Hierarchien der Entwicklungs-Stufen von Bewusstsein: Vergleich von Maslow, Piaget, Erikson, Kohlberg, Loevinger & Spiral Dynamics

Maslow’sche Bedürfnishierarchie

Piaget: Kognitive Entwicklung

  1. Stadium der Sensomotorischen Intelligenz (0–2 Jahre): Erwerb von sensomotorischer Koordination, praktischer Intelligenz und Objektpermanenz; Objektpermanenz aber noch ohne interne Repräsentation
  2. Stadium der Präoperationalen Intelligenz (2–7 Jahre): Erwerb des Vorstellungs- und Sprechvermögens; gekennzeichnet durch RealismusAnimismus und Artifizialismus (zusammenfassend: Egozentrismus); kann nun zwischen belebt und unbelebt unterscheiden
  3. Stadium der Konkret-operationalen Intelligenz (7–11 Jahre): Erwerb der Fähigkeit zum logischen Denken in Bezug auf konkrete (tatsächliche oder vorgestellte, aber nicht hypothetische) Sachverhalte. Dies ist verbunden mit DezentrierungReversibilität, Invarianz, Seriation, Klasseninklusion und Transitivität
  4. Stadium der Formal-operationalen Intelligenz (ab 11 Jahre): Erwerb der Fähigkeit zum hypothetischen logischen Denken, was die Fähigkeit bedeutet, die konkreten logischen Operationen der Stufe 3 auf andere solche Operationen anzuwenden

Stufen bei Erik H. Erikson

Phasen (Erikson) Psychische Funktionen (Sozionik) Alter der besonders intensiven Entwicklung
I. Ur-Vertrauen vs. Ur-Misstrauen 5. Suggestivfunktion 1 Lebensjahr
II. Autonomie vs. Scham und Zweifel 6. Aktivierungsfunktion 2–3 Lebensjahre
III. Initiative vs. Schuldgefühl 4. Verletzbarkeitsfunktion 4–5 Lebensjahre
IV. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl 3. Rollenfunktion 6–11 Lebensjahre
V. Identität vs. Ich-Identitätsdiffusion 7. Kontrollfunktion (Einschränkungsfunktion) 12–18 Lebensjahre
VI. Intimität und Solidarität vs. Isolation 8. Standardfunktion (Hintergrundfunktion) frühes Erwachsenenalter
VII. Generativität vs. Stagnation und Selbstabsorption 2. Kreativfunktion Erwachsenenalter
VIII. Ich-Integrität vs. Verzweiflung 1. Grundfunktion reifes Erwachsenenalter

Kohlberg Stufen der Moralentwicklung

Präkonventionelle Ebene

Diese Ebene entspricht dem Niveau der meisten Kinder bis zum neunten Lebensjahr, einiger Jugendlicher und vieler jugendlicher und erwachsener Straftäter. Auf dieser Ebene erlebt das Kind zum ersten Mal, dass es auch andere Sichtweisen neben der eigenen geben kann, die Autoritätspersonen sind jedoch weiterhin die Vorbilder.

1. Stufe – Die Orientierung an Strafe und Gehorsam: In der ersten Stufe orientieren sich diese nicht an moralischen Ansprüchen, sondern im Wesentlichen an wahrgenommenen Machtpotenzialen. Die von Autoritäten gesetzten Regeln werden befolgt, um Strafe zu vermeiden.

2. Stufe – Die instrumentell-relativistische Orientierung: In der zweiten Stufe erkennen Kinder die Gegenseitigkeit menschlichen Verhaltens. Rechthandeln besteht darin, die eigenen Bedürfnisse und gelegentlich die von anderen als Mittel (instrumentell) zu befriedigen. Menschliche Beziehungen werden vergleichbar mit der Austauschbeziehung des Marktes verstanden. Sie orientieren ihr Verhalten an dieser Gegenseitigkeit, reagieren also kooperativ auf kooperatives Verhalten, und üben Rache für ihnen zugefügtes Leid (tit for tat/do ut des – „ich gebe, damit du gibst“; „Wie du mir so ich dir“).

Konventionelle Ebene

Dieser Ebene sind der Großteil der Jugendlichen und Erwachsenen zuzuordnen.

3. Stufe – Die interpersonale Konkordanz- oder „good boy/nice girl“-Orientierung: Moralische Erwartungen Anderer werden erkannt. Den Erwartungen der Bezugspersonen und Autoritäten möchte der Proband entsprechen (good boy/nice girl), nicht nur aus Angst vor Strafe. Wird er den Erwartungen nicht gerecht, empfindet er auch Schuldgefühle. Korrespondierend dazu richtet er ebenfalls moralische Erwartungen an das Verhalten anderer. Es wird darüber hinaus häufig aufgrund der zugehörigen Intention argumentiert („Er hat es doch gut gemeint“).

4. Stufe – Die Orientierung an Gesetz und Ordnung: Über die dritte Stufe hinaus erkennt der Proband die Bedeutung moralischer Normen für das Funktionieren der Gesellschaft. Auch die nicht von Bezugspersonen an das Kind gerichteten Erwartungen werden erkannt (allgemeine moralische Regeln der Gesellschaft) und befolgt, da sie für das Aufrechterhalten der sozialen Ordnung erforderlich sind (law and order).

Zwischen- bzw. Übergangsstufe

4 1/2. Stufe: Bei der Auswertung einer Längsschnittstudie wurde festgestellt, dass High-School-Absolventen wieder moralische Urteile entsprechend der Stufe 2 fällten. Daraufhin wurde die Zwischenstufe nachträglich in die Theorie integriert.

In der Übergangszeit zum Erwachsenwerden befinden sich Jugendliche typischerweise in einer Übergangsphase. Um sich vom konventionellen Niveau des Moralbewusstseins zu lösen, ist es wichtig, moralische Normen zu hinterfragen und nicht blind Autoritäten zu folgen. In der Übergangsphase gelingt es dem Menschen noch nicht, die Begründung von Normen auf ein neues, intersubjektives Fundament zu stellen, er ist moralisch orientierungslos. Menschen dieser Stufe verhalten sich nach ihren persönlichen Ansichten und Emotionen. Ihre Moral ist eher willkürlich, Begriffe wie „moralisch richtig“ oder „Pflicht“ halten sie für relativ. Im günstigen Fall gelingt ihnen die Entwicklung zur 5. Stufe des Moralbewusstseins, es kann aber auch sein, dass sie in der Übergangsstufe verbleiben oder zur 4. Stufe zurückfallen. Die Zwischenstufe wird als postkonventionell angesehen, obwohl moralische Urteile auf dieser Stufe noch nicht prinzipiengesteuert sind.

Postkonventionelle Ebene

Nur eine Minderheit von Erwachsenen erreicht die postkonventionelle Ebene, meistens erst nach dem 20. Lebensjahr.

5. Stufe – Die legalistische Orientierung am Sozialvertrag: Moralische Normen werden jetzt hinterfragt und nur noch als verbindlich angesehen, wenn sie gut begründet sind. In der fünften Stufe orientiert sich der Mensch an der Idee eines Gesellschaftsvertrags. Aus Gedanken der Gerechtigkeit oder der Nützlichkeit für alle werden bestimmte Normen akzeptiert. Nur etwa ein Viertel aller Menschen erreicht diese Stufe.

6. Stufe – Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip: Die sechste Stufe wird schließlich nur noch von weniger als 5 % der Menschen erreicht. Hierbei wird die noch diffuse Begründung von Normen der fünften Stufe verlassen. Die Moralbegründung orientiert sich jetzt am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, dem Vernunftstandpunkt der Moral. Das richtige Handeln wird mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Universalität und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht, wobei es sich also nicht mehr um konkrete moralische Regeln, sondern um abstrakte Prinzipien handelt (kategorischer Imperativ). Konflikte sollen argumentativ unter (zumindest gedanklicher) Einbeziehung aller Beteiligten gelöst werden. Diese Stufe ähnelt der Normbegründungsform der Diskursethik.

Eine Stufe 7?

Das eigentliche Stufenmodell Kohlbergs geht bis zur 6. Stufe. Kohlberg hat später Vermutungen geäußert, es könne eine 7. Stufe geben, in der moralische Urteile transzendental begründet werden. Systematisch ausgebaut wurde dieser Aspekt von Kohlberg nicht; er nimmt jedoch an, dass nur sehr wenige Menschen diese Stufe erreichen. Das Individuum der Stufe 7 sei erfüllt von universeller Liebe, Mitgefühl oder Heiligkeit. Kohlberg zitiert als Beispiele JesusBuddha und Gandhi.

