Gamification mit Design Thinking

Gamification bedeutet die Übertragung von Spielprinzipien auf einen anderen Kontext, z.B. auf Unterricht, auf Werbung oder das Warten am Flughafen. Die Gestaltung, das Design von Gamification ist dabei eine sehr kreative Aufgabe – ein passendes Anwendungsgebiet für Design Thinking. Gamification kann großen Nutzen für die Zielgruppe bringen: Aktivieren des Spieltriebs weckt intrinsische Motivation und sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit & Konzentration. Es kommt Energie in die Tätigkeit: Interaktion, Freude, Spaß und Flow. Dadurch kann auch eine Verstärkung des Lerneffekts entstehen.

Anwendungen von Gamification durch Design Thinking:

Prinzipiell kann fast jede menschliche Tätigkeit gamifiziert werden. Je komplexer und sozialer die Situation, desto lohnenswerter ist es. Typische Anwendungsgebiete sind z.B.:

  • Lernprozesse wie Unterricht, Seminare & Workshops
  • Kundenbindung durch Bonus-Programme und Belohnungen
  • Mitarbeiterbindung durch Gamification für Motivation und Freude an der Arbeit
  • Online-Marketing: Verstärkung von Traffic auf Webseiten durch Interaktion
  • Belohnung von wünschenswertem Verhalten, z.B. in Fitness, Ernährung, Spenden für gute Zwecke
  • Nudging: Inzentivierung & Behavioral Design von sozialen Prozessen

Gestalten einer Gamifizierung mit Design Thinking nach dem Baukastensystem: Das sind die Bausteine

Die Bausteine eines Spiel-Designs sind die Spielelemente: Punkte, Runden, Rollen, Geschichten, Quests, Levels, ein höherer Sinn, Avatare… mehr zu Gamification ElementenDiese werden kombiniert zum Game Design in dem jeweiligen Kontext.

Octalysis-Modell – 8 Motivationen menschlichen Verhaltens

Das Octalysis Framework beschreibt 8 Elemente menschlicher Motivation.

Gamifcation-Octalysis

Sie sind so etwas wie Grundbefürfnisse und psychische Funktionen, die Menschen veranlassen, sich in einem Spiel zu engagieren. Eine genauere Beschreibung gebe ich im Artikel: „Was ist Gamification?“

  1. Bedeutung & Sinn
  2. Entwicklung & Leistung 
  3. Empowerment 
  4. Verbundenheit
  5. Eigentum
  6. Knappheit
  7. Unberechenbarkeit
  8. Vermeidung

Dieses Modell kann die sonstigen Bedürfnisse im Design Thinking ersetzen. Je nach Kontext sind manche der 8 Motivationen besonders wichtig. Zum Beispiel für Kinder sind Geschichten besonders bekannte Elemente und Eigentum ein großer Motivator. Im Schulkontext sind Noten und Bewertungen eine Art Gamifizierung der Kompetenzentwicklung.

Gamification-Prozess: Wie kann ein Gamification-System designed werden mit Design Thinking?

Design Thinking ist eine Methode, um Produkte, Prozesse und Erlebnisse passend für die menschlichen Bedürfnisse zu gestalten. Damit bietet es ein gutes Rahmenmodell für die Gestaltung von Spielen (auch Game Design). Folgender Prozess kann genutzt werden, um mit Design Thinking Gamification-Konzepte zu entwickeln:

  1. Verstehen: Analysiere den Kontext, den Lerninhalt, die Kultur und Sprache der Spieler. Gibt es Geschichten, die aufgegriffen werden können?
  2. Empathie: Was sind die ungelösten Probleme? Woran leiden sie? Welches sind ihre unerfüllten Bedürfnisse? Wie motivieren sie sich? Wovor haben sie Angst?
    Dafür kann eine Persona helfen. Dann schaue, welche der Octalysis-Motivationen besonders gut darauf passen.
  3. Synthese: Formuliere ein positives Ziel für die Ausgestaltung des Spiel-Systems (z.B. ein Workshop oder eine Unterrichtseinheit). Probiere es mit einer WkW-Frage!
  4. Ideen: Sammle Ideen, um Spielelemente für dein Vorhaben anzuwenden. Gehe dabei deine Ziele und vorhandenen Ressourcen durch. Und dann gehe die Gamification-Elemente durch. Und schaue, wie du die Elemente und Ressourcen für deine Ziele nutzen kannst.
  5. Prototyp: Entwickle einen einfachen Prototyp, z.B. eine Anleitung oder ein Spielbrett oder eine Agenda. Damit kannst du dir Feedback holen.
  6. Testen: Frage passende Menschen, ob sie dir Feedback geben und deinen aktuellen Prototypen testen würden.

Verweise auf das Octalysis-Modell:

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