Instructional Design

Instructional Design bezeichnet einen Prozess, um Lernmaterialien und Lehrveranstaltungen zu entwickeln, die die Lernenden optimal unterstützen und ihnen ermöglichen, ihre Kompetenzen und Kenntnisse erfolgreich zu erwerben und anzuwenden.

Anleitung: Instructional Design in 7 Schritten

  1. Analyse des Lernbedarfs: Bevor Sie mit der Entwicklung von Lernmaterialien beginnen, sollten Sie den Lernbedarf der Zielgruppe analysieren. Dazu gehört die Identifizierung von Wissenslücken, Fähigkeitsmängeln und Verhaltensänderungen, die durch das Lernmaterial angegangen werden sollen.
  2. Entwicklung von Lernzielen: Basierend auf der Analyse des Lernbedarfs, sollten Sie klar definierte und messbare Lernziele entwickeln. Diese Lernziele sollten die erwarteten Ergebnisse des Lernprozesses beschreiben.
  3. Lernschritte sammeln: Sammle Ideen dafür, welche Aufgaben und Lernaktivitäten zu den formulierten Lernzielen aus 2. passen.
  4. Entwicklung des Lernmaterials: Basierend auf den ausgewählten Medien und Methoden, sollten Sie das Lernmaterial entwickeln. Dies beinhaltet die Erstellung von Aufgabenstellungen, Arbeitsblättern, Skripten, die Erstellung von visuellen Elementen.
  5. Auswahl von Medien und Methoden: Basierend auf den Lernzielen und dem Lernbedarf der Zielgruppe, sollten Sie unterstützende Medien und Methoden auswählen. Dies kann die Verwendung von Text, Bildern, Audio, Video, Simulationen, Arbeitsmaterialien und interaktiven Elementen umfassen.
  6. Evaluierung des Lernprozesses: Nach der Entwicklung des Lernmaterials sollten Sie den Lernprozess testen und hinterher evaluieren, um sicherzustellen, dass die Lernenden die Lernziele erreichen und das Lernmaterial effektiv ist. Dies kann durch die Durchführung von Quizzes, die Durchführung von Feedback-Umfragen und die Beobachtung des Verhaltens der Lernenden erfolgen.
  7. Anpassungen: Basierend auf den Ergebnissen der Evaluierung, sollten Anpassungen am Lernmaterial vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass es den Lernbedürfnissen der Zielgruppe entspricht und die Lernziele erreicht.

Instructional Design ist iterativ und damit eine agile Methode. Dem Begriff nach ist eine spezielle Anwendung von Design Thinking.

Beim Instructional Design gibt es Standards und Rahmenwerke, wie z.B. ADDIE (Analyse, Design, Development, Implementation, Evaluation) oder SAM (Successive Approximation Model). Diese Standards und Rahmenwerke bieten einen systematischen Ansatz für den Prozess des Instructional Design und helfen dabei, sicherzustellen, dass das Lernmaterial und die Schulungen effektiv und effizient entwickelt werden.

Insgesamt ist Instructional Design ein wichtiger Prozess, um sicherzustellen, dass Lernmaterialien und Schulungen die Lernenden optimal unterstützen und ihnen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse erfolgreich zu erwerben und anzuwenden. Durch die Verwendung von Standards und Rahmenwerken, die Analyse des Lernbedarfs, die Entwicklung von Lernzielen, die Auswahl geeigneter Medien und Methoden und die Evaluierung des Lernprozesses, kann man sicherstellen, dass das Lernmaterial und die Schulungen den Anforderungen der Zielgruppe entsprechen und die Lernziele erreicht werden.

