Arnold Mindell hegte einen Zoo an Bezeichnungen für tiefenpsychologische Phänoneme in Gruppenprozessen und Persönlichkeitsentwicklung. Er nannte diese Arbeit prozess-orientierte Psychologie und als Praxis Facilitation.
Hier eine Auswahl seiner originellen Bezeichnungen:
| Begriff | Definition |
| Ghosts (Geister) | Unausgesprochene, oft unbewusste Gefühle oder Themen, die in einer Gruppe oder einer Person vorhanden sind, aber nicht direkt angesprochen werden. |
| Edges (Grenzen) | Widerstände oder Schwellen in der persönlichen oder kollektiven Psyche, die Veränderungen oder das Erkunden neuer Erfahrungsbereiche behindern. |
| Body Signals (Körpersignale) | Physische Empfindungen oder Reaktionen, die unbewusste oder nicht anerkannte psychische Zustände signalisieren. |
| Process Ghost (Prozessgeist) | Eine tiefer liegende, oft verborgene Dynamik, die den sichtbaren Interaktionen und Emotionen einer Gruppe oder Person zugrunde liegt. |
| Flirts | Kleine Signale oder Hinweise, die eine Person oder Gruppe unbewusst aussendet, welche auf nicht vollständig erkundete oder integrierte Aspekte des Selbst oder der Gruppe hinweisen. |
| Rank (Rang) | Die unbewusste oder bewusste Position, die jemand in einer sozialen Hierarchie einnimmt, basierend auf verschiedenen Faktoren wie sozioökonomischer Status, Bildung, Rasse, Geschlecht usw. |
| Double Signal (Doppelsignal) | Wenn eine Person gleichzeitig widersprüchliche Botschaften sendet, was oft zu Verwirrung bei anderen führt. |
| Secondary Process (Sekundärprozess) | Unterbewusste Inhalte oder Reaktionen, die im Gegensatz zum primären Bewusstseinsinhalt stehen. |
| Dreaming Up (Aufträumen) | Ein Prozess, bei dem unbewusste oder unerforschte Elemente in das Bewusstsein „hochgeträumt“ werden, um Bewusstheit und Verständnis zu fördern. |
| Hot Spots | Bereiche oder Themen in einer Gruppeninteraktion, die starke Emotionen oder Konflikte auslösen. |
| Time Spirits (Zeitgeister) | Kollektive Muster oder Themen, die in einer bestimmten historischen oder kulturellen Epoche vorherrschend sind und die Gruppenprozesse beeinflussen können. |
| Channels (Kanäle) | Die verschiedenen Wege, durch die Informationen und Emotionen ausgedrückt oder wahrgenommen werden, z. B. visuell, auditiv, kinästhetisch. |
| Consensus Reality (Konsensrealität) | Die allgemein akzeptierten, bewussten Realitäten einer Gruppe oder Gesellschaft. |
| Altered States (Veränderte Zustände) | Bewusstseinszustände, die von der Norm abweichen und tiefere Einsichten oder eine andere Wahrnehmung der Realität ermöglichen. |
| Feedback Loops (Feedbackschleifen) | Interaktionsmuster, in denen Reaktionen auf Aktionen wiederum neue Aktionen beeinflussen, oft in einer sich wiederholenden oder eskalierenden Weise. |
| Dreambody (Traumkörper) | Der Traumkörper repräsentiert die Weise, wie der Körper Träume und unbewusste Inhalte ausdrückt. |
| Deep Democracy (Tiefe Demokratie) | Ein Konzept, das betont, dass alle Stimmen, Zustände und Ebenen der Erfahrung in einem Prozess wichtig sind, um eine umfassende Lösung oder Heilung zu erreichen. |
| Metaskills (Metafähigkeiten) | Die Fähigkeiten, die über spezifische Techniken hinausgehen und notwendig sind, um Prozessarbeit effektiv anzuwenden. |
| Polarities (Polaritäten) | Gegensätzliche Kräfte oder Charakteristiken innerhalb eines Individuums oder einer Gruppe, deren Erkundung und Integration zentral für den Prozess der persönlichen und kollektiven Entwicklung ist. |
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