Millersche Zahl: 7 Chunks of Information

Unser Verstand, mit Regierungssitz im Präfrontalen Kortex („bewusste Steuerungszentrale“), ist überfordert, wenn zu viele Reize / Informationen verarbeitet werden müssen: wieviel ist zuviel?

Die Millersche Zahl gibt eine berühmt gewordene Antwort: 7 Chunks of Information ± 2.
Diese Zahl beschreibt die Menge an Informationseinheiten, die das menschliche Kurzzeitgedächtnis verarbeiten kann.

Gefahr: Diese Menge an Informationen wird schnell überstiegen, wenn Emotionen, unangenehme körperliche Symptome oder Konflikte ins Spiel kommen. Dann ist unser bewusster Verstand überfordert und das Gehirn muss auf eher instinktive, basale Reaktionsmuster zurückgreifen.

 

Chunking

Was ist ein Chunk of Information? Ein Chunk ist ein für den Geist verarbeitbares „Informationsbündel“. Dies ist für jeden Menschen je nach Bildung und Erfahrung unterschiedlich.

So ist beispielsweise die folgende Zusammenreihung an Buchstaben nur schwer zu lernen:

UNTERTEILEDIESENSATZINMEHREREWÖRTERZURVERARBEITUNG

Einfacher wird er, wenn er in 8 deutsche Wörter zerlegt wird:

UNTERTEILE DIESEN SATZ IN MEHRERE WÖRTER ZUR VERARBEITUNG

Wenn der Geist bis dahin nicht geschult ist, komplexe Informationen zu verarbeiten, reagiert er, mehr oder weniger zufällig, mit sonstigen Verfügbaren Optionen (bereitstehende Nervenbahnen zur Informationsverarbeitung).

Strategien der Informationsverarbeitung

Zusammenhänge der Millerschen Zahl mit anderen psychologischen Themen

  • Die Gestaltpsychologie beschreibt die Tendenz des Geistes, ein geschlossenes Ganzes wahrnehmen zu wollen und dafür nach passenden Informationen, die Integriert werden können, zu suchen.
    Die Gestaltgesetze beschreiben, wie der Geist bestrebt ist, Informationen einheitlich und damit ökonomisch aufzunehmen.
  • Traumatisierungen übersteigen unsere bewussten Verarbeitungsmöglichkeiten und sorgen für Dissoziation: Abkopplung vom Bewusstsein, Umgehung des präfrontalen Kortex‘.
  • Die psychologische Entropie beschreibt die Ungeordnetheit des Geistes: das ist zunächst wertneutral. Intelligenz korreliert mit höherer Entropie mit Zugriff auf mehr geistige Ressourcen.
  • Die logischen Ebenen nach Dilts beschreiben Meta-Ebenen des Geistes: die Gestalt auf einer höheren Ebene kann viele untere Informationen kodieren.
  • Kognitive Verzerrungen sind quasi Automatismen des Geistes, in denen die Denkprozesse von rationalen Kognitionen abweichen

Methoden

Alle psychologischen, kommunikativen und kreativen Methoden, Prinzipien und Modelle können verstanden werden als Heuristiken, Werkzeuge und funktionale Algorithmen: sie dienen der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

Folgende Methoden dienen insbesondere der Verarbeitung von vielen psychologischen Informationen:

  • Die Visionspyramide schafft Kongruenz zwischen den Meta-Ebenen des Geistes, ausgerichtet auf eine positive Zukunft und Identität eines Menschen.
  • Hypnose kanalisiert den Informationsfluss im Rahmen der 7 Chunks of Information für einen möglichst heilsamen geistigen Erfahrungsprozess.
  • WM-Fragen bieten ein Framing, um den Geist auf Lösungsmöglichkeiten auszurichten und nach kreativen Antworten zu suchen
  • Nudging Design ist eine Strategie, um Entscheidungen in Richtung wünschenswerter Szenarien zu manipulieren
  • Meditation & Achtsamkeit schult den Geist in Selbstorganisation und im Stressabbau und optimiert damit im Erfolgsfall die Fähigkeit des Geistiges, Informationen sinnvoll zu verarbeiten
  • Coaching hilft Menschen dabei, die für sie überfordernden Informationen zu ihrem Gunsten zu sortieren

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