 

Instructional Design: Techniken & Methoden

Hier sind Beispiele für Methoden und Techniken im Instructional Design:

  1. ADDIE-Modell: ADDIE ist ein Rahmenwerk für den Prozess des Instructional Design, das die Phasen Analyse, Design, Development, Implementation und Evaluation umfasst. Es bietet einen systematischen Ansatz für die Entwicklung von Lernmaterialien und Schulungen und hat sich seit seiner Einführung in den 1970er Jahren bewährt.
  2. Bloom’s Taxonomy: Bloom’s Taxonomy ist ein Rahmenwerk, das die verschiedenen Ebenen von kognitiver Prozesse und Ziele beschreibt. Es hilft dabei, Lernziele zu formulieren, die die verschiedenen Aspekte des Lernens abdecken und die Lernenden dazu ermutigt, ihr Denken und Handeln zu reflektieren.
  3. Gagne’s Nine Events of Instruction: Gagne’s Nine Events of Instruction beschreibt neun Schritte, die bei der Entwicklung von Lernmaterialien und Schulungen beachtet werden sollten. Diese Schritte sind eine ausführlicher Form von ADDIEs oder der obigen Anleitung.
  4. Problem-based Learning: Problem-based Learning ist eine Methode, bei der die Lernenden anhand von realen oder hypothetischen Problemen lernen. Dies fördert die Anwendung des Gelernten und führt zu einer höheren Motivation und einem besseren Verständnis.
  5. Scenario-based Learning: Scenario-based Learning ist eine Methode, bei der die Lernenden anhand von realitätsnahen Szenarien lernen. Dies ermöglicht es ihnen, die gelernten Inhalte in einen praktischen Kontext einzubauen und ihre Fähigkeiten in realen Situationen anzuwenden.
  6. Self-directed Learning: Self-directed Learning ist eine Methode, bei der die Lernenden ihren eigenen Lernprozess gestalten und die Verantwortung für ihr Lernen übernehmen. Dies ermöglicht es ihnen, ihre eigenen Lernbedürfnisse und -stile zu berücksichtigen und ihre Fähigkeiten und Kenntnisse effektiver zu erwerben. Eine konkrete Methode hierfür sind zum Beispiel Lerntagebücher.

 

 

Glossar: Durchsehen im Begriffsdschungel der Lernmodelle

Learning Experience Design (LXD) bezieht sich auf den Prozess des Entwerfens und Durchführens von Lernumgebungen, die möglichst angenehm als auch effektiv sind. Es legt einen starken Fokus auf die Verwendung von Technologie und interaktiven Elementen, um Lernende aktiv und direkt in den Lernprozess einzubeziehen.

Didaktik ist der Bereich der Bildungswissenschaft, der sich mit der systematischen Planung, Organisation und Umsetzung von Lernprozessen und Lerninhalten befasst.

Erfahrungsbasiertes Lernen bezieht sich auf den Prozess des Lernens durch direkte Erfahrung und Interaktion mit der Welt. Es zielt darauf ab, Lernende durch praktische Anwendungen zu befähigen, Wissen und Fähigkeiten zu erwerben. Dies entspricht der Idee des Lern-Konstruktivismus. Auf englisch auch: Experiential Learning als auch Experience-based Learning, siehe [2]

Konstruktivismus ist eine Lerntheorie, die besagt, dass Lernende ihr Wissen auf Grundlage ihrer Erfahrungen und Vorkenntnisse konstruieren. Konstruktivismus betont die Bedeutung von aktivem Lernen und die Rolle des Lehrers als Führer und Facilitator im Lernprozess.

Instructional Design bezieht sich auf den Prozess des Gestaltens von Lehr- und Lernmaterialien. Es beinhaltet die Anwendung von Didaktik, Lernpsychologie und Technologie, um effektive Lernprozesse und Lernumgebungen zu schaffen. In der Schule hieße dies Unterrichtsplanung.

Gamification bezieht sich auf die Anwendung von Spielelementen in nicht-spielerischen Kontexten, um Motivation und Engagement zu steigern. Durch Gamification kann eine höhere Intensität der Lernerfahrungen ermöglicht werden.