An sich selbst arbeiten [3 Methoden]

Wenn ein Mensch an sich selbst arbeiten möchte, dann ist dies ein nobles Vorhaben – und eine große Herausforderung. Mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit betrügt man sich dabei selbst – denn jeder Mensch hat blinde Flecken und kognitive Verzerrungen. Doch gerade in „spannenden“ Lebensphasen ist das An-sich-selbst-Arbeiten eine Aufgabe, die notwendig wird, um Weisheit und innere Ruhe zu erlangen.

Dieser ganze Blog ist ein Resultat meiner Arbeit mit mir selbst – denn ich habe immer wieder die Probleme aus meinem Umfeld oder in meinem eigenen Leben genutzt, um daran zu lernen, zu reifen, Methoden auszuprobieren und neue Methoden zu erfinden.

In diesem Artikel zeige ich dir meine wertvollsten Methoden, um an sich selbst zu arbeiten.

1. Spannungs-Integration

Konflikt? Trauma? Puh, immer diese starken Worte. Ich abstrahiere die „Herausforderungen“ im Leben gerne als Spannungen. Ob diese Spannungen emotionaler, kognitiver, körperlicher oder sozialer Natur sind, spielt dabei keine Rolle. Sie können allgemein als unaufgelöste Spannungen im Nervensystem verstanden werden. Sie können genutzt werden, um zu lernen. So funktioniert der allgemeine Prozess dahinter:

Prozess der Integration: Destabilisierung und Re-Stabilisierung

  1. Homöostase (H): Der menschliche Organismus im Zustand entspannten Gleichgewichts.
  2. Störung der Homöostase: Eine emotionale, geistige oder soziale Spannung stört die Homöostase und äußert sich in einem konkreten Reiz (R).
  3. Der Organismus reagiert auf die Spannung. Im einfachsten Fall steckt er die Störung leicht weg. Dann geht es direkt weiter. Es kann aber auch sein, dass der Organismus stark destabilisiert wird. Dafür gibt es zwei Szenarien:
    1. Ist R stärker als seine Verarbeitungskapazität, dann reagiert der Organismus instinktiv mit Stress in Form von Fight (Fi), Flight (Fl) oder Freeze (Fr).
    2. Kommt zur Überforderung aus (b.) eine zusätzliche Störung hinzu, ist der Reiz überwältigend oder gibt es wiederholte Einwirkungen, kann der Organismus traumatisiert werden.
  4. Orientierung und Bewegung (OB) sorgen für Selbstwirksamkeit (sw) und erlauben damit eine neue Stabilisierung.
  5. Integration: In dem Gefühl von Selbstwirksamkeit lernt der Organimus auf derartige Reize in Zukunft adäquater zu reagieren. Durch Sensitivierung reagiert der Organismus in Zukunft feiner. Ggf. müssen weitere Ressourcen aufgebaut werden. Dadurch wird letztlich die Spannung in das System des Organismus integriert.
  6. Erweiterte Homöostase (H+). Der Organismus kann sich entspannen in einem neuen Gleichgewicht, diesmal reicher an Erfahrung und psychologischen Ressourcen als zum Ausgangszeitpunkt.

…um noch mehr zu erfahren zu diesem Ansatz, um an sich selbst zu arbeiten, findest du hier die ausführliche Erklärung des Prozesses und seiner großen Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung / Individuation. Er ist gleichzeitig eine abstrakte Erklärung der Heldenreise nach Joseph Campbell. Konkret ergeben sich daraus auch die Ansätze zur Trauma-Integration.

2. Autogenes Training als Methode, um an sich selbst zu arbeiten

Autogenes Training ist sehr einfach strukturiert. Du beginnst mit Übungen, um die Arme und Beine schwer werden zu lassen. In der einfachen Form ist AT damit eine Entspannungstechnik. Doch in den höheren Stufen lernst du, in dem Entspannungszustand dir selbst Suggestionen zur Veränderung zu geben – und am Ende dich selbst in Trance zu versetzen und tiefenpsychologische Interventionen durchzugehen. Dafür gibt es am Anfang ein 6-wöchiges Trainingsprogramm – und am Ende beherrscht du letztlich auch Grundformen der Hypnose. Damit ist Autogenes Training ein mächtiges Gesamtpaket, welches aus Deutschland stammt und damit leichter verständlich für uns Westler als spirituelle Ansätze aus dem Yoga, wie zum Beispiel Yoga Nidra.

3. An sich selbst arbeiten mit selbst erfundener Achtsamkeitsübung

HIER findest du eine ausführliche Anleitung, um deine eigene Achtsamkeits-Methode zu erfinden. Du kannst sie so auf dich zurechtschneiden, dass sie deinen persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben entspricht – ohne unnötigen Kladderadatsch.

Lerne noch mehr Ansätze, um an sich selbst zu arbeiten: