Interventionstechniken – Methodenauswahl mit oder ohne Macht

Wie können wir Einfluss auf ein anderes menschliches System nehmen und zu sinnvollem Handeln bewegen? Die dafür gewählten Strategien nennt man Interventionen. Ob eine Intervention Erfolg hat oder nicht, hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Ist Einfluss vorhanden auf das Empfänger-System?
  2. die Bedürfnisse des Empfänger-Systems?
  3. den Widerständen des Empfänger-Systems?
  4. der Machtverteilung zwischen den beiden Systemen

 

Definitionen für menschliche Systemvariablen

Einfluss = ein System A kann die Handlungen von System B aktiv beeinflussen

menschliches System = Person, Gruppe, Organisation, Gesellschaft
(und alle darauf entstehenden Konstellationen wie Team, Unternehmen, Behörde, Schule, Nation, Stamm …)

Macht = die Summe von Privilegien, Ressourcen und Kompetenzen eines menschlichen Systems

Bedürfnisse = die physiologisch bedingten Antriebe für das Handeln eines Systems

Widerstände = Verzögerungen und Einschränkungen des Informationsflusses und Handelns

Einfluss-Konstellationen zwischen zwei Systemen

Es ergeben sich folgende grobe Konstellationen für die Einflussnahme zwischen 2 Systemen A und B:

A – B

Die zwei Systeme stehen im Informationsaustausch (Kontakt), haben aber keinen Einfluss aufeinander.
Beispiel: zwei ausführende Mitarbeiter in unterschiedlichen Abteilungen einer Organisation

A | B

Es besteht kein Informationsfluss zwischen A und B und damit auch keine Einflussnahme
Beispiel: zwei Menschen, die auf unterschiedlichen Kontinenten leben

A <-> B

A und B beeinflussen sich gegenseitig in Handeln und Entscheidungen
Beispiel: 2 verheiratete oder 2 Geschäftspartner

A -> B

A nimmt Einfluss auf B, aber nicht andersherum.
Beispiel: A ist der Chef von B

A <- B

A wird beeinflusst von B, hat aber selbst keinen Einfluss auf B.
Beispiel: A ist ein Kleinkind vom berufstätigen B.

 

Interventionsstrategien

A <-> B

  • Vereinbarungen
  • Verhandlungen

A -> B

A <- B

 

Gefahr von Einflussnahme

  • Gewalt & Verletzung: Einfluss vorhanden, aber ohne Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des anderen Systems
  • Vermeidung: aufgrund von Widerständen bleiben sinnvolle Interventionen aus – oder auch die gewünschte Aufmerksamkeit von Personen, die sich solche erhofft haben