Widerstände in Schulentwicklungs-Prozessen

Widerstände gehören zum Schulentwicklungsalltag wie Regen zum Wetter.
Widerstand bedeutet: Widerwillen und Reibung gegenüber der Veränderung. Widerstände entstehen aus einer Vielzahl von Gründen, von individuellen Ängsten über personelle Konflikte bis hin zu strukturellen Hindernissen innerhalb der Organisation – oder auch berechtigten Einwänden gegenüber nicht-ganzheitlichen Plänen.

Diese Widerstände treten auf allen Ebenen des menschlichen Systems auf: individuell oder kollektiv, emotional oder kognitiv oder sozial oder durch eingefahrene Verhaltensweisen.

Typische Widerstände in Schulentwicklungsprozessen

  1. Angst vor Veränderung: Lehrkräfte, Eltern, Verwaltungspersonal oder auch Schülerinnen und Schüler könnten sich unsicher fühlen, was Veränderungen und neue Methoden und Ansätze betrifft.
  2. Ressourcenmangel: Oft fehlen Zeit, Geld oder Unterstützung durch die Schulverwaltung – auch eine sehr wichtige Ressource ist die menschliche Aufmerksameit & Konzentration, welche begrenzt ist.
  3. Tradition: Tief verwurzelte Praktiken und der Glaube an „bewährte Methoden“ können innovative Ansätze blockieren.
  4. Konflikte: Zwischenmenschliche Spannungen und Gruppendynamiken erschweren Dialoge und Einigungsprozesse. Ein Konflikt kann eine persönliche Differenz zwischen 2 Personen sein. Dazu gibt es in Gruppen und Organisationen immer auch Konflikte rund um Macht, Rang und Privilegien.

Widerstände in der Organisationsentwicklung sind oft tief verwurzelt und erfordern einen durchdachten Ansatz zur Auflösung der Konflikte. Durch gezielte Kommunikation, Inklusion und professionelle Facilitation können diese Herausforderungen effektiv angegangen werden, um positive Veränderungen zu fördern.

Strategien zur Überwindung von Widerständen

  1. Kommunikations-Schleifen: Regelmäßige und offene Gespräche über den Zweck und die Vorteile der Veränderungen.
  2. Beteiligungsprozesse: Lehrkräfte und andere Stakeholder in den Entwicklungsprozess einbeziehen.
  3. Schulungen und Unterstützung: Weiterbildungsmöglichkeiten bieten, um Vertrauen in neue Methoden zu schaffen.
  4. Selbstorganisation fördern, durch Spannungsbasiertes Arbeiten

Theorie zur Veränderung menschlicher Systemen

4 Quadranten Psychologie

Man kann sich menschliche Systeme vorstellen als Kombination aus instinktiven Säugetiere und selbstreflektierktem Geist, beschrieben durch das Modell Reiter & Elefant nach Daniel Kahnemann. Gruppen oder Organisationen kann man vereinfacht beschreiben mit den vier Quadranten, mit den Dimensionen individuell vs. kollektiv und innerlich (psychologisch) vs. äußerlich (sichtbar).

Gruppen unterliegen außerdem immer Gruppendynamiken mit Konflikten, zum Beispiel durch Konkurrenz um Privilegien und Grüppchenbildung, mit bewussten und unbewussten Phänomenen. Arnold Mindell, ein „Erfinder“ von Facilitation (dt. Prozessbegleitung) entwickelte ein fantasievolles Glossar von Gruppenphänomenen.

Durch diese Komplexität können Gruppenprozesse und Schulentwicklung zu einem sehr herausforderndem Unterfangen werden. Um sich ihr als Facilitator bewusst zu stellen, braucht es nicht nur viele kommunikative Kompetenzen, sondern auch die persönliche Reflexion der eigenen Anteile, die sich in der Gruppe zeigen, im Guten wie im Schlechten.

Im pragmatischen Fall kann Schulentwicklung in agiles Projektmanagement übergehen oder gar einfach in die Delegation von Verantwortlichkeiten, sobald sich verstrickte Konflikte geformt haben, nützt womöglich nur noch die Flucht nach vorne hinzu Bewusstseinsentwicklung über die menschliche Existenz hinter den professionellen Rollen.

Methoden und Theorien zur Vertiefung

Schulentwicklung

Kommunikation

Moderation