Kreativitätsblockaden: 10 emotionale & soziale Kräfte

Oft gelingt Kreativität nicht, wenn sie es soll: Brainstorming im Team kann zur peinlichen Farce werden.
Doch Warum? Denn eigentlich sind Menschen von Natur aus kreativ.
Der Grund: Kreativitätsblockaden, welche den freien Ideenfluss und -austausch behindern, die von geistigen oder emotionalen Hemmnissen kommen – oder auch aus der sozialen Kultur rundherum.

Wir wissen, dass erwachsene Menschen oft Kreativitätsblockaden haben, wenn wir Kinder beim Spielen beobachten: Kindern fällt es leicht, in einen kreativen Flow zu gehen. Sie erfinden imaginäre Freunde, schlüpfen in Rollen und lassen Gegenstände zum Leben erwachen.

Die wenigsten von uns können im Alltag auf diese freie Kreativität zurückgreifen, obwohl jeder gesunde Mensch die Veranlagung dazu hat. Doch hier kommen die Kreativitätsblockaden ins Spiel.
Schauen wir uns diese Blockaden genauer an – fangen wir damit an, wie es aussähe ohne die Blockaden.

Ideale Kreativität

Wie sieht es aus, wenn wir erfüllt sind von Kreativität – und frei von Kreativitätsblockaden? Gehen wir davon aus, dass jeder Mensch mit genügend Zeit in einer stimulierenden Atmosphäre eine individuell maximale Kreativitätspower entfalten könnte, die sich in einem kreativen Flow zeigt:

  • viele Ideen
  • gute Ideen
  • freier Austausch über Ideen mit anderen Menschen
  • flexible Variation von Mindset, Frame, Methoden und kreativen Werken

Definition: Alles, was uns Menschen von einem freien Kreativitäts-Fluss abhält, ist eine Kreativitätsblockade.

Analogie: Wir können uns diese Kreativitätsblockaden analog zum elekrischen Widerstand vorstellen: der elektrische Widerstand behindert den Fluss von elektischen Ladungen (hier: Ideen). Dafür gibt es Gründe innerhalb des Leiters (hier: Nervensystem) oder von außerhalb durch Magnetfelder oder Wärme (hier: soziale Faktoren).

Sie alle bündeln sich in einem fatalen Phänomen:

Groupthink

Groupthink ist ein Phänomen, bei dem eine Gruppe kompetenter Personen sich selbst aufgrund von sozialer Angepasstheit sabotiert. Die Gruppe trifft schlechtere oder weniger realistische Entscheidungen als möglich, weil jede beteiligte Person ihre eigene Meinung an die erwartete Gruppenmeinung anpasst.

Verwandt:

  • viele Köche verderben den Brei
  • Herdenverhalten

Wie genau entsteht diese Verheerung? Soziale Kräfte & emotionale Blockaden geben eine Antwort.

Soziale Kräfte

  1. Stammeskräfte: Mit wem sind wir identifiziert? (siehe Aufstellungen)
  2. Trägheit, zum Beispiel durch traditionelle Umgangsformen (“Das haben wir schon immer so gemacht.”, z.B. Fleischkonsum)
  3. Hierarchien, die einen freien Gedankenaustausch verhindern (älteste oder höchstrangige Person gibt Normen vor, z.B. Automobilität)
  4. Normen, die bestimmte Ideen als unangebracht ausschließen (“Recht auf freie Entscheidung” als Gegenargument zum Veggie-Day)
  5. Gruppendynamik im Allgemeinen, in der Rollenspiele, Ausgrenzung, Rangspiele oder Konflikte das freie Denken behindern

Emotionale Blockaden

  1. Angst, etwas Falsches oder Albernes zu sagen, dadurch Gehemmtheit (und z.B. Verzicht auf den Wunsch, auch zu Weihnachten vegetarisch zu essen)
  2. Überforderung, Unwohlsein oder Gefühle von Minderwertigkeit und Zweifel an der eigenen Kreativität
  3. Dissoziation
  4. Übermacht von Emotionen (Wut, Angst, Traurigkeit, Scham, Schuld, emotionale Anspannung i.A. …)
  5. Zwang, einer Rolle entsprechen zu müssen (beherrschte Chefin, gefälliger Mitarbeiter)

Psychologische Konzepte für Kreativitätsblockaden

 

Beispiel Nachhaltigkeit – Kreativitätsblockaden verhindern den Wandel

Kreativität wäre wichtig, um einen neuen, nachhaltigen Lebensstil in unserer Gesellschaft zu etablieren. Daher spielen die Kreativitätsblockaden eine große Rolle für das Thema Nachhaltigkeit, da eine konsequente ökologische Lebensweise vielen konventionellen bürgerlichen Lebensweisen widerspricht (Fernreisen, Automobilität, Fleischkonsum, sozial erwünschter Warenkonsum, ökonomisch erwünschte Lebensläufe) und zunächst unmöglich erscheint.

Beim Versuch, ökologisch nachhaltige Lebensweisen zu ermöglichen und zu etablieren, tauchen daher typischerweise bürgerliche Widerstände auf, gegenüber den als unkonventionell empfundenen, ökologischen Verhaltensweisen. Beispiele dafür bieten bieten die Debatten um einen Veggie-Day oder um E-Mobilität.

 

Was tun gegen Kreativitätsblockaden?

Um nicht in den Blockaden stecken zu bleiben, muss man lernen, sich regelmäßig daraus zu befreien.
Kreativität zu kultivieren ist eine Kunst, die trainiert und verfeinert werden kann.

Dafür hilft:


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