Du fühlst Dich unendlich wohl, eine angenehme Gänsehaut überzieht Deine Arme.
  5. Du bettest Dich auf die wie natürlich überall verteilten Kissen, versinkst weich und angenehm in ihnen.
  6. Du lässt Dich fallen.
  7. Grenzen zwischen Bewusstem und Unbewusstem lösen sich auf, Du besuchst Orte, die Dich immer schon angezogen haben, bewegst Dich mit Selbstbewusstsein und Selbstverständnis, Du kannst jetzt möglich machen, was Du Dir erträumst und wünscht, für Dich und andere.
  8. Nimm die guten Bilder, Töne, Düfte, Wahrnehmungen intensiv auf und speichere sie für die Realität.

Auflösung / Rücknahme

  1. Langsam kannst Du Dich wieder aus dem Zustand lösen.
  2. Nimm Dir vor, bis drei zu zählen, sage Dir: „Bei der Zahl Drei bin ich wach, fühle mich gut und gestärkt.“
  3. Öffne dann die Augen, bleib liegen und genieße den Zustand der Entlastung und des Glücks noch ein wenig.

Achtsamkeit, Selbstbewusstsein & Kreativität mit Hypnose lernen

Wer Hypnose lernt, gewinnt Vorteile. Prinzipiell gilt natürlich, je regelmäßiger man praktiziert, desto mehr Qualität erreicht man. Mögliche positive Effekte:

Jede und jeder von uns ist kreativ, selbstbewusst und achtsam sich selbst und anderen gegenüber, oft sind diese Anlagen allerdings verdeckt oder blockiert. Als eine Art autogenes Training lassen sich mit der hypnotischen Trance Potentiale (wieder)entdecken und ausschöpfen. Auf dem Weg zur Persönlichkeit, an der Du arbeitest, kann sich die Selbsthypnose als ausdauernde, flexible und verlässliche Begleitung bewähren.

Quellen:

[1] Eintrag in der Encyclopædia Britannica 
[2] Hypnose & Recht

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