10 Gründe: Warum ist Bildung wichtig?

So viel Lebenszeit verbringen wir mit Schule, Studium, Weiterbildungen – was soll das eigentlich: Warum ist Bildung wichtig?

Vorweg: weil sie dir hilft, dein Leben in dieser komplexen Welt zu führen. Aber schauen wir noch etwas genauer hin!

Warum ist Bildung wichtig?

Ich wette, dir selbst fallen sofort ein paar Antworten ein auf die Frage, warum Bildung und Schule wichtig ist…

Machen wir dafür einen Kopfstand: Stell dir vor, du hättest gar keine Bildung erfahren.

  • Dann könntest du dieses technische Gerät, auf dem du diesen Text liest, nicht benutzen.
  • Du könntest überhaupt nicht lesen.
  • Du würdest auch nicht auf die Idee kommen, die Frage »Warum ist Bildung wichtig?« zu stellen.
  • Ein gesellschaftliches Leben ohne Bildung ist nicht möglich, vor allem nicht mit unsrer komplexen digitalisierten Gesellschaft in Zeiten des Klimawandels

Aber: ein großer Teil unserer Bildung ist nicht sichtbar, wir haben uns daran gewöhnt.
Denn: Bildung ist mehr als das, was in der Schule gelehrt wird – Bildung ist die Menge an Fähigkeiten, Wissen, sinnvollen Verhaltensweisen, die wir gelernt haben.

Die Corona-Pandemie hat uns leider auch gezeigt, dass die öffentliche Bildung an einigen Stellen noch versagt: viele Menschen verstehen die Zusammenhänge hinter einer Pandemie nicht und glauben lieber an plumpe Verschwörungstheorien. Es gibt viele Menschen mit psychischen Problemen trotz hochwertiger Schulbildung und Umweltkrisen trotz High-Tech-Industrie… also gibt es noch einiges zu tun.

Aber nun die positiven Antworten…

1. Bildung macht glücklich

Bildung erlaubt dir, dein Leben selbstbestimmt zu gestalten: vom Hausbau über die Kindeserziehung, bis hin zur persönlichen Visionsfindung, Karriereplanung und dem gesellschaftlichen Einfluss – Bildung ist einer treuer und mächtiger Partner an deiner Seite.

Wenn du viele Kompetenzen aufgebaut hast, kannst du öfter im Flow sein: bei der Arbeit, beim Spielen mit den Kindern, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, beim Austausch mit den Nachbarn – denn dafür brauchen wir viele Kommunikations-Kompetenzen, die uns helfen, ein glückliches Leben zu arrangieren.

Flow-Kanal - Achtsamkeit - Kreativität - Innovation

Kurzfristig kann Bildung auch unglücklich machen – wenn man sich zunächst des Leids bewusst wird in der Welt und des eigenen Alterns und Sterbens. Umweltzerstörung, Kriege, die Affennatur des Menschen – es gibt viele Gründe zum Hadern. Aber letztlich ist dies ein Schritt zu Weisheit und Integration.

Dass du am Leben bist, darüber nachdenken kannst, atmest und Liebe erfahren kannst, ist ein unheimliches Wunder der Natur. Wir sind ein Produkt von Millionen von Jahren Evolution – und von Millionen von Supernovae, welche überhaupt die schwereren Atome, wie Eisen in unserem Blut, zusammengeschmolzen haben. Wir bestehen tatsächlich aus Sternenstaub.

Dazu kommt die Geistesgeschichte der Menschheit: Wir können unser Leben vergleichen mit der griechischen Antike, mit Höhlenmenschen oder mit Nazis und ermordeten Juden. Du kannst dein privilegiertes Leben vergleichen mit hungernden Kindern, mit aussterbenden Arten im Amazonas, mit deinen Urenkeln, die unter den Folgen des Klimawandel ein komplizierteres Leben haben werden. Du kannst dich mit deinen Urururururgroßeltern vergleichen, die eine schlechte medizinische Versorgung hatten, eventuell unter dummen Monarchen leiden und die meiste Zeit ihres Lebens mit der Beschaffung von Lebensmitteln zubringen mussten… Was für einen Reichtum hast du hier in dieser Welt, wenn du ihn dir mit Hilfe von Bildung bewusst machst!

Und am Ende steht, hoffentlich, das Wissen über diesen schier unendlichen Reichtum – den jeder von uns in sich trägt: überhaupt am Leben zu sein und sich seiner selbst bewusst zu werden.

Bildung erlaubt dir, dieses größte aller Wunder, dein bewusstes Leben in diesem Universum, zu erkennen und zu verstehen.

Mich zumindest macht dies jeden Tag glücklich!

 

2. Bildung rettet die Welt

… und löst gesellschaftliche und ökologische Probleme.

Klimawandel, Pandemien, Chancengleichheit, Gleichstellung zwischen Mann und Frau – es gibt auf komplexe Fragen keine einfachen Antworten, daher muss mit Hilfe der jeweiligen naturwissenschaftlichen oder soziologischen Grundlage für jede Situation eine Lösung neu entwickelt werden – dafür braucht es gebildete Menschen, die sich dieser Herausforderung adäquat annehmen können.

…mehr zum Ansatz „Die Welt Retten durch Bildung“

 

3. Bildung schafft Job-Perspektiven

Je mehr Ausbildungen und Kompetenzen du besitzt, desto breiter sind deine Möglichkeiten. Dann kannst du selbst entscheiden, ob du eher handwerklich, mit Menschen, mit Maschinen oder mit abstrakten Theorien arbeiten möchtest.

Vielleicht kannst du auch deinen eigenen Job erfinden und dein kreatives Lebenswerk gestalten!?

 

4. Bildung ermöglicht ein höheres Einkommen

Da du mehr Möglichkeiten hast, kannst du dir erlauben, auch einmal Nein zu sagen oder darauf hinzuweisen, dass du an anderer Stelle arbeiten und Geld verdienen kannst. Du bist in einer guten Verhandlungsposition, unabhängiger. Denn mehr Bildung ermöglich mehr Perspektiven – und damit auch mehr Argumente. Mit der richtigen Rhetorik kannst du dem Geldgeber darlegen, was dein Wert ist, warum du wieiviel Geld brauchst oder warum dein Angebot besonders interessant mit steigendem Preis wird.

 

5. Bildung stärkt das Selbstbewusstsein

Allein Punkt 1. und 2. sollten klar machen, dass dir Bildung zu Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen verhelfen kann. Bildung ist eine psychologisch und wirtschaftlich wertvolle Ressource, mit der du ein starkes Leben führen kannst.

Es gibt hier auch ein lokales Minimum: mit einem gewissen Grad an Bildung kannst du auch deine Schwächen, dein Leiden und das Leiden der Welt intensiver wahrnehmen. Aber wenn du auch diese Themen integriert hast in dein Selbst- und Weltbild, dann entsteht ein umso fundierteres Selbstbewusstsein (im wahrsten Sinne des Wortes).

 

6. Bildung macht Spaß, wenn sie richtig gemacht wird

  1. Dein Gehirn schüttet beim Lernen Dopamin aus (mehr zur Neurobiologie des Lernens).
  2. Du kannst dich beim Lernen mit anderen Lernenden verbinden und darüber wertvolle Beziehungen knüpfen, dabei schüttet dein Gehirn Oxytocin aus.
  3. Mit jeder neuer Kompetenz, mit jeder neuen Methode und jedem neuen Fakt kannst du künftig Probleme und Rätsel lösen, dafür Anerkennung bekommen und Erfolge sammeln. Das Bewältigen von neuen Herausforderungen baut Selbstwirksamkeit auf und kann sogar süchtig machen.

Im besten Fall ist deine Bildungskarriere ein lebenslanges Spiel, bei dem du ständig der Gewinner bist.
Gamification ist Handwerk und Kunst, Lernprozesse so zu gestalten, dass sie soviel Spaß machen wie Computerspiele spielen.

 

7. Bildung hält gesund

…wenn du gelernt hast, was dein Körper braucht – bzw. nicht haben möchte.
Biologie-Unterricht ist die Grundlage, Körperwahrnehmung die Praxis.

 

8. Bildung macht kreativ

Je mehr Wissen und Zusammenhänge du kennst, desto besser kannst du mit Wissen jonglieren – und damit neue Ideen entwickeln, Erfindungen hervorbringen, Probleme lösen.

… mehr zu Kreativitätsmethoden.

 

9. Bildung ist sexy

Auf Dating-Portalen, wie auch in der realen Welt, sind Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen begehrter. Die obigen Punkte erklären dir, warum.

 

10. Bildung lässt dich selbst weitere Antworten darauf finden, warum es dir nützt…

Horch zum Abschluss noch einmal in dich hinein: wieviele Türen hat dir Bildung in deinem Leben bereits geöffnet?
…was hättest du alles nicht machen können, wenn du nie in der Schule gewesen wärst? …nicht Lesen und Schreiben könntest?
…kaum richtiges Deutsch sprächest – geschweige denn Englisch oder weitere Sprachen?

Bildung ist fast alles, was wir haben – denn nur durch die Kompetenzen und das Wissen in unserem Gehirn und in unserer Erfahrung sind wir fähig, unser Leben mit der Umwelt immer wieder ins Lot zu bringen und uns weiterzuentwickeln.

 

Was ist Bildung?

Bildung (von althochdeutsch bildunga „Vorstellung, Vorstellungskraft“) ist ein Maß dafür, wie gut ein Mensch Informationen über die Wirklichkeit gespeichert hat und abrufen kann. Diese basieren vor allem auf Zusammenhängen über die Vorgänge der Welt. Bildung bezeichnet sowohl den Prozess des Lernens und der Wissenvermittlung als auch das Ergebnis, die Informationskompetenzen im Gehirn eines Menschen.

Ist Schule wichtig?

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es in Deutschland die Schulpflicht. Davor war Bildung ein zufälliges Gut – vor allem für die gesellschaftliche Elite.

Heute ist es eigentlich die Aufgabe von Schule, Bildungsgerechtigkeit herzustellen, besser gesagt Chancengerechtigkeit: alle Kinder sollen einen möglichst guten Zugang haben zu gesellschaftlich anerkannten Positionen, Jobs, Wohlstand, Macht und politischem Einfluss.

Heute ist Bildung zwar kostenlos und verpflichtend für alle Kinder – aber immer noch sehr unterschiedlich verteilt. Quasi das gesamte Wissen der Menschheit ist heute kostenlos im Internet zu finden. Noch wichtiger als Wissen sind daher Kompetenzen – und nochmal etwas anderes ist Weisheit.

Berliner Schulgesetz: § 1 Auftrag der Schule

Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln.

Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten.

Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker.

Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.