Ich-Entwicklung bei Loevinger

Entwicklungsstufe Hauptcharakteristika[8]
E 2 Impulsive Stufe Frühestes Stadium, das (mit dem Satzergänzungstest) gemessen werden kann. In diesem Stadium hat das Kleinkind ein Bewusstsein von sich selbst als eigenständige Person erreicht. Die Impulse sind eine Art Bestätigung dieser Eigenständigkeit, aber das Kind hat zunächst keine Kontrolle über sie. Die eigenen körperlichen Bedürfnisse stehen im Vordergrund.
E 3 Stufe des Selbstschutzes Das Kind ist sich der Impulse als solcher bewusst, genug, um eine gewisse Kontrolle auszuüben, um sich zu schützen und sich zumindest einen unmittelbaren Vorteil zu sichern. Dies ist die Phase des Selbstschutzes. Bei kleinen Kindern gibt es eine natürliche Abhängigkeit, Egozentrik und die Berechnung des Vorteils für sich selbst. Die Liebe des Kleinkindes zum Ritual ist wahrscheinlich Teil der frühen Bemühungen um Selbstkontrolle. Die emotionale Bandbreite ist begrenzt und die konzeptuelle Bandbreite einfach. Normalerweise ist diese Phase mit Kindheit und Jugend zu Ende.
E 4 Konformistische Stufe Auf der konformistischen Stufe identifiziert sich das Selbst mit der Gruppe, welche Gruppe das auch sein mag: die Familie in der Kindheit und später die Gruppe der Gleichaltrigen usw. Das Denken erfolgt in Stereotypen; die Gefühlspalette ist auf grundlegende Emotionen beschränkt – glücklich, traurig, verrückt, froh usw. – aber sie ist schon größer als in früheren Phasen.
E 5 Stufe des Selbstbewusstseins Die Person auf dieser Ebene ist über die vereinfachten Regeln und Ermahnungen des Konformisten hinausgegangen, um zu sehen, dass es zulässige Eventualitäten und Ausnahmen gibt. Obwohl er im Grunde immer noch ein Konformist ist, ist sich die Person auf dieser Ebene bewusst, dass er oder sie nicht immer den erklärten Standards der Gruppe entspricht. Es gibt eine größere emotionale und kognitive Bandbreite. Es gibt ein größeres Bewusstsein dafür, dass das Selbst von der Gruppe getrennt ist, was manchmal zu einer charakteristischen Einsamkeit oder einem Selbstbewusstsein führt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Personen auf dieser Ebene weniger angepasst sind als die auf anderen Ebenen.
E 6 Stufe der Gewissenhaftigkeit Auf der Stufe der Gewissenhaftigkeit lebt die Person nach ihren eigenen Idealen und Standards, anstatt nur die Zustimmung der Gruppe zu suchen. Bis zu diesem Stadium hat die Person ein reichhaltiges, differenziertes Innenleben erworben, mit einem weit gefächerten Vokabular, um Emotionen auszudrücken. In diesem Stadium hat die Person langfristige Ziele und Ideale. Die Elemente eines reifen Gewissens sind vorhanden.
E 7 Individualistische Stufe Das Stadium jenseits der Stufe der Gewissenhaftigkeit wird als die individualistische Stufe bezeichnet. Auf dieser Ebene beginnt man, ein Bewusstsein für die Paradoxien und Widersprüche im Leben zu entwickeln. Die Menschen werden sich der Entwicklung als Prozess und ihres Platzes im Leben bewusst; sie denken in psychologischen Kausalzusammenhängen und nehmen eine umfassende Sichtweise des Lebens als Ganzes ein.
E 8 Stufe der Autonomie Auf der autonomen Stufe gibt es eine Weiterentwicklung jener Merkmale, die bereits auf der individualistischen Ebene auftreten. Wo die sich selbst schützende Person einen beißenden Humor verwendet, zeigt die autonome Person oft eine Art existenziellen Humor, indem sie Lebenssituationen mit Ironie sieht. Anstatt Situationen im Sinne diametral entgegengesetzter Entscheidungen von gut und schlecht zu sehen, ist man sich der vielfältigen Komplexität von Situationen und Lebensentscheidungen bewusst. Vor allem ist da der Respekt vor anderen Menschen und ihrem Bedürfnis nach Autonomie, auch vor den eigenen Kindern, für die man eine Verantwortung trägt. Gleichzeitig gibt es eine wachsende Tendenz, das eigene Leben im Zusammenhang mit umfassenderen sozialen Belangen zu sehen.
E 9 Stufe der Integration Die theoretisch höchste Stufe, die der Integration, ist bei Stichproben aus der Allgemeinbevölkerung selten zu beobachten. In diesem Stadium sind die Merkmale der individualistischen und der autonomen Stufe stärker ausgeprägt. Darüber hinaus gibt es eine gewisse Fähigkeit, die lebenswichtigen Anliegen des eigenen Lebens mit denen der Gesellschaft zu integrieren. Eine gute Charakterisierung dieser Phase ist Maslows (1954) Beschreibung der sich selbst verwirklichenden Person.

8 Ebenen von Spiral Dynamics

  • Beige – Überlebenszustand, Fight, Flight oder Freeze (…mehr zu Beige)
  • Purpur – Der Stamm gibt Sicherheit und Wärme gegenüber einer rauheren Umwelt (…mehr zu Purpur)
  • Rot – Das Ego dominiert und befreit sich aus dem einengendem Stamm (…mehr zu Rot)
  • Blau – Regeln, Pflichten, Strafen ergeben eine hierarchische Ordnung vor, in die sich jedes Individuum einzufügen hat (…mehr zu Blau)
  • Orange – Im Streben nach Leistung, Erfolg und Profit werden die Regeln so flexibel wie möglich ausgelegt, um ein intelligente Wachstums.Maschinerie zu optimieren (…mehr zu Orange)
  • Grün – In einer Gemeinschaft, basierend auf Gleichberechtigung aller Individuen, können sich die Menschen auf liebevolle Art und Weise emanzipieren (…mehr zu Grün)
  • Gelb – Ein intelligentes, selbstorganisiertes System erlaubt alle Werte und Haltungen sich so einzufügen, wo sie am meisten Potenzial für die gemeinsame Selbstverwirklichung ermöglichen (…mehr zu Gelb)
  • Türkis – Selbstorganisierte, offene Systeme schaffen Bewusstsein und ermöglichen durch Ko-Kreativität einen Zustand globaler Nachhaltigkeit (…mehr zu Türkis)

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