Kommunikation

 

Paul Watzlawick schlägt Axiome der Kommunikation vor. Die wichtigsten 2 sind:

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren.
    Das heißt, dass es zwischen zwei oder mehr Menschen immer mindestens eine Kommunikations-Reaktion oder Aktion gibt, egal wie in dem kommunikativen Wechselspiel eine Person sich verhält – selbst, wenn sie schweigt, hat dies für die andere Person eine Bedeutung.
  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts– und einen Beziehungsaspekt.

 

 

Grundprinzip: Ich-Botschaften statt Du-Bewertungen

Das Grundprinzip von erwachsener Kommunikation besteht darin, möglichst nah an der Realität zu bleiben.

Prinzipien für empathische Kommunikation

  • möglichst nah an der Realität bleiben
  • Gesprächs-Angebote machen, möglichst wenig Druck ausüben
  • den anderen nicht angreifen / verletzen
  • dem anderen helfen, mich zu verstehen

 

 

Gewaltfreie Kommunikation (GfK)

GfK ermöglicht empathische und bedürfnisorientierte Kommunikation. GfK ist ein Handlungskonzept, das  Marshall B. Rosenberg entwickelt hat, und das zu mehr gegenseitigem Verständnis und zu einem wertschätzenden Umgang miteinander führen soll. Ziel ist letztlich, Konflikte emotional nachhaltig zu lösen. Zentrale Grundannahme der GfK ist, dass der Mensch ein empathisches Wesen ist, das nach Harmonie sucht.

  1. Beobachtung
  2. Befinden
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

 

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören besteht aus folgenden Tätigkeiten und Kompetenzen:

Vorraussetzungen für aktives Zuhören:

  1. Selbst still bleiben können, während der andere spricht
  2. Konzentration aufrecht halten

Bestandteile aktives Zuhören

  1. Paraphrasieren: Wiedergeben
  2. Verbales Grunzen: Aha, Mhm, Oh, Ja!
  3. Verbalisieren von Emotionen, Gedanken, Hypothesen, Bedürfnissen und Wünschen (äquivalent zu Gewaltfreier Kommunikation)
  4. Nachfragen, um Verständnis zu vertiefen, insbesondere mit offenen Fragen und systemischen Fragetechniken
  5. Spiegeln von Körperhaltung, Mimik, Gestik

Levels of Listening (Theory U)

  1. Downloading
  2. Factual Listening
  3. Empathic Listening (entspricht aktivem Zuhören)
  4. Listening from the emerging future

 

Fragetechniken (Übersicht)

Fragetechniken für Empathie

Wichtig ist hier die Mischung von Fragen für Verständnis, Erforschung, zusammen mit Spiegelungen & Signalen der Aufmerksamkeit, des Mitgefühls und Verbundenheit.

Vorraussetzung dafür ist die nötige Konzentration & Achtsamkeit dafür, sowie Beziehungskompetenz.

Fragetechniken zum Verstehen

  • W-Fragen vs. geschlossene Fragen:
    • W-Fragen stellen um mehr zu erfahren: Wie? Was? Wo? Wer? Wann? Warum? Wozu?
    • Geschlossene Fragen stellen um eindeutige Antworten zu erhalten.
    • Merke: geschlossene Fragen setzen Anker/beeinflussen Gefragten in eine Richtung, Setze sie ein, wenn du eine präzise Antwort wünschst.
  • “5 Whys”Methode: die Wurzeln hervorbuddeln
    • An die Kernbedürfnisse gelangst du oft nur durch gezieltes nachfragen.
    • Frage “Warum” oder “Wozu” dein Interviewpartner xy tut, denkt, wünscht.
    • erst einsetzen, wenn eine Beziehung aufgebaut wurde. Kann sonst einschüchternd wirken.

Fragen zum Verstehen von komplexen Zusammenhängen

Hier findest du eine Übersicht mit hilfreichen Fragestellungen zur Erforschung eines komplexen Themas.

FundamentWas ist bereits vorhanden? Worauf kann man aufbauen?

Was wurde schon erreicht?

HelikopterBetrachte das Problem & die beteiligten Personen & Strukturen von oben! Was siehst du? Was nimmst du wahr?
ZurücklassenWas muss überwunden, zurückgelassen werden, damit sich etwas ändern kann?
SamenWas will neu entstehen? Welcher Samen muss gesät werden?

Gibt es ihn schon?

FrustrationWas bereitet am meisten Frustration?
WiderstandWas leistet Widerstand? Bewertung & Verurteilung? Angst? Abgeklärtheit?
Unbegrenzte MachtWenn der Erfolg garantiert wäre… Wenn Geld keine Rolle spielt…

Wenn du alle Autorität hättest… Was würdest du tun?

UnterstützerWer sind die Menschen, die einen Wandel unterstützen?

 

Systemische Fragetechniken

  • Zirkuläre Fragen (zum Perspektivwechseln)
  • Paradoxe Fragen
  • Hypothetische Fragen
  • Ressourcenfragen
  • Zielorientierte Fragen
  • Skalenfragen

…zur Übersicht Systemische Fragen

 

Transaktionsanalyse

  • Erwachsenen-Ich
  • Kind-Ich
  • Eltern-Ich

 

4-Ohren-Kommunikationsmodell

Das 4-Ohren- oder auch 4-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun ist ein Kommunikationsmodell. Nach diesem Modell enthalten Aussagen oder Botschaften immer vier Dimensionen. Je nach Situation, Stimmung, Beziehung, etc. versteht der Empfänger die Nachricht dann auch mit Fokus auf die unterschiedlichen Aspekte.

Die vier Aspekte der Nachricht sind:

  1. Sachinformation (der reine sachliche Inhalt der Information)
  2. Selbstoffenbarung (welche Information ich in der Botschaft über mich selbst preisgebe)
  3. Beziehung (wie ich die Beziehung zu meinem Gegenüber definiere)
  4. Appell (konkrete Handlungsaufforderungen und Wünsche an das Gegenüber)

 

Gesprächsführung

So schön die vorhergehenden Prinzipien auch sind – sie sind immer noch defensiv: defensive Kommunikation heißt, dass ich noch keine Verantwortung übernehme für den interaktiven Prozess, die Beziehung oder das Ergebnis der Kommunikation. Ich kann mit aktivem Zuhören, GFK, Fragetechniken und Transaktionsanalyse darauf achten, dass ich möglichst achtsam und weise umgehe mit meiner Umwelt – und das ist wirklich sehr viel wert.

Nun kann es aber geschehen, dass du eigentlich eine Intention hast – für eine Beziehung, für die Organisation, für dein eigenes Wohlbefinden, wofür auch immer. Wenn du eine echte Intention hast, dann wäre es konsequent, Verantwortung und Führung zu übernehmen, um diese Intention auch zu verwirklichen. Wenn die Intention andere Menschen betrifft, bist du also darauf angewiesen, dass diese anderen Menschen in deinem Sinne deine Intention ermöglichen.

Du übernimmst also Führung. Und für die Gespräche übernimmst du Gesprächsführung. Orientierte dich dabei an folgenden Prinzipien:

  1. Direktheit: Nenne die Intention als Bitte oder Vorschlag.
  2. Präzision: Sei präzise in der Formulierung durch konkrete Operatoren, klare Rahmenbedingungen (Wer, Wann, Womit, Was, Was Nicht, Wie, Welches Ergebnis, Welches Ziel, ggf. Bedürfnisse).
  3. Konsent: Stelle Einvernehmen und Commitment her mit den Gesprächspartnern, indem du dir ihre Zustimmung abfragst und sicherstellst – in wichtigen Fällen auch durch schriftliche Vereinbarungen.
  4. Verankerung: Lass die Gesprächspartner durch Wiederholung, eigene Worte, Vorschläge und Assoziationen die Entscheidungen und nächsten Schritte verankern, sodass beidseitige Sicherheit und Zuversicht entsteht.

Diese Prinzipien der Gesprächsführung gelten sowohl für Individuen als auch für Gruppen – dann heißt es Moderation.

 

Weitergehende Themen zur Kommunikation

 

Kommunikation lernen

Wenn du diesen Text liest, kommuniziere ich mit dir durch diese geschriebenen Worte. Wenn du oder eine andere Person kommunizieren lernen will – oder soll – gilt zunächst: Solange wir leben, kommunizieren wir, entsprechend des 1. Axioms nach Watzlawick. Und doch gilt: es gibt nichts gefährlicheres als Reden. Kommunikation kann Konflikte austragen als auch auslösen. Daher lohnt es sich durchaus, etwas mehr über Kommunikation zu lernen – nämlich entsprechend der obigen Methoden und Modelle…

klar, authentisch, herzlich und effektiv zu kommunizieren.

Um bessere Kommunikation zu lernen, folge dem Speed Learning Prozess.

 

Links über tiefergehende Themen der Kommunikation:

7 Systemische Fragetechniken [Vorlage + Übersicht]

Systemisches Weltbild

4-Ohren-Kommunikationsmodell

Gewaltfreie Kommunikation (GfK)