Eine Vision gibt dir eine positive Richtung. Doch wie finden wir eigentlich eine authentische Vision? Dafür buddeln wir in der Kiste der Fragetechniken nach solchen Fragen, die uns inspirierenden und positiv provozieren.
Es zwei wesentliche Funktionen der Fragen:
- Alltags-Einschränkungen lösen, die vom Träumen und Visionieren abhalten, z.B. beschränkte finanzielle Mittel und mangelnde Kapazität,
- existenzielle Provokation, dass wir nur eine begrenzte Lebenszeit haben, um unsere Werte und Träume zu leben.
Wir spielen also vor allem mit der Verfügbarkeit von Ressourcen… Zeit, Willenskraft, Geld, soziale Unterstützung… und suchen die Kombination aus hypothetischen Ressourcen, die dir erlaubt, wild und mutig zu träumen. Denn: Träume sind etwas schönes, auch wenn nicht immer alle davon realisiert werden können. Sie erlauben uns eine tiefere Verbundenheit mit unserer Seele und der Welt.
Also: traue dich für ein paar Minuten lang, deine Selbstzweifel außer Kraft zu setzen, und mach dir klar, dass du deine dir gegebene Lebenszeit hast, die du nutzen kannst für deine Werte und Träume.
Arbeitsblatt Visionsdreieck

Das Visionsdreieck ist ein Dreieck, weil es die Spitze der Visionspyramide bildet.
Anleitung Visionsdreieck
Nutze das äußere Dreieck, um intuitiv Antworten zu notieren. Die Fragen sind Angebote, aber keine Pflicht. Du kannst dir eine rauspicken und drauflosschreiben, oder erst einmal mehrere auf dich wirken lassen und dann Antworten kommen lassen.
- Lies dir eine beliebige Frage durch.
- Antworte intuitiv, aus dem Bauch heraus, ohne deine Antworten zu bewerten.
- Schreibe deine Antworten in das größere Dreieck.
- Lies weitere Fragen und antworte weiter intuitiv darauf.
- Schaue nach Überlappungen innerhalb der Antworten.
- Finde eine Kombination deiner Antworten und notiere diese in dem kleinen inneren Dreieck.
Neurobiologie: Was passiert im Gehirn?
Visionsarbeit aktiviert Netzwerke im Gehirn, die für Zukunftsplanung, Sinngebung und Motivation zuständig sind: So übernimmt der präfrontale Cortex Steuerfunktionen bei Zielsetzung und Szenarienbildung [1], während das Default-Mode-Network verstärkt Selbstprojektion und Zukunftsbilder ermöglicht [2]. Der Hippocampus trägt dazu bei, vergangene Erfahrungen und mögliche Zukünfte zu verknüpfen [3]. Diese Aktivierung reduziert zugleich das Bedrohungs- und Angstsystem (z. B. Amygdala), sodass Motivation und Handlungsenergie (dopaminerge Aktivierung) zunehmen.
Auf einen Blick: Visionsdreieck als Coaching-Methode
- Ziel: Klärung von Vision, Identität und Beitrag.
- Kerntechnik: Wunderfrage, Future Self, hypothetische Entlastungen, Fokussierung.
- 🌱 Wurzeln: Lösungsorientierte Beratung, Logotherapie, systemische Zukunftsarbeit.
- 🧠 Neuro: PFC ↑, DMN ↑, Dopamin ↑, Amygdala ↓, ACC/Insula ↑, Hippocampus ↑
- 🟢 Anspruch: mittel.
- ⚠️ Risiken: Zu abstrakt bei geringer Stabilität.
- 💡 Indikation: Richtungs- und Sinnfragen, Wendepunkte, Startpunkte.
- 🚫 Kontraindikation: Überforderung,
- 🔗 Aufbauende Methoden: Anamnese, Visionspyramide, Narrativ, Ikigai.
- Metapher: Der Kurs, die Sternkarte und der wahre Norden der Reise.
Quellen
[1] Berkman, E. T. (2018). The neuroscience of goals and behavior change: A review. PMC.
PMC
[2] Schacter, D. L., Addis, D. R., & Buckner, R. L. (2012). The future of memory: Remembering, imagining, and the brain. Trends in Cognitive Sciences, 17, 1-7.
[3] Addis, D. R., & Schacter, D. L. (2012). The hippocampus and imagining the future: Where do we stand? Frontiers in Human Neuroscience, 5, 173.