Mit Design Thinking Produktentwicklung optimieren – 5 Strategien

Agil, intelligent, nutzerzentriert: Gestalte mit Design Thinking Produktentwicklung für erfolgreiche Unternehmen und glückliche Nutzer. Design Thinking ist eine Innovationsmethode, mit der Produktentwicklung optimiert werden kann auf die Bedürfnisse der Menschen. Die Entfaltung von Empathie und Kreativität fördert den Erfolg des Produktes.

Eine Einführung in die Produktentwicklung

Das Ziel ist die systematische Entwicklung eines vermarktungsfähigen Produktes. Dies kann intuitiv geschehen oder durch strukturiertes Vorgehen. Der Beginn dieses Prozesses liegt bereits bei der Ideenfindung und endet bei mit der Markteinführung. Der Ablauf lässt sich in vier Phasen gliedern, wobei die Ergebnisse aus den vorangehenden Schritten in der weiteren Entwicklung Beachtung finden.

  1. In der Planungsphase wird die Aufgabenstellung geklärt. Dabei stehen die Anforderung des Kunden im Mittelpunkt, sowie die Definition der Zielgruppe. Zudem wird der neueste technische Stand evaluiert und die Konkurrenzprodukte analysiert. Das Ergebnisziel der Planungsphase ist ein Lastenheft, in dem alle Anforderungen des Kunden an das zu entwickelnde Produkt festgehalten werden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um einen externen Kunden handeln, sondern auch interne Prozesskunden können das Lastenheft verfassen. Anschließend werden die Anforderungen hinsichtlich Machbarkeit geprüft und in ein Pflichtenheft überführt.produktentwicklung-design-thinking-kreativität-sprint-agil
  2. Der Backlog (Pflichtenheft) wird in der Konzeptphase als Grundlage herangezogen. In dieser Phase sollen möglichst viele Lösungen erarbeitet werden. Dafür helfen Kreativitätstechniken und kreative Heuristiken. Hilfreich ist dabei, die Funktionen des zu entwickelnden Produktes zu beschreiben und im Anschluss nach technischen Lösungen zu suchen. Die erarbeiteten Varianten werden im nächsten Schritt bewertet, zum Beispiel mit Hilfe einer Nutzwertanalyse, womit eine Festlegung auf eine Lösungsvariante stattfindet.
  3. Die Entwurfsphase beschreibt den Ablauf der konkreten Umsetzung der ausgewählten technischen Lösung. Hier wird nach dem Grundsatz „Vom Groben ins Detail“ gearbeitet. In erster Linie gilt es, die Funktionalität sicherzustellen. Zudem fließen auch ästhetische, ergonomische und sicherheitsrelevante Aspekte ein. Den Abschluss der Entwurfsphase stellt ein Modell dar, an dem die Funktionen getestet werden.
  4. Der letzte Schritt ist die Ausarbeitungsphase. Diese beginnt in den meisten Fällen mit dem Bau eines Prototyps. Dafür werden auch technische Zeichnungen erstellt. Ausgehend davon findet eine weitere Optimierung des Produktes statt, bis eine serienreife Produktion möglich ist und die Markteinführung des Produktes stattfindet.

Der Ansatz von Design Thinking

Design Thinking ist eine Innovationsmethode und belebt die Produktentwicklung. Klar definierte Schritte strukturieren den kreativen Prozess. Innerhalb der Methode gibt es Techniken für Empathie und Kreativität. Diese Techniken zielen darauf ab, die Anforderungen und Bedürfnisse des Kunden als Ausgangspunkt zu definieren und daraus die Funktionen des neuen Produktes abzuleiten. Die Herausforderung dabei ist, dass in manchen Fällen die Kundenanforderungen nicht bekannt sind und erst entdeckt werden müssen. Im weiteren Verlauf wird nach Lösungen gesucht, um diesen zu erreichen, wobei die Lösungen nicht vorgegeben sind und die Ideenfindung auf einer möglichst abstrakten Ebene stattfinden soll.

Design-Thinking-Prozess-6-Phasen-Produktentwicklung-Kreativität

Die 6 Phasen, um mit Design Thinking Produktentwicklung zu gestalten, sind: Verstehen, Beobachten, Ziel definieren, Ideen entwickeln, Prototyping, Testen und Implementieren. Dies ist ein agiler Prozess: die Schritte laufen nicht starr, sondern iterativ, dadurch entsteht eine Optimierung und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

Hilfreich sind Visualisierungen, wie zum Beispiel durch den Einsatz von Virtual Reality bei der Betrachtung eines Produktes. Ebenso finden Simulationen Anwendung, um die ausgearbeiteten Lösungen im Hinblick auf ihre Funktionalität prüfen zu können. Aber auch Hilfsmittel wie Lego und Bastelmaterial können helfen, einzelne Funktionen als Prototypen abzubilden.

Für das Erzielen eines zufriedenstellenden Ergebnisses ist es notwendig, verschiedene Bereiche bereits in der Planungsphase einzubinden. Ebenso wichtig ist, dass die jeweiligen Mitarbeiter in einem möglichst kreativen Umfeld zusammenkommen, damit kreative Lösungen gefördert werden. Um das Zusammenarbeiten von unterschiedlichen Charakteren zu fördern, ist es wichtig, ein gemeinsames Ziel festzulegen. Beim Design Thinking befindet sich stets das fertige Produkt im Mittelpunkt aller Überlegungen, wobei sämtliche Funktionen integriert sind, die dem Kunden einen Mehrwert bringen. Eine Möglichkeit, um sich besser in die Lage des Kunden zu versetzen, ist das Customer Journey Mapping, bei dem sich die Beteiligten in die Lage des Kunden begeben und den gesamten Prozess der Akquise des Produktes durchlaufen.

Ein Praxisbeispiel zur Veranschaulichung

Ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis lieferte das Unternehmen IDEO. Ziel war die Entwicklung einer Zahnbürste, wobei die Zielgruppe auf Kinder festgelegt wurde. Diese wurden als Kunden und damit als Ausgangspunkt für die Ideenfindung betrachtet. Bei der Evaluierung der Anforderungen wurde ersichtlich, dass Kinder eine Zahnbürste benötigen, die einen kurzen, aber dennoch dicken, Griff benötigen. Dies ist die nicht vollständig ausgebildete Feinmotorik zurückzuführen. Die Entwickler haben sich also direkt in die Lage der Kunden versetzt und daraus einen Soll-Zustand für das neue Produkt abgeleitet. Im Anschluss wurde diese Zahnbürste entwickelt und bescherte dem Unternehmen einen Marktvorteil, aufgrund des Alleinstellungsmerkmals.

Natürlich gestaltet sich bei anderen Produkten die Entwicklung wesentlich komplexer, jedoch kommt in diesem Beispiel der Grundgedanke zur Geltung, dass der Fokus allein auf die Anforderung des Kunden zu legen ist.

5 Strategien: Mit Design Thinking Produktentwicklung optimieren

  1. Der Fokus über den gesamten Entwicklungsprozess liegt stets auf dem Kundennutzen. Sämtliche Features und Funktionen drehen sich um die Frage: „Was will der Kunde?“, „Was brauchen die Menschen wirklich?“ Die Marktforschungs- und Empathie-Phase sammelt dafür qualitative Daten. Davon wird ein Soll-Zustand für das neue Produkt abgeleitet, für den die technische Umsetzung ausgearbeitet wird.
  2. Eine klare Definition der Zielvorgaben ist als kritisch für den Erfolg zu betrachten. Zwar sind in der Planungsphase den Ideen keine Grenzen gesetzt, jedoch ist es spätestens bei der Erstellung des Pflichtenhefts (Backlogs) unerlässlich, die Vorgaben klar abzugrenzen. Geschieht dies nicht, so entstehen zwei Spannungen:
    1. Mehrere Ziele stehen im Konflikt miteinander
    2. Es werden viele Schleifen zur Überarbeitung des Produktes gezogen, die die benötigte Zeit bis zur Markteinführung verlängern
  3. Innovation hervorkitzeln: Damit Mitarbeiter in der Lage sind, über den Tellerrand hinauszublicken, ist es notwendig, Kreativität zuzulassen und zu fördern, z.B. durch Kreativitätstechniken oder Schema-Verstöße. Dabei kann zum Beispiel der Einsatz von neuen Technologien hilfreich sein, aber auch ein Ortswechsel, der weg von dem bekannten Umfeld führt. Ebenso müssen alle Teilnehmer mit dem Ansatz des Design Thinkings vertraut sein und diesen verstehen.
  4. Diversität & Interdisziplinarität: Die Qualität wird dadurch gefördert, dass Experten aus unterschiedlichen Bereichen so früh wie möglich herangezogen werden. Dies hilft dabei, eingerostete Denkmuster aufzubrechen und erhöht die Chance, dass bereits in der Ideenfindung neue Umsetzungsvarianten gefunden werden.
  5. Transparenz: Aufgrund der Tatsache, dass es keinen chronologischen Ablauf gibt, ist es umso wichtiger, dass Ergebnisse sauber dokumentiert werden. Ansonsten wird es erschwert, dass auf das Wissen aus vorhergehenden Zusammenkünften zurückgegriffen werden kann. Zudem wird durch konsequent geführtes Wissensmanagement verhindert, dass Lösungsvorschläge verloren gehen und einzelne Punkte mehrfach diskutiert werden.

Design Thinking Kompetenzen: 3 Säulen von nutzer-zentrierter InnovationDesign Thinking Kompetenzen - unternehmen-produktentwicklung-organisationsentwicklung-marketing

Ein Produkt ist erfolgreich, wenn ein Problem löst, ein Bedürfnis für den Nutzer erfüllt und dafür hohe Qualität liefert. In einer sich ändernden Welt, braucht es hohe Komeptenzen, um gute Produkte zu entwickeln und auf einem hohen Qualitäts-Niveau zu halten.

Design Thinking bietet für die Produktdesigner ein sehr wertvolles Set an Kompetenzen, sowohl an Methoden als auch an Mindset & Prinzipien.

Kreatives Selbstvertrauen

Mut, Vision, Neugier, Methoden zu Kreativität & Innovation, Selbstbewusstsein, Heuristiken für Kreativität & Design-Entscheidungen helfen, um neue, inspirierende und attraktive Produkte zu entwickeln.

Beziehungskultur & Beziehungskompetenz

Empathie, Feedback, Konfliktlösung und Umgang mit Spannungen, gewaltfreie Kommunikation durch einen konstruktiven Fokus, Wertschätzung, Inklusion & Integration schaffen starke Teams. Eine gute Beziehung zu Kundinnen, Experten & Multiplikatoren helfen einer nachhaltigen Produktentwicklung.

Agilität

Der Markt ändert sich, daher entstehen dauerhaft gute Produkte durch: Iterativität, Fehlerkultur, empirisches Arbeiten, Ziel-Management, Optimierung des Prozesses oder Produkts, Anwendung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, Kaizen, Fokus auf Erfolgskriterium (KPI) und Kunden-Nutzen

Verwandt: Design Sprints als besonders klare Variante von Design Thinking für Produktentwicklung

Design Thinking ist eine mächtige Innovationsmethode und funktioniert auch Organisationsentwicklung und Marketing-Prozesse, ja sogar zur Teamentwicklung. Dadurch entsteht viel Kreativität. Dennoch sollten professionelle Produkte so effektiv wie nur möglich sein. Deswegen gibt es inzwischen auch spezielle Formen, um mit Design Thinking Produktentwicklung zu betreiben: Design Sprints. design-sprint, design thinking, productentwicklung, scrumDiese haben einen besonders klar definierten Prozess über mehrere Tage. Darin werden klare Ziele definiert. Die Zielgruppe kommt unter die Lupe. Der Backlog und eine Sprint-Struktur sorgen für höchstmögliche Intelligenz. Durch Integration aller Stakeholder und systematisches Testen wird alles herausgeholt, was geht.

Wir haben uns spezialisiert auf Design Sprints für ökologisch nachhaltige Produkte & Geschäftsmodelle. Siehe dazu: Sustainable Design Sprints.

Weitere Hinweise & Informationen für Design Thinking & Produktentwicklung